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LarpWiki: LARP

LARP

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hardenstein_2014_-_Adventurers.jpg

Was ist ein "LARP"?

LARP - Enzyklopädische Definition

LARP heißt live action role playing (game), kurzum es ist ein Rollenspiel, das nicht im Kopf, sondern live, d.h. in der realen Welt, stattfindet. Die wörtliche deutsche Übersetzung des Begriffs "LARP" ist einfach "Live-Rollenspiel". Da sich die Wenigsten darunter auf Anhieb etwas vorstellen können, gibt es einige Umschreibungen wie z.B. "Improvisations-Charakterspiel" oder "historisches Laientheater".

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Der Spieler verkörpert dabei eine Rolle ("Charakter"), indem er sich seiner Spielfigur entsprechend schminkt, kleidet, verhält und mit den anderen Spielern auf der Veranstaltung interagiert. Auf einem bestimmten Gelände bietet ein Veranstalter den LARPern gegen Entgelt die Möglichkeit, i.d.R. selbst erfundene Charaktere auszuspielen und auszuleben. Der Veranstalter sorgt für einen 'lebendigen' Hintergrund und Plots (d.h. Abenteuer, die erlebt werden können). Eigentlich geht es bei diesem Hobby nur um eines: Spaß! Umstritten ist, ob Larp als Kunstform gilt. Dafür spricht, dass es dem Improvisationstheater ähnlich ist und jedem begeisterten Laiendarsteller die Möglichkeit gibt, sich mit Rollen auseinander zu setzen und die durchgängige Darstellung von Charakteren zu trainieren. Im Unterschied zum Theater bekommen die Spieler Ihre Handlungen nicht vorgegeben, sondern sie sind in ihren Entscheidungen frei. Weiterhin findet die Spielhandlung nicht zur Unterhaltung eines zahlenden, passiven Publikums statt, sondern alle Teilnehmer nehmen aktiv am Spielgeschehen teil.

Es gibt verschiedene LarpGenres wie z.B. Fantasy, Science-Fiction, Western, Horror, Mantel & Degen, u.a. Da jedoch die meisten Larp-Veranstaltungen in einem Fantasy-Setting stattfinden, ist meistens "Fantasy-Larp" gemeint, wenn jemand von "LARP" spricht. Streng genommen steht der Begriff "Larp" aber weiterhin für das Hobby an sich, was alle Genres mit einschließt.

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Wo finden solche LARPs statt?

Meist in abgelegenen Wäldern, in Burgen bzw. Burgruinen, Zeltplätzen, Jugendherbergen, CVJM-Heimen, o.ä. Siehe unter Spielorte.

Was kosten solche Larps? Wie teuer ist die Ausrüstung?

Die Spanne ist sehr groß, einige Veranstalter bieten Larps in Wochenlänge für über EUR 500,- an. Andere verlangen für 3 Tage EUR 30,- , Eintages-Larps werden auch für EUR 5,- veranstaltet. Ebenso groß wie die Preisunterschiede sind die Unterschiede in der Unterbringung und Bewirtung.

Es gibt Larps, auf denen gezeltet wird (sog. Zeltcons), Larps die auf Jugendburgen stattfinden und solche die mehrere Zeltlager, Hotels und andere Unterkünfte miteinander kombinieren. Teils müßt Ihr euch selbst verköstigen, teils bekommt Ihr Vollpension inklusive Festbankett geboten.

Auch das Gewand fällt unter den Kostenpunkt. Für ein teures Prachtgewand werden bis über 500 EUR bezahlt. Die meisten Gewandungsteile, wie z.B. Tuniken, Gürtel und Hüte, fallen aber mit unter 50 EUR weit weniger ins Gewicht. Die Devise lautet: Selber nähen ist kostengünstiger und sieht echter aus.

LarpWaffen aus Latex zum Kämpfen kosten von EUR 20,- für einen Dolch über EUR 30,- bis 120,- für Schwerter; von EUR 60 bis EUR 100 für Armbrüste. Wieder gilt: selber machen ist billiger (Schwert ca. 20 EUR) und die Waffen sehen individueller aus.

LarpRüstungen für FantasyLarp wiederum sind teuer. In der Regel zählt nur eine echte, d.h. Stahl- oder Leder- Rüstung als Schutz. Kettenhemden kosten von EUR 150,- aufwärts. Lederrüstungen fertigt man am besten selber an. Auch bei den Rüstungen gilt: Selbermachen spart meist Geld. Ihr benötigt aber keine Rüstung, um Spaß auf einem FantasyLarp zu haben.

Eine Sammlung mit Links zu "Bastelseiten" sowie einige Bastelanleitungen findet ihr in der LarpAusrüstung.

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Wie bekomme ich Kontakt zu Veranstaltern?

Im LarpWiki sind einerseits einige Larp Veranstalter vertreten die sich ausführlich vorstellen, andererseits findet Ihr eine große Auswahl an Hyperlinks auf die Internetseiten der verschiedensten Veranstalter. Siehe LarpGenres, LarpGruppen, LarpVereine oder LarpLänder.

Viele Veranstalter haben sich zu LarpKampagnen zusammengeschlossen. Eine Kampagne soll eine einheitliche Hintergrundwelt, mit vielen verschiedenen Ländern, bieten und so das Zusammenspiel der verschiedenen Veranstalter unterstützen.

Wie läuft ein solches Larp ab?

Natürlich ist ein jedes Larp anders, aber gewisse Punkte wiederholen sich.

Am Anfang steht das Einchecken, dort bekommt der einzelne Spieler von der SL (SpielLeitung) Informationen wie:

  • Hat er noch den Unkostenbeitrag zu bezahlen;
  • Über welche Fähigkeiten/Fertigkeiten verfügt der Charakter; (nicht mehr auf allen Cons der Fall / abhängig vom verwendeten Regelwerk)

  • Wo kann er schlafen;
  • Die Waffen werden auf ihre Sicherheit überprüft (nicht mehr auf allen Cons der Fall - siehe EigenverantwortlicherWaffencheck)

  • etc...

Ferner können gerade am Beginn eines Cons (Con von engl. convention = Zusammenkunft) Regelfragen abgeklärt werden. Wenn man erst einmal im Spiel ist, findet man häufig kaum Zeit, sich über diffizile Regeln zu informieren.

Nach dem Einchecken beginnt das eigentliche Spiel. Die Spieler schlüpfen in die Rollen ihrer Charaktere. In Spielen mit Mittelalter- bzw. Fantasy-Setting sollte möglichst alles vermieden werden, was an das 21. Jahrhundert erinnert (z.B. Armbanduhr, Handy, usw.).

Wenn das Larp langsam ausklingt, werden teils noch Formalitäten geklärt, teils reisen die Spieler einfach ab. Wenn Fragen zu gefundenen Gegenständen, zu besonderen Vorfällen etc. bestehen, kann man diese am besten am letzten Contag klären. Auch zum Austauschen von Adressen werden die letzten Augenblicke gerne genutzt.

Eine detailliertere Beschreibung findet sich unter ConAblauf.

Eine Sonderform der LARP-Con ist das sog. Mini-Larp, bzw. LARPi, das häufig für sehr kurze Spiele (<1 Tag) genutzt wird.

Wie werden Nahkämpfe simuliert?

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Der Nahkampf wird mit sogenannten Latexwaffen ausgetragen. Latexwaffen bestehen aus einem Fiberkernstab, der mit speziellem Schaumstoff gepolstert wird. Dieser Rohling wird in Waffenform geschnitten und mit farbiger Latexmilch angestrichen. Das Latex schützt den Schaumstoff. Diese Waffen ähneln Blankwaffen (d.h. echten Waffen), sind aber bei richtiger Anwendung ungefährlich.

Kämpfen mußt du natürlich selbst, gewisse Regeln dienen aber der Sicherheit aller am Kampf Beteiligter und sind deswegen bindend. So sind alle Schläge ohne Kraft auszuführen, Schläge auf den Kopf, in die Kniekehlen und auf den Hals sind üblicherweise genauso verboten wie sämtliche Stiche mit normalen Waffen. Körpereinsatz (Fäuste, Rempeln etc.) ist meist ebenfalls verboten.

Diese Regeln machen den Kampf im Liverollenspiel relativ unrealistisch, aber bedenke, was du sagen würdest, wenn dich dein Gegner mit einem Fußfeger auf den Boden schleudert und mit seinem Streitkolben in dein Gesicht schlägt. Wer Spaß daran hat, andere Spieler zu verprügeln, hat auf einem Liverollenspiel nichts verloren!

Wiederholte Verstöße gegen die Fairneß und Kampfregeln können vom Veranstalter mit Converbot geahndet werden. Ferner haftet Ihr für mögliche Schäden stets persönlich!

Du solltest beachten, daß die meisten Veranstalter nur echte Rüstung akzeptieren. Ein Kettenhemd aus Wolle mag zwar echt aussehen, schützt euch aber nicht, (jedes Monster wird dir dies gerne beweisen). Selbst geschmiedete Rüstungen mögen zwar nicht realistisch aussehen, werden aber als vollwertiger Ersatz für eine Plattenpanzerung akzeptiert.

Wie werden Fernkämpfe simuliert?

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Archaische Schusswaffen wie Bögen und Armbruste schießen tatsächlich Pfeile ab. Allerdings gelten auch hier strenge Sicherheitsregeln. So sind die Köpfe dieser "LARP-Pfeile" bzw. -Bolzen ähnlich wie die oben beschriebenen Latexwaffen mit Schaumstoff gepolstert und mit einem sogenannten "Durchstoßschutz" für den Schaft versehen. Der Schaumstoffkopf muss so groß sein, dass er nicht in die Augenhöhle eindringen kann. Außerdem besteht eine Zugkraftbegrenzung (in der Regel liegt sie bei 30 lbs), damit auch bei Unfällen (Schuss aus nächster Nähe) keine bleibenden Schäden beim Opfer bleiben. Archaische FeuerWaffen schiessen meist Schaumstoff-Tennisbälle, Ballisten grosse Bolzen nach obiger Bauart und Wurfmaschinen Schaumstoff-Fussbälle.

Modernere Feuerwaffen (z.B. im WesternLarp oder CyberpunkLarp) werden entweder mit NerfGuns oder Edison Guns dargestellt, die Schaumstoff- oder Weichgummiprojektile verschießen oder es wird auf ein abstraktes Regelsystem zurückgegriffen, ohne dass ein Projektil aus der Waffe austritt. Z.B. im WesternLarp reicht es aus, wenn ein in eine Fastnachtspistole oder Deko-Waffe eingelegtes Zündplättchen knallt.

Energiewaffen (z.B. Blaster oder Phaser im Science-Fiction Larp) greifen ebenfalls auf NERFguns, Edison Guns oder abstrakte Schusswaffenregeln ohne Projektil zurück.

Wie wird Magie simuliert?

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Magie wird ebenfalls simuliert.

Kampfmagie, wie z.B. ein Feuerball, wird meist durch Wurfgeschosse simuliert. Dazu eignet sich alles, was den Getroffenen nicht verletzt. Softbälle werden gerne genutzt. Tennisbälle allerdings sind ebenso ungeeignet wie Leder- oder Hartplastikbälle.

Ansonsten wird Magie durch Gesten, Sprache und teilweise durch Reagenzien oder elektronische Gadgets simuliert. Dies ist von der Art der Magie, dem Regelwerk auf dem das Spiel beruht und den Ideen des Magiers abhängig.

Jeder Magier sollte seine eigene Art des Zauberns entwickeln. Jede Spielleitung wird solche Ideen mit allen Kräften unterstützen. Frage einfach vor dem Spiel die SL, ob deine Sprüche und Ideen von ihnen akzeptiert werden.


Wichtige Begriffe im LARP werden im LARP-Glossar erklärt

Tipps für Einsteiger gibt es unter AnfangenMitLarp oder in handlicher Form zum Ausdrucken unter AnfängerBroschüre.

Siehe auch LarpKurzinfo


Credits: Allan Wegan, RalfHüls, Section31, LarpInfo larpinfo.png
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