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BrustPanzer

Der Brustpanzer

älteste Formen

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Älteste Formen der Rüstungen sind bei frühen indigenen Völkern zu finden. Alle Anfänge der Rüstungen greifen auf natürliche Produkte zurück. Man benutzte Baumrinde, das Fell oder Knochen und Hornteile der erlegten Jagdbeute. Die Weiterentwicklung der Rüstung zielte auf die Erhöhung der Festigkeit, gepaart mit größerer Bewegungsfreiheit. Das erreichte man durch Vervielfältigung der Einzellagen des Materials, durch Verstärkung mittels aufgelegter Horn-, Holz- oder Metallplatten, durch eine beweglichere Neben- und Übereinanderlagerung der Schuppen sowie Panzer aus Riemen- und Schnurgeflecht, aus Einzelstäbchen u.s.w. Abschließend wurde Metall verwendet. Von diesen frühen Formen der Rüstung gibt es Nachweise in der Form von Funden oder originalgetreue Nachbildungen in Museen.

  • Baumrindenpanzer mit Hornschuppenbelag bei den Bugi auf Sulawesi. Schön verzierte Baumrindenpanzer in Gestalt breiter Gürtel, die ungemein fest um die Taille geschnürt wurden, waren in Neuguinea üblich.

  • Baumwollene Kriegsröcke aus afrikanischen Gegenden Gourma, Dagomba und Mossi in Nordtogo mit aufgenähten, dicht aneinandergereihten, sehr festen Ledertäschchen.

  • Wattepanzer gab es in früherer Zeit in Amerika (Azteken etc.), aber auch im zentralen Sudan; aus Rattan.

  • Geflochtene Panzer werden an der Nordküste Neuguineas getragen

  • Panzer aus Kokosfasergeflecht auf den Gilbertinseln.

  • Stäbchenpanzer: In eine durch die kärglicher vorhandenen Hilfsmittel verursachte primitivere Nachbildung dieser japanischen Panzer aus Stäbchen und Scheiben von Walrosszähnen, Knochen, Holz etc. hüllten sich früher dann auch die Völker Nordostasiens und Nordamerikas.

  • Eine Zone von Fellkürassen zieht sich schließlich ostwestlich durch das äquatoriale Afrika vom Albert Nyanza bis zum Schari.

Gambeson

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Siehe auch:

Ein Gambeson (auch Gambison, franz. gambesson oder Stoffpanzer) ist ein textiles Rüstungsteil das entweder aus mehreren Lagen Leinentuchs bestand (dann auch Aketon genannt) oder mit verschiedenen Materialien, wie Rohbaumwolle, Stoffresten usw. ausgestopft war. Beide Versionen waren abgesteppt. Wie Experimente der ARMA (The Association for Renaissance Martial Arts) zeigen, konnte das Gambeson sogar vor Schwerthieben guten Schutz bieten, aber nicht vor Stichen.

Der Gambeson wurde von Rittern oder Reisigen als Bestandteil der Rüstung unter dem Kettenpanzer getragen, aber auch von Kriegsknechten, entsprechend dicker, als Primärrüstung.

Der Gambeson oder Sarrock wurde offenbar als Zusatzpanzerung auch über dem Kettenpanzer getragen. Besonders in Verbindung mit dem Kettenpanzer war der Gambeson offenbar durchaus ein wirksamer Schutz gegen die mittelalterlichen Fernwaffen (Bogen und Armbrust), besonders auf größere Entfernung. Bei modernen Beschußproben durchschlug der Pfeil oder der Bolzen zwar meist das Kettenhemd, blieb aber im Gambeson stecken.

Nachweisbar ab dem 15. Jahrhundert wurde der Gambeson oft durch die Brigantine (von Brigant: Kriegsknecht) ersetzt, hier wurden kleine Panzerplatten aus Metall oder anderen robusten Materialien zwischen den Stoff- oder Lederschichten eingenäht. Als Vorläufer dieses "Mittelweges" zwischen der Textilrüstung und dem Harnisch wird häufig der hochmittelalterliche Plattenrock angesehen.

(Quelle: Wikipedia)

Schuppenpanzer

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Ein Schuppenpanzer (franz. Jazeran oder Jaseran) ist eine Rüstung, die aus zahlreichen Metallplättchen besteht, welche auf einer festen Unterlage wie zum Beispiel Stoff oder Leder angebracht sind. Aus dem Schuppenpanzer entwickelte sich im Fernen Osten der Lamellenpanzer, der aus zahlreichen miteinander verbundenen Metallplättchen besteht, die nicht an eine feste Unterlage vernäht oder vernietet sind. Bei diesen beiden Rüstungstypen handelt es sich um die ältesten Arten von Metallrüstungen in der Geschichte der Menschheit.

Bereits die alten Ägypter verwendeten ungefähr seit dem 16. Jahrhundert v. Chr. Schuppenpanzer. Diese Schuppenpanzer bestanden aus zahlreichen Bronzeplättchen, die auf verstärkte Kleidung oder einen Lederpanzer genietet oder genäht wurden. Es gab sogar Schuppenpanzer, die aus gehärteten Lederplättchen bestanden, welche auf einen Leinenpanzer genäht wurden. Auch bei den alten Griechen wurden manchmal Schuppenpanzer benutzt. Zunächst aus Bronzeplättchen, nach dem Anbruch der europäischen Eisenzeit auch aus Eisenplättchen. Die Römer verwendeten ebenfalls den Schuppenpanzer, welcher von ihnen als Lorica Squamata bezeichnet wurde. Auch hier kam als Material sowohl Bronze als auch Eisen zum Einsatz. Eine Besonderheit der römischen Schuppenpanzer stellt die fischschuppenartige Form der Metallplättchen dar. Neben diversen anderen Rüstungsarten verwendeten die Römischen Legionen bis zum Untergang des Weströmischen Reiches Schuppenpanzer. In Byzanz wurde diese Rüstung danach weiter verwendet. Im Frühmittelalter, zur Zeit der Karolinger Franken, erlebte der römische Schuppenpanzer in verändertem Aussehen eine Renaissance. Er wurde vor allem von der Spezialeinheit der Panzerreiter verwendet. Das Aussehen dieser Rüstungen kennt man lediglich aus Schrift- und Bildquellen. Funde wurden bisher nicht gemacht. Im Hochmittelalter war nach weit verbreiteter Meinung der bewegliche Kettenpanzer die bevorzugte Metallrüstung der Ritter, doch wurden auch während dieser Epoche Schuppenpanzer verwendet, die leichter herzustellen und billiger waren als Kettenpanzer. Im späten Mittelalter kamen verschiedene Sonderformen des Schuppenpanzers auf, die allesamt deutlich erschwinglicher waren als ein Plattenpanzer und deshalb vor allem vom einfachen Fußvolk verwendet wurden. Als Beispiel sei hier die Brigantine genannt, die aus hunderten dicht übereinanderliegenden Eisenplättchen besteht, die zwischen zwei Textilschichten eingenäht und vernietet wurden. Eine Brigantine konnte gegen Armbrustbolzenbeschuss getestet werden.

Noch schneller als der Plattenpanzer verlor der Schuppenpanzer seine Existenzberechtigung. Erst im Ersten Weltkrieg wurde wieder verstärkt mit Rüstungen experimentiert, wobei auch Rüstungstypen erprobt wurden, die an Schuppenpanzer erinnerten - jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

(Quelle: Wikipedia)

Lamellenpanzer

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Als Lamellenpanzer bezeichnet man eine Rüstung, die aus zahlreichen miteinander verbundenen Metallplatten bzw. Metallleisten besteht.
Im Gegensatz zum Schuppenpanzer werden die Metallplättchen nicht auf einer festen Unterlage angebracht. Die einzelnen Platten waren meist von annähernd rechteckiger Form und wurden mit Fäden zusammengebunden. Dabei konnten sich die Platten teilweise überlappen. Der Lamellenpanzer entstand aus dem Schuppenpanzer und gehört genau wie dieser zu den ältesten Rüstungstypen aus Metall in der Geschichte der Menschheit. Die ältesten erhaltenen chinesischen Lamellenrüstungen stammen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. und schützten den gesamten Rumpf. Im Frühmittelalter übernahmen auch die Japaner die meist mit Lederbändern zusammengehaltenen Lamellenpanzer der Chinesen und entwickelten daraus eigene Formen.Die für die kurzärmeligen Panzer der Assyrer verwendeten Metallplättchen bestanden zunächst aus Bronze, doch seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. kamen Eisenplättchen zum Einsatz. Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. trugen die Assyrer Lamellenrüstungen, die bis zu den Knöcheln ragten.
Auch bei den Etruskern und Römern kamen derartige Rüstungen zum Einsatz, doch wurden diese durch die im 2. Jahrhundert v. Chr. aufkommende Kettenrüstung verdrängt. Der größte Vorteil des Lamellenpanzers war seine Flexibilität, doch wurde er darin von der Kettenrüstung übertroffen. Zudem konnte eine Stichwaffe das dichte Geflecht aus Eisenringen nicht so leicht durchdringen wie ein Stoß, der direkt zwischen zwei Plättchen eines Lamellenpanzers geriet. Seit der Spätantike waren Schuppen- und Kettenpanzer die wichtigsten Metallrüstungen in ganz Europa, bis sie im Spätmittelalter durch den vollständigen Plattenpanzer verdrängt wurden. Allerdings kam der Lamellenpanzer zwischen 950 und 1350 in Osteuropa und Byzanz wieder verstärkt zum Einsatz, im byzantinischen Militär setzte sich die Sonderform des Klibanion durch. Danach fand der Lamellenpanzer nur noch in Asien und im Orient in nennenswerter Zahl Verwendung, da er mit seinem relativ geringen Gewicht und der schwachen Hitzeentwicklung bei den dortigen klimatischen Bedingungen eine geeignete Rüstung darstellte. Im Orient lässt sich die Nutzung dieses Rüstungstyps bis in das 16. Jahrhundert verfolgen.
Bei den eurasischen Reitervölkern (Hunnen, Awaren, Petschenegen, Polowezer) und den Mongolen war die Lamellenpanzerung das ganze Mittelalter hindurch besonders beliebt. Bei ihnen wurden auch Helme aus Lamellen gefertigt (Lamellenhelm).

(Quelle: Wikipedia)

Klibanon

Ein Klibanion war aus langgezogenen bis beinahe quadratischen Lamellen zusammengesetzt, die meist aus Metall, manchmal aber auch aus Horn oder Leder bestanden. Diese waren mit den benachbarten Lamellen über und neben ihnen durch Draht oder Lederschnüre verwoben, die durch kleine Löcher in den Platten führten, und bildeten so ein selbsttragendes und relativ starres Geflecht. Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem gewöhnlichen Schuppenpanzer ist der Umstand, dass die Lamellen des Klibanion sich nach oben öffnen und nicht nach unten. Außerdem fehlte ihm die für die meisten Schuppenpanzer typische Lederunterlage, auf welche die Schuppen aufgebracht werden.
Der Klibanion stellt einen recht guten Kompromiss zwischen Beweglichkeit und optimalem Schutz dar. Zwar bietet er einem Angriff nicht so starren Widerstand wie etwa ein Plattenpanzer, jedoch ist er steif genug, um größeren Schutz zu bieten als ein Kettenpanzer. Ein weiterer Vorteil ist seine Luftigkeit, die sich ganz besonders im heißen Klima Syriens und Kleinasiens bemerkbar gemacht haben dürfte. Vermutlich war er auch in der Herstellung wegen der relativ wenigen Teile und der einfachen Zusammensetzung verhältnismäßig preiswert. Wegen seiner relativ geringen Flexibilität wurde diese Panzersorte meist nur an Brust und Bauch getragen (d.h. als Küraß) und besaß in der Regel keine Ärmel, die Glieder und der Kopf wurden durch andere äquivalente Panzerung geschützt. Im byzantinischen Heer scheint zum Schutz der Gliedmaßen eine dem Klibanion ähnliche Röhre aus Metallleisten üblich gewesen zu sein, die ebenfalls durch Draht o.ä. zusammengehalten wurde. Gerne kombinierte man den Klibanion mit Leder- oder Stoffütterung oder auch mit Kettenpanzern an den beweglicheren Zonen des Körpers, und oft wurde ein Klibanion über einem Kettenpanzer getragen. Der Panzer war offenbar sowohl bei der schweren Infanterie als auch bei der schweren Kavallerie weit verbreitet und gehörte zu den Standardausrüstungsgegenständen der byzantinischen Armee. Illustrationen legen nahe, dass die gepanzerten Schabracken für die Pferde der byzantinischen überschweren Kavallerie (Kataphrakten und klibanophoroi) dem Klibanion in ihrer Machart ähnelten. Der Klibanion blieb offenbar bis zum Spätmittelalter in Gebrauch.

(Quelle: Wikipedia)

Ringpanzer

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Siehe dazu auch:

Als Kettenrüstung oder Kettenpanzer (auch: Ringelpanzer oder Panzerhemd; lateinisch lorica hamata) bezeichnet man eine Rüstung, die aus zahlreichen – feuergeschweißten bzw. vernieteten – ineinander verflochtenen kleinen Metallringen besteht.

Früheste Nachweise sind bisher aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. bezeugt.

Die vielen kleinen Bestandteile der Kettenrüstung absorbieren die meisten Schläge und Stöße durch Waffen wie beispielsweise das Schwert, und wurden im Hochmittelalter dadurch zur gängigsten Körperpanzerung.

Der Begriff „Kettenhemd“ ist modernen Ursprungs und wird heute meist nur noch von populärwissenschaftlichen Autoren und umgangssprachlich verwendet. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch bevorzugt man die historisch korrekte Bezeichnung „Ringpanzerhemd“.

Eine komplette mittelalterliche Kettenrüstung, die einen Großteil des Körpers schützte, bestand aus mehreren zehntausend Stahlringen, die miteinander vernietet wurden, um ein Aufplatzen der Ringe – etwa durch Pfeilschüsse – zu erschweren. Deshalb war es äußerst aufwändig, eine solche Rüstung herzustellen, was sich auch im Preis widerspiegelte. Eine Kettenrüstung konnte so viel kosten wie mehrere Dutzend Rinder, weshalb es sich zunächst nur wohlhabende Adlige – und manchmal auch Geistliche – leisten konnten, eine solche Rüstung zu erwerben. Die Hersteller von Kettenrüstungen wurden in Deutschland Panzermacher oder Sarwürker genannt.

(Quelle: Wikipedia)

Plattenrock

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Siehe auch:

Der so genannte Plattenrock (auch veraltet: Spangenharnisch) entstand vermutlich im Verlaufe der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus dem Plâten. Der Plâten entstand ebenfalls erst im 13. Jahrhundert, als der Schutz, den eine Kettenrüstung bot, alleine nicht mehr ausreichend war, vermutlich insbesondere unter den Erfahrungen des zunehmenden Einsatzes von Fernwaffen (Bogenwaffen).

Ein Plattenrock bestand aus mehreren überlappenden oder nebeneinander angebrachten Eisenplatten, die an der Innenseite eines Überwurfes angebracht wurden und schützte auf Grund seiner starren Form nur den Torso.

Als Träger kommen verschiedene Materialien in Frage, darunter Leder, oder festes Tuch aus z. B. Leinen. Spätere Nachfolgertypen, die Brigantinen oder Corrazine, weisen eher Leinen auf. Als Deckstoff kam vermutlich ein höherwertes Tuch zum Einsatz, z. B. Seide oder Seidensamt. Die Platten wurden mittels Nieten, die entweder aus Eisen sein konnten, oder, wie auch Darstellungen nahelegten, aus Buntmetall, inwandig auf den Träger aufgenietet.

Durch die teilweise Überlappung und die starre Anordnung auf der Innenseite des Trägermaterials war sichergestellt, dass keine angreifbaren Lücken entstanden. Diese Niete waren von außen gut zu sehen und nicht selten mit kunstvoll gestalteten Köpfen versehen.

Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickeln sich einerseits die Brigantine mit deutlich kleineren Platten, andererseits der Plattenpanzer, welche im Laufe der Zeit den Plattenrock vollständig ablösen.

(Quelle: Wikipedia)

Lentner

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Der Lentner oder Lendner (ugs. auch Corrazina) ist eine taillierte, gepanzerte Schutzweste, die nach der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts allmählich den etwas plumpen Plattenrock verdrängte und einen Vorläufer der Brigantine darstellt. Beschreibung

In einem taillierten, den Rumpf abdeckenden Gewandteil aus zumeist Leder mit Seiten- oder Rückenschließung sind innen mehrere überlappende Eisenplatten eingearbeitet. Deren Nietköpfe sind nach außen sichtbar und dienen zugleich als Dekorationselement. Die Rüstung ist zwar nicht ganz so massiv wie ihre Vorgänger, verschafft jedoch dafür mehr Beweglichkeit und nicht zuletzt mehr modische Gestaltungsmöglichkeiten. Die Herkunft des Begriffs selbst ist nicht gesichert, jedoch wird eine Ableitung von Leder, dem Hauptwerkstoff, vermutet. Andere Autoren leiten den Begriff von der mittelhochdeutschen Bezeichnung des Lendengürtels ab (lendenir), an dem die Beinlinge aus Ringgeflecht (Isenhosen) befestigt waren. Eine deutliche Abgrenzung des Lentners von den verwandten Konstruktionsarten Plattenrock und Brigantine ist nicht immer möglich. Die körperbetonte Form des Lentners bedingte jedoch die Verwendung wesentlich kleinerer Panzerplatten als beim Plattenrock. Eine derartige Panzerung dürfte also deutlich teurer gewesen sein, machte den Krieger dafür jedoch wesentlich beweglicher als die plumpe ältere Rüstungsform. Im deutschen Sprachgebiet war der Brustbereich eines Lentners manchmal durch eine außen angebrachte ovale Brustplatte verstärkt.

(Quelle: Wikipedia)

Brigantine

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Brigantine von Innen

Unter einer Brigantine verstand man eine Art Schuppenpanzer, die seit dem 14. Jahrhundert gebräuchlich war und sich aus dem Lentner, einer späten Form des Plattenrocks, gebildet hat. Beschreibung

Die Brigantine bestand aus zahlreichen Metallplättchen, oft zum Schutz verzinnt, die unter eine Lage Stoff, festem Leinen oder auch Samt genietet wurde. Die Nietköpfe die an der Außenseite des Oberstoffes sichtbar wurden, bilden das typische Aussehen der Brigantine. Oft waren diese Nietköpfe in Dreiergruppen angeordnet und verziert. Da die Plättchen in verschiedenen Größen gehalten waren und in unterschiedlicher Ausrichtung vernietet wurden, garantierte die Brigantine eine gute Kombination aus Beweglichkeit und Schutz - nicht so starr wie ein Plattenpanzer, aber auch nicht so durchlässig wie ein Kettenhemd.

Eine spätere Form der Brigantine ist der englische Jack of Plates, ein Steppwams, das zudem noch eingenähte Metallplättchen aufwies.

(Quelle: Wikipedia)

Brustpanzer aus Stahl

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Eine der beliebteren Rüstungen im LARP und in einer großen Bandbreite erhältlich. Realhistorisch hat sich diese Art des Brustpanzers erst sehr spät - nämlich gegen Ende des 14. Jahrhunderts aus dem PlattenRock entwickelt. Zu dieser Zeit waren neben Langbogen und Armbrust auch Feuerwaffen, wie z.B. das Handrohr üblich geworden und die Brustplatte war eine Reaktion auf diese Bedrohung.

An sich ist so ein Brustpanzer einfach zu beschreiben: es handelt sich um ein Blech das man sich vor die Brust schnallt. Die meisten im LARP üblichen Stücke sind vage an gotische Brustpanzer wie diesen angelehnt. Die ebenfalls zu der Zeit weit verbreitete Mailänder Form, die allerdings immer fest mit dem Rücken verbunden war, scheint im LARP dagegen nur sehr selten vor zu kommen. Ebenfalls Exoten sind maximilianische Harnische oder Trabharnische. Wirkliche Fantasy-Stücke die sich nicht an einem historischen Fund orientieren kommen auch eher selten vor. Eine gewisse Verbreitung haben Brustpanzer nach antikem Vorbild die eine Bauch- und Brustmuskulatur zeigen, die dem Besitzer meistens eher schmeichelt.

Üblicherweise ist die Brustplatte aus einem einfachem Baustahl hergestellt, für LARP-Rüstungen üblicherweise gerollt oder gebogen, was den Anforderungen, wenn es richtig gemacht ist völlig genügt. Getriebene Stücke sind eher selten, aber dennoch zu finden. Andere Materialien sind ebenfalls kaum anzutreffen, was ein wenig überrascht angesichts der amerikanischen und ukrainischen Anbietern von Edelstahlrüstungen.

Qualitätsmerkmale

  • Schwachstellen (je weniger ungeschützte Körperfläche eine Rüstung "übrig" lässt, umso besser schützt sie den Träger)

  • Bewegungsfreiheit (was nützt eine tolle Rüstung, wenn man sich darin nicht mehr vernünftig bewegen kann)

  • Materialstärke (man sollte die Teile von Hand nicht verbiegen können)

  • Passform (passende Rüstung ist wesentlich angenehmer zu tragen als unpassende)

  • Kantenschliff bzw. Umbördelung (wir wollen die Polsterwaffen unserer Spielpartner ja nicht beschädigen)

  • Geschübe (wenn vorhanden) (sollten leichtgängig sein)

  • Politur (je feiner der Schliff, umso edler wirken die Teile)

  • Nieten (überstehende Grate und scharfe Kanten machen Polsterwaffen und Gambeson bzw. Rüstwams unnötig kaputt)

Alternative Materialien

  • Leder (das sollte dann natürlich möglichst dick und hart sein, um auch nach "Rüstung" auszusehen.)

  • Linothorax ( aus vielen verleimten Stoffschichten aufgebaut)

  • Bronze (realhistorisch bei antiken Muskel-Panzern nachgewiesen - im LARP jedoch kaum zu finden)

  • Messing (relativ weich und pflegeintensiv, jedoch poliert ein echter Hingucker)

  • Holz (als improvisierte Rüstung mit eher zweifelhaftem Schutzwert - auf Con bisher nahezu unbekannt)

Sonstiges

Die "Wichtigkeit" eines Brustpanzers im LARP ist umstritten:

Pro:

  • eine Rüstung ohne Torsoschutz wirkt immer unvollständig
  • ohne einen solchen Panzer bleibt ein großer Teil des Körpers ungeschützt
  • realhistorisch war eine Verletzung des Torsos ungleich gefährlicher, als eine Verletzung der Extremitäten (Arme,Hände, etc.)
    • real droh(t)en Infektionen, Organverletzungen und innere Blutungen, an denen der Patient mehr oder weniger schnell und qualvoll versterben kann (bzw. konnte).

Contra:

  • Torsotreffer sind im LARP-Kampf selten
  • auch schwere Verletzungen sind im LARP schnell "verheilt" (Heiltrank, Verband drauf, etc.)
  • Infektionen, innere Blutungen und Organverletzungen treten im LARP auch bei Torsowunden praktisch nie auf


Zu einem Brustpanzer gehört nahezu immer ein Helm. Für einen Brustpanzer aus Stahl, in Anlehnung an das Design des ausgehenden 14. Jahrhunderts passt z.B. ein Schaller, während zu einem Kettenhemd eher ein Topfhelm und zu einem antiken Muskelpanzer eher ein korinthischer Helm passt. (Meinung von RickS.)

Siehe auch:


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UnbekannterAutor
Ergänzt von RickS. am 25.03.13; 18.07.13


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