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HistorischeRüstungen

Historische Rüstungen

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Wer sich mit seinem Rüstkonzept an historische Vorbilder anlehnt kann eigentlich nicht viel falsch machen, ebensowenig wie der der sich beim HdR o.ä. bedient. Der einfache Abriss hier soll auf der Basis der Arbeiten von Lehnart einen ersten Anhalt geben, ohne jeden Anspruch auf historische Unbedingtheit. Ich entschuldige mich im Voraus für die Verallgemeinerung, die fehlenden Quellenangaben, und bitte jeden um Korrektur der etwas beizutragen hat.

Vielleicht ebenfalls interessant ist die RüstungsHerstellung.

Gegebene Links sollen Beispiele für Optik bzw. Bezugsquellen darstellen, keinesfalls konkreten Kaufempfehlungen.

Da es gerade bei etwas "späteren" historischen Rüstungen (14./15. Jhdt.) zum Teil sehr deutliche regionale Unterschiede gab kategorisiere ich das ganze mal nicht nach historischen/zeitlichen Angaben, sondern eher nach "Archetypen", besonders auch da nicht einmal die Definition z.B. von "Hochmittelalter" einheitlich zu sein scheint.

Vorlagen für solche "Archetypen" findet man z.B. bei: Racine, sowie bei: Braun & Schneider

Archetyp: Karl der Große (Karolinger)

http://www.cs.usu.edu/~watson/bartholomew/frenchArmor/1d.jpg

Archetyp: Romanischer Ritter

http://www.cs.usu.edu/~watson/bartholomew/frenchArmor/1c.jpg

http://www.cs.usu.edu/~watson/bartholomew/frenchArmor/1h.jpg

Archetyp: Normanne (Wikinger)

  • Gambeson
  • Kettenhemd mit angesetzten Handschuhen und angesetzter Haube
  • Großschild, tropfenförmig
  • Helm mit Nasal
  • Schwertscheide, wenn möglich unter dem Kettenhemd getragen

Archetyp: Hochmittelalterlicher Ritter oder Typ Kreuzfahrer

Der gepanzerte Krieger oder Ritter trägt, über dem unter der Rüstung herausschauenden sehr langen Gewand (ähnlich einem Wappenrock), unter der Rüstung einen oft ungefärbten langen, langärmligen, längsgesteppten Gambeson bis zu den Knien. Die eigentliche Rüstung bildet ein langes, langärmliges Kettenhemd. Als Kopfschutz über der gepolsterten Bundhaube (Bsp. ?) eine Kettenhaube und darüber einen einfachen Nasalhelm, der aber in den Wappenfarben bemalt sein kann. An den Händen sind Kettenfäustlinge. Die Beine hingegen sind mit Kettenbeinlingen (Bsp. Omas Truhe geschützt die an einem eigenen, unter Kettenhemd, Gambeson und Wappenrock getragenen Gürtel befestigt werden. Der Ritter zeigt seinen Stand durch tragen von Sporen, sein Wappen prangt auf dem Schild. Wappenröcke über der Rüstung sind dazu nicht passend. Alternativ zum einfachen Nasalhelm geht auch ein einfacher Topfhelm oder Nasalhelm mit festem Visier (barbiere) anstelle eines einfachen Nasenstegs, oder selbst ein Eisenhut. An der Rüstung selbst ändert sich etwas später wenig, nur trägt man dann auch einen großen geschlossenen Topfhelm über der Kettenhaube, und einen - möglichst gefütterten - Wappenrock über der Rüstung. Der Wappenrock ist fast immer an den Seiten geschlossen oder verschliessbar, und vorne/hinten geschlitzt oder offen. Statt dem langen Untergewand tut es dann Dank des aussen getragenen Wappenrockes auch ein einfaches Leinenhemd.

  • Highlights:
  • langes Untergewand
  • Langer, langärmliger, längsgesteppter Gambeson mit Kragen
  • Kompletter Kettenpanzer
  • (Optional: Gefütterter Wappenrock)
  • Keine Plattenteile
  • Nasalhelm, "einfacher" Topfhelm, Visierhelm

Archetyp: Hoch- bis Spätmittelalterlicher Ritter (1250 - 1350)

Die ersten Plattenteile werden verwendet. Das erste und wichtigste Teil ist die Beinschiene aus Metall oder gehärtetem Leder über dem Kettenbeinling, sowie auch ein innen mit einzelnen Platten belegter Wappenrock über dem Kettenhemd, alternativ ein Schuppenpanzer (Bsp. Vajk (ToterLink, 2013-03-04)) zwischen Kettenhemd und Wappenrock (da man Plattenröcke in dieser Form praktisch nirgends kaufen bietet sich als Alternative für's LARP noch der Lentner, eine Art Vorläufer der Brigantine - das ist zwar nich völlig authentisch, ergibt jedoch optisch durchaus den entsprechenden Eindruck). Es kommen nach-und-nach mehr Plattenteile hinzu: Plattenhandschuhe, gehärtete Lederarmschienen oder Lederarmschienen mit aufgenieteten Metallschienen und einzelne Ellbogenkacheln (Bsp. Battleheat), Kniekacheln (Bsp. Vajk (ToterLink, 2013-03-04)), sowie Schwebescheiben für die Armbeuge.

  • Highlights:
  • Langer, langärmliger, längsgesteppter Gambeson mit Kragen
  • Kompletter Kettenpanzer
  • Plattenrock, Lentner oder Schuppenpanzer zwischen Kette und Wappenrock
  • Gefütterter Wappenrock
  • Plattenteile: Beinschienen, Plattenhandschuhe, Ellbogen- und Kniekacheln, Armchienen
  • "Großer" Topfhelm, Kübelhelm, EisenHut, Beckenhaube

Archetyp: Ritter Spätgotik - Übergang vom Kettenpanzer zum Plattenharnisch (1350 -1450)

Die Rüstung nimmt langsam die Formsprache der gotischen Kunst auf, Wespentaillie und getriebene Plattentteile kommen auf. Die Beinschienen und Kniekacheln entwickeln sich zum kompletten, aber noch einfachen Beinzeug (d.h. Oberschenkel hinten offen, Oberarme innen offen). Einfache Plattenarme sind noch mit kleinen oder ohne Muscheln (Bsp. Battleheat). Beckenhauben und Hundsgugel ersetzen die früheren Helmformen, und es tauchen die ersten kleinen Metallschulterstücke auf. Der langärmlige Gambeson ist vorne offen.

  • Highlights:
  • Langer, langärmliger, längsgesteppter Gambeson mit Kragen
  • Kompletter Kettenpanzer
  • Plattenrock, Lentner oder Schuppenpanzer zwischen Kette und Wappenrock
  • Gefütterter Wappenrock
  • Plattenteile: Plattenhandschuhe, Beinzeug, Armzeug, einfache Schulterplatten, Kugelbauch
  • EisenHut, Beckenhaube, Beckenhaube mit Visier, Hundsgugel

Archetyp: "Waffenknecht" (Söldner, Soldat)

Ein einfacher Waffenknecht: Gambeson bis Knielang, rautenförmig gesteppt, Helm Eisenhut Späte auch mit einzelnen Rüstungsteilen. z.B. vorgeschnallte Brust. Wohlhabender Waffenknechte: ähnlich wie Ritter.

Alternativ: Einfache Kleidung (Wams und Schamlatzhose), dazu Helm (Eisenhut oder Schaller) und vorgeschnallte Brust sowie Panzerhandschuhe.

Archetyp: Spätgotischer Ritter - Voller Plattenharnisch (ab 1450)

Die klassische LARP-"Volldose" Vajc (ToterLink, 2013-03-04). Der Kürass, d.h. Rumpfpanzer mit Brust- und Rückenplatte, ersetzt den Plattenrock, Lentner oder Schuppenpanzer. Die einfachen Schultern erhalten zusätzliche Segmente (Bsp. Vajc (ToterLink, 2013-03-04)). Die Platte wird in Kombination mit Kettenteilen getragen. Diese Plattenrüstung wird mit oder ohne Wappenrock getragen.

Zur selben Zeit wird in Italien ein äußerlich völlig unterschiedlicher Stil gefertigt, der Mailänder Stil, der sich durch große flächigere Aufteilung auszeichnet. Schmuck durch Grate, kannelierungen und Ornamente sind hier völlig unüblich, dafür bedeckt der Mailänder Harnisch den Träger viel vollständiger und ist zudem durch aufsetzbare Verstärkungsstücke noch zusätzlich geschützt.

  • Highlights:
  • Nur wenig gefüttertes Rüstwams, an dem das Armzeug festgenestelt wird.
  • Kettenpanzer nur noch an Stellen ohne Platte, oder "drunter"
  • Plattenkürass über oder anstatt Kettenpanzer
  • Gefütterter Wappenrock
  • Plattenteile für den ganzen Körper
  • Schaller, Barbuta, EisenHut, Armet

    • Hmm. Hundsgugel und Beckenhaube sind so um 1380. Das würde ich als "übergang zur Spätgotik bezeichnen. Was tu ich dann mit meinem Spätgotischen Harnisch? (Ab ca. 1450) http://www.traditionelle-events.de/ritterruestungen/mib_0001.jpg (ToterLink, 2013-03-04). Typische Helme wären dann Schaller, Barbuta und Armet. Geschobene Kürasse, komplette Plattenpanzer und Kannelierungen sind schon da "in" nebenbei. Was dafür bei Maximilian wäre sind sogenannte "Riefelharnische" http://www.traditionelle-events.de/ritterruestungen/mib_0003a.jpg (ToterLink, 2013-03-04) und die geschobenen Beintaschen. -- SeeGras, 21.02.2004

      • Ich pass es einfach mal an; die alte version ist ja dann immer noch verfügbar. Nebenbei: Spätmittelalter ist ca 1350-1493. D.h. dein "übergang" und die spätgotik fallen beide da rein. -- SeeGras, 23.02.2004

        • Problem ist hier, das mit dem Begriff eines gotischen Harnischs eben der volle Plattenharnisch aus süddeutscher Fertigung nach 1460 gemeint ist. Also ohne Kastenbrust und Tonnenrock. Das die Gotik als Kunstepoche weitaus länger dauert und somit soagr die Rüstung um 1200 eine gotische ist macht das eben kompliziert. Ich habe mir daher mal erlaubt die Überschrift zu ändern. Übrigend zum Rüstwams, gerade spätere Harnische wurden auch nicht auf Gambeson sondern nur auf einem ungesteppten Rüstwams getragen. Von wegen Wespentaillie und so. AndrejPfeifferPerkuhn

Archetyp: Maximilian/Rennaissance

Entwicklung der fortschrittlicheren, teilweise vollkommen geschlossenen Plattenpanzer. Mit großen Schultern, Brechkanten, innen geschlossenen Gelenken, Riefelungen (versteifende Ziergrate, z.b. Vajc (ToterLink, 2013-03-04)), geschobenen Beintaschen, usw. Wird üblicherweise ohne Wappenrock getragen.

  • Highlights:
  • Riefelungen
  • "Geschobene" (d.h. mehrteilige) Beintaschen.
  • Komplette Plattenpanzer
  • Brechkanten an den Schultern
  • Ohne Kette getragen
  • Helme: Armet, Maximilianshelm, SturmHaube/Bourgonet, Morion

Archetyp: Landsknecht

Vgl. Landsknecht

Wer Geld hat, kann Spätgotische oder Maximilianische Harnische tragen. Dann meistens ohne Beine. Für die weniger betuchten Brustplatte und evtl. Armschutz in Kettenform (Jack-chains). Alternativ ein geschlitzter Lederwams dessen Vorderseit bis über die Knie geht. Helme, Früh: Schallern und Tellerhelme. Spät: Landknechtshelme oder Morions.

(Bsp. Eysenkleider, Katzbalger (ToterLink, 2013-03-04))

Archetyp: Samurai


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