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SoftAir

Dieser Artikel ist seit der Änderung des deutschen Waffengesetzes im März 2008 nicht mehr aktuell!

Softair

Auch bekannt unter der Bezeichnung "Airsoft" (wegen der vorbelasteten Abkürzung "SA").

Inhalt

Was sind Softair-Waffen?

"Unter "Soft-Air-Waffen" werden Schusswaffen mit geringer Energie verstanden, die für Spielzwecke entwickelt, gebaut und verwendet werden. Sie können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Unter anderem ABS-Kunststoff, aber auch realistische Materialien wie Stahl, Holz, Nylonfiber etc pp. Manche sind in ihre Einzelteile zerlegbar, was teilweise auch ein Tuning der Leistung ermöglicht. Die Waffen werden mit verschiedenen Antriebsarten angeboten. Bei Federdruckwaffen muss nach jedem Schuss erneut repetiert werden und Waffen mit elektrischem Antrieb (AEG=Automatic Electric Gun oder S-AEG=Semi-Automatic Elecric Gun) oder Gaswaffen (GBB=Gas Blow Back oder NBB=Non Blow Back) ermöglichen voll- oder halbautomatischen Feuermodus, wobei es hierzulande nur halbautomatische GBBs/NBBs zu kaufen gibt.

Die Bezeichnung "Softair" ist etwas irreführend, denn es gibt Waffen, die alles andere als "soft" sind. Die Waffen werden zur Zeit (05/2005) in drei Kategorien gemäß ihrer Mündungsenergie eingeteilt: <0,08 J; 0,08-0,5 J; 0,5-7,5 J. Je nachdem ergeben sich laut Gesetz andere Einschränkungen in der Verwendung.

Die meisten Softair-Waffen sehen täuschend echt aus. Also baut keinen Mist, wenn euch jemand damit sieht! Damit post man nicht in der Öffentlichkeit herum. Besonders wenn euch ein Polizist sieht, könnte er auf den Gedanken kommen, dass ihr eine scharfe Waffe benutzt, und dann wird er wiederum seine scharfe Dienstwaffe ziehen...

(Links das Original, rechts Softair)

Waffentypen

weniger als 0,08 J

Die Änderung des deutschen Waffengesetzes vom 01.04.2003 hat für "Spielzeugwaffen" eine Geschossenergie von 0,08 J als Obergrenze festgelegt. Das heißt, so gut wie alle Softairwaffen fielen seitdem unter das verschärfte Waffengesetz. Die Spielzeugindustrie hat darauf reagiert und die Geschossenergie ihrer Produkte auf 0,08 Joule begrenzt. Solche Waffen sind auf den Verpackungen extra gekennzeichnet. Desweiteren gibt es für diese Waffen nur noch Kugeln mit 6 mm Durchmesser. Dadurch ergibt sich eine geringere Reichweite der Waffe, welche bei einigen Modellen durch ein sogenanntes "Shoot-Up" oder "Hop-up" System kompensiert wird. Im Prinzip wird dabei durch einen Gummi im Lauf das Geschoss in eine Drehung versetzt, wodurch sich die Reichweite und Treffsicherheit erhöht. Bei all diesen Waffen handelt es sich um SpielzeugWaffen, die nach den neuen Waffengesetz vom 11. Oktober 2002 (Anlage 2, Abschnitt 3, Unterabschnitt 2, Nr. 1) vom Waffengesetz ganz ausgenommen sind, da auch ihre Schusseinergie nicht zu steigern ist.

Dadurch ergeben sich bei ihnen folgende Änderungen:

  • Der Erwerb dieser Waffen ist ohne Altersbegrenzung frei.
  • Das Führen ist generell ohne Waffenschein erlaubt.
  • Jedoch dürfen auch solche Spielzeugwaffen NICHT in der Öffentlichkeit geführt werden, wenn sie Nachbildungen realer Schusswaffen sind (§42a/I WaffG).

weniger als 0,5 J

Auf Druck der europäischen Spielzeugindustrie hat das Bundeskriminalamt am 18.06.2004 in Form eines Feststellungsbescheides und mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom 03.07.2004 die Energiegrenze für Spielzeugwaffen von 0,08 J auf 0,5 J erhöht. Siehe

Alle Softairwaffen mit einer Energie von weniger als 0,5 Joule zählen damit wieder zu den "Spielzeugwaffen", die man ab 14 Jahren erwerben und frei führen darf. Es ist auch kein Stempel des Beschussamts (F im Fünfeck) notwendig. Die an den deutschen Markt angepassten Waffen mit weniger als 0,08 J gibt es aber weiterhin (s.u.). Allerdings gilt auch hier weiterhin: wenn ein Renter die Polizei ruft, wird diese erstmal von scharfen Waffen ausgehen.

Außerdem könnte die Grenze von 0,5 J in Zukunft im Rahmen einer "europäischen Gesetzesharmonisierung" wieder gesenkt werden. Im Feststellungsbescheid steht ausdrücklich "... wird bis zu einer Angleichung des Waffenrechts die Energiegrenze [...] auf 0,5 J festgelegt". Auch hier gilt nach §42a/I, 53/I Nr. 21a WaffG ein Führverbot in der Öffentlichkeit. Es handelt sich hier um eine Ordnungswidrigkeit.

mehr als 0,5 J

Alle Softairwaffen, deren Geschossenergie über 0,5 J liegt, werden als Schusswaffe eingestuft und müssen von einem Beschussamt oder Eichamt (z.B. der PTB in Braunschweig) beschossen worden sein. Sie müssen ein amtliches Beschusszeichen tragen (F im Fünfeck) und dürfen nur maximal halbautomatisch schießen, ansonsten handelt es sich um eine illegale Waffe und damit einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Die maximale Geschossenergie darf 7,5 J betragen. Der Erwerb und Besitz dieser Waffen ist ab 18 Jahren erlaubt. Das Führen dieser Waffen ist in der Öffentlichkeit ohne Waffenschein streng verboten! Es handelt sich hier um eine Straftat gemäß §52 WaffG! Das Transportieren in einem (mit Schloss) verschlossenem Behältnis ist kein Führen.

Munition

Als Geschosse werden Kugeln mit einem Kaliber von 6 mm verwendet. Sie bestehen aus Hartplastik, Aluminium oder flüssigkeitsgefüllter Gelatine (Farbkugeln). Es gibt Kugeln von 0,1 - 1 Gramm.

Es gibt auch alte Waffen mit Kaliber 5,5mm, aber Munition ist kaum noch erhältlich, die Waffen werden nicht mehr hergestellt. Der Besitz ist somit skeptisch zu betrachten: Eine zeitlang waren diese Waffen komplett illegal - wo kommen sie jetzt her?

Features

Hop-Up System

Ein sogenanntes "Hop-Up-System" dient zur Flugbahnstabilisierung der Kugel und wirkt sich positiv auf Reichweite und Treffergenauigkeit aus. Es beruht auf dem einfachen Spin-System. Bei einer Rundkugel würde ein normaler gezogener Lauf nichts nützen, daher wird der Kugel ein Backspin (wie im Tennis ein Slice) vepasst, der die Rundkugel gerader fliegen lässt. Bessere Modelle haben ein Adjustible Hop-Up. Das Prinzip beruht darauf, dass oben am Laufanfang ein Gummiwiderstand angebracht ist, der die Kugel oben abbremst und damit einen Backspin bewirkt. Beim Adjustible Hop-Up kann man den den Gummi auf und ab bewegen und die "Bremswirkung" beeinflussen. Bei manchen Herstellern auch "BAX"-System genannt.

Vor- und Nachteile von Softair-Waffen im LARP

Pro

  • Aufgrund ihrer Optik muss man sich nicht mit SpielzeugWaffen wie z.B. NerfGuns abgeben sondern hält "the real thing" in der Hand (auch vom Gewicht her).

  • Es tritt tatsächlich ein Projektil aus der Waffe, mit dem man jemanden - auch über größere Entfernung - treffen kann.
  • Die Einweg-Munition ist billig und größtenteils biologisch abbaubar (nicht nur die sogenannten "BioBBs", sondern auch normale Kugeln bauen sich über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren ab). Aufsammeln von verschossener Munition ist somit in der Natur überflüssig und es tritt keine Umweltverschmutzung auf.

Contra

  • Die Softairs dürfen zwar frei erworben werden, jedoch ist das Führen dieser Waffen in der Öffentlichkeit in Deutschland gesetzlich verboten (§42a bzw. §52 WaffG). Wer von der Polizei beim Führen einer Softair in der Öffentlichkeit erwischt wird, begeht unter Umständen eine Straftat. Ein Verstoß gegen das Waffengesetz ist kein Kavaliersdelikt! Dabei ist unerheblich, ob die Waffe geladen ist. Man benötigt um dem zu entgehen also ein befriedetes Gelände. Zudem dürfen die Projektile unter keinen Umständen das Gelände verlassen.

  • Die Geschossenergie von Softairwaffen beträgt in der Regel zwischen 0,1 - 3 Joule. Bei einem Treffer ins Auge kann es daher zu gefährlichen Verletzungen, um nicht zu sagen Verlust, kommen. Das Tragen von tauglichen Schutzbrillen beim Gebrauch von Softair-Waffen sollte vom Veranstalter zwingend vorgeschrieben werden, wie es auf normalen Airsoft-Spielen auch üblich ist. Sonnenbrillen oder Fensterglasbrillen konnen keinesfalls eine Schutzbrille ersetzen. Abgesehen davon, dass sie nicht stabil genug sind, sind sie in den meisten Fällen auch noch seitlich offen. Empfehlungen: http://www.airsoft-faq.de/wiki.pl/Schutzbrille (ToterLink, 2012-09-16)

Zusammenfassung

http://www.landkreis-heilbronn.de/lra/formular/50/softair.pdf (ToterLink, 2012-09-16)

Vorteile:

  • Realistische Optik (jedenfalls bei den teuren Gas-Blow-Back und AEG)
  • Man kann aus weiterer Entfernung als bei NerfGuns jemanden treffen (üblich sind bis 80m)

  • Billige Einwegmunition, auch aus biologisch abbaubaren Kunststoff
  • Viele Modelle und Arten, Billigmodelle schon ab 10 Euro

Nachteile:

  • In manchen Ländern illegal
  • Öffentliches Führen strafbar
  • Verwechslungsgefahr mit realen Waffen
  • Verletzungsgefahr (Augen)
  • Unbedingter Brillenzwang
  • Bessere Modelle ziemlich teuer (300+ Euro)
  • Negatives Image (Pseudo-/Paramilitärs)
  • Extremes spielerisches Ungleichgewicht bei Waffen unterschiedlicher Preisniveaus (Federdruck unterliegt Gaswaffen oder AEGs)

Spieler von Jetztzeit- und Endzeit-Larps beschreiben den Einsatz von Softairwaffen als sehr stimmig und mit guten Erfahrungen verbunden. Auf den Cons wurden die Waffen nur sporadisch und als "Abschreckung" eingesetzt. Jeder war sich bewusst, dass die Waffen IT illegal sind und dass, wer eine Waffe gebraucht, gute Chancen hat, draufzugehen. Dies kann der von der SL gewünschten Stimmung sehr zuträglich sein.

Es spricht wohl nichts gegen die Nutzung, wenn a) allen Beteiligten die Risiken bekannt sind, Schutzkleidung getragen wird und b) vor allem die Location so gewählt ist, dass man mit allen waffenrechtlichen Bestimmungen konform geht. Zusätzlich sollte man die Veranstaltung bei der örtlichen Polizei anmelden und mit dem Geländebesitzer absprechen.

nach: http://www.airsoft-faq.de/wiki.pl/wo_gibt_es_sonst_noch_interessante_webseiten)


Beiträge von: TobiasPrinz, Section31, SaschaPammesberger, Einhard, AlexanderSpecht


Siehe auch SpielzeugWaffen, NerfGuns
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