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KettenHaube

Kettenhaube

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geschichtliches

Die Kettenhaube (auch Ringpanzerhaube oder Coiffe genannt) war eine Rüstungsform, die nach dem gleichen Prinzip aufgebaut war, wie Ringpanzerrüstungen.
Funde belegen, dass Kettenhauben bereits im Frühmittelalter (~12. Jhdt) verwendet wurden. eine frühere Verwendung wird vermutet, konnte jedoch bislang nicht zweifelsfrei bewiesen werden und bleibt daher spekulativ.

Kettenhauben fanden als Halsschutz lange Zeit Verwendung. Die letzte bekannte Form der Kettenhaube wurde im ersten Weltkrieg benutzt, um die Gesichter von Panzerbesatzungen vor scharfkantigen Schrapnellen und Splittern zu schützen, was jedoch wenig erfolgreich war. Gemeinhin wird daher das Ende dieser Rüstungsform etwa in das Jahr 1918 datiert.

  • Anm. von RickS.: Da für das klassiche Fantasy-LARP ausschließlich die mittelalterliche Kettenhaube interessant ist, beschränke ich mich hier auf diese Zeit.

Aufgrund ihrer Flexibilität bietet die Kettenhaube allein sehr guten Schutz vor Schnitten, funktionierte gut gegen Stiche, kann jedoch gegen die Wucht eines Schlages keinen Schutz bieten. Daher wurden Kettenhauben zumeist mit anderen Helmtypen kombiniert.
Insbesondere die darunter getragene Bundhaube wurde häufig nach Art eines SteppWams ausgeführt - also entweder ausgestopft oder aus mehreren Stofflagen gefertigt.
Besonders in der Ritterschaft wurden im Frühmittelalter auch häufig Spangen- bzw. NasalHelme über der Kettenhaube getragen.
Auch wurde die Kettenhaube zu jener Zeit häufig direkt an den Hauberk (das Kettenhemd) angeflochten - so dass keine verwundbare Schwachstelle am Übergang blieb und zudem Gewicht eingepart wurde, da so auf Überlappungen verzichtet werden konnte.
Zu jener Zeit wurden Kettenhauben auch mit einer Art Latz ausgestattet, der das Gesicht des Trägers schützen sollte.
Mit der Weiterentwicklung der Waffen - insbesondere der Reiterlanzen - boten die Kettenhauben mit Spangen- bzw. Nasalhelmen dann nicht mehr genügend Schutz und wandelten sich zu kleineren Hirnhauben, über die ein Topf- bzw. Kübelhelm getragen wurde, die Das Gesicht des Kämpfers besser schützte.
Etwa zu dieser Zeit begann sich auch die Kettenhaube zu verändern. Um die Helme schlanker und leichter zu gestalten wurde sie kürzer ausgeführt und direkt an der Hirn- bzw. BeckenHaube angebracht. Ab diesem Zeitpunkt wird sie auch mit dem Begriff "Helmbrünne" bezeichnet. Ähnliche Konstruktionen fanden früher bereits bei den Wikingern und Kelten Verwendung.

im LARP

Kettenhauben sind im LARP relativ häufig anzutreffen. Mögliche Gründe dafür:

  • geringes Gewicht (Kettenhauben sind mit 2,5-4kg eine vergleichsweise leichte Helmform)

  • platzsparend (kein Helm lässt sich auf so kleinen Raum verstauen wie eine Kettenhaube)

  • günstig (unvernietete Versionen sind schon ab ca. 35€ und vernietete Exemplare ab ca. 80€ erhältlich)

  • keine Passform nötig (Aufgrund ihrer Flexibilität passt eine Kettenhaube über bzw. auf nahezu jeden Kopf.)

  • kombinierbar (Kann mit vielen anderen Helmtypen kombiniert werden. Insbesondere NasalHelme und Topfhelme sind gut dafür geeignet.)

  • universell (passt zu vielen gängigen Charakterkonzepten - vom Trommelburschen bis zum Ritter)

  • robust (Kettenhauben bekommen bauartbedingt keine Dellen oder Kratzer. Vernietete Exemplare halten meist ein LARPerLeben lang.)

Wie beim Kettenhemd wird zwischen vernieteten und unvernieteten Exemplaren unterschieden.
Vernietete Geflechte sind meist deutlich robuster als unvernietete Versionen - allerdings meist auch teurer.
Vernietete Kettenhauben halten meist ein LARPerLeben lang, was den höheren Preis wieder relativiert. Zudem verlieren vernietete Geflechte nur extrem selten Ringe, was Reparaturen unnötig macht, während unvernietete Hauben von Zeit zu Zeit repariert werden müssen, sofern sie nicht zerstört und heruntergekommen aussehen sollen.

siehe auch


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Autoren: RickS. (10.12.2015)