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Meinung/Charaktertod/TodesstoßFunktion

Der Bedeutungswandel des Todesstoßes

Das Regelinstitut "Todesstoß" hat im Laufe der Zeit einen subtilen, aber wichtigen Bedeutungswandel erfahren. In frühen Versionen des Regelwerks DragonSys gibt es, soweit ich weiß, zwar einen Todesstoß, allerdings keine Regel, die das Verbluten eines Charakters vorsieht. Ein Verwundeter, der all seine Lebenspunkte verloren hat, bleibt bewusstlos/handlungsunfähig liegen, stirbt aber nicht. Unmotiviertes Verbluten vergessener Verletzter war nicht möglich. Nur ein bewusst ausgespielter Tötungsakt sollte ein Charakterdasein beenden können. Der Todesstoß war also in gewisser Weise dazu gedacht, sinnlose Charaktertode zu verhindern bzw. eine gewisse Hemmschwelle vor den Charaktertod zu setzen. Ob er dieser Intention jemals tatsächlich gerecht wurde, darf bezweifelt werden, denn sicherlich ist auch damals schon nicht jeder bewusst gespielte Tötungsakt dramaturgisch sinnvoll gewesen. Und von einer Wirkung als Hemmschwelle ist auch oft nichts zu bemerken. Im Gegenteil.

Mittlerweile allerdings sehen viele Regelwerke sowohl das Verbluten als auch den Todesstoß vor. Dadurch verändert sich meiner Ansicht nach die Konnotation des Todesstoßes deutlich. Er dient auf keinen Fall mehr dazu, langweiliges, unmotiviertes Charakterverrecken durch einen explizit gewollten (wenn nicht gar dramaturgisch sinnvollen) Charaktertod zu ersetzen, da im Fall eines ausbleibenden Todesstoßes der Charakter ja mittlerweile dennoch verreckt. Mittlerweile ist der Todesstoß oft eher dazu da, sinnlose Charaktertode zu beschleunigen.

Siehe auch: TodesstoßFunktion/Diskussion


Siehe auch: Tod