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LarpSani

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Der Larpsani

Da hier nun schon des Öfteren mit Wörtern wie Rettungshelfer, Rettungsassistent usw. herumgeworfen wurde, möchte ich eine kleine Erklärung zu dem Ausbildungsstand unserer Larpsanis abgeben. Denn grundsätzlich gibt es da eine große Bandbreite, die von einem Wochenend-Lehrgang bis zu einer dreijährigen Ausbildung bzw. Studium reicht. In der Umgangssprache werden die meisten, die ich hier aufgeführt habe, als Sanis bezeichnet, was leicht irreführend ist und zu Missverständnisen führen kann.

Grundsätzlich geht die Rangordnung im Rettungsdienst von wenig nach viel Ausbildung wie folgt:

  • Sofortmaßnahmen am Unfallort (wird nicht mehr Ausgebildet)
  • Erste Hilfe Schein/Kurs, Ersthelfer
  • Sanitätshelfer (San A*)
  • Rettungshelfer (San B*)
  • Rettungssanitäter (San C*)
  • Rettungsassistent (wird nicht mehr Ausgebildet)
  • Notfallsanitäter
  • (Not)Arzt

(* Bezeichnung der fachl. Ausbildung im Rettungsdienst)

1.) Sofortmaßnahmen am Unfallort, Erste-Hilfe-Schein/Kurs, Ersthelfer: Sind Fortbildungen, die einen Nachmittag bis mehrere Wochenenden dauern. Diese Fortbildungen werden z.B. zum Führen eines PKWs (Sofortmaßnahmen am Unfallort), LKWs (erste Hilfe) oder zum DLRG-Schwimmabzeichen benötigt. Diese Ausbildungen vermitteln ein grundlegendes Wissen von Erster Hilfe und wie und wann man am besten den regulären Rettungsdienst ruft. Diese Fortbildungen brauchen keine regelmäßigen Auffrischungen.

2.) Sanitätshelfer: Sanitätshelfer sind ehrenamtliche Mitglieder einer Hilfsorganisation. Die Sanitätsausbildung dient der Vertiefung und Erweiterung bereits erworbener Erste-Hilfe-Kenntnisse aus einem Erste-Hilfe-Lehrgang. Sie stellt die Fachausbildung für den Sanitätsdienst als Teil des Katastrophenschutzes (heute Bevölkerungsschutz) dar und ist bei vielen Hilfsorganisationen Bestandteil der Helfer(grund)ausbildung, die vor einer Tätigkeit im Sanitätswachdienst erforderlich ist. Am Ende dieser Ausbildung finden üblicherweise kleinere schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen statt.

3.) Rettungshelfer: Rettungshelfer sind in der Regel ehrenamtliche oder zivildienstleistende Mitglieder eines großes Rettungsdienstes (Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter, ASB) oder des THW, der freiwilligen Feuerwehr oder der DLRG. Die Ausbildung dauert ca. einen Monat, der in der Regel auf eine längere Zeit aufgeteilt wird. Darin werden Kenntnisse der Medizin und Notfallmedizin vermittelt, von Wundversorgung bis zur Reanimation. Rettungshelfer kennen sich idealerweise mit medizinischem Gerät aus und dürfen mit einem Rettungssanitäter als Fahrzeugführer einen Krankentransportwagen (KTW) bemannen.

  • Da Rettungsschwimmer zumeist in diese Kategorie fallen, werden diese auf Con-Anmeldungen auch meist als "Sani" akzeptiert. (Eingepflegt von RickS. auf Wunsch von Christa S., die per E-Mail an mich herangetreten ist)

4.)Rettungssanitäter: Rettungssanitäter sind heutzutage meist haupt- oder ehrenamtliche Mitglieder eines Rettungsdienstes. Die Ausbildung dauert 4 Monate mit einer ärztlich abgenomenen Abschlussprüfung. Sie haben eine fundierte notfallmedizinische Ausbildung, die auch die Handhabung von medizinischen Geräten wie Defibrilatoren mit einschließt. Ein Rettungswagen (RTW, das ist das Auto, was kommt, wenn man die 112 anruft) ist (mindestens) mit einem Rettungssanitäter und einem Rettungsassistenten besetzt.
Rettungssanitäter, die im regulären Rettungsdienst aktiv sein wollen, benötigen in der Regel einen jährlichen Fortbildungskurs.

5.) Rettungsassistent: Rettungsassistent ist ein geregelter Ausbildungsberuf und dauert zwei Jahre. Da man sowas selten "nebenbei" macht, sind Rettungsassitenten in der Regel bei einer Hilfsorganisation, der Feuerwehr, der DLRG oder dem THW im aktiven Dienst. Rettungsassitent ist (neben dem Notarzt) die höchste notfallmedizinische Ausbildung. Die Jungs, die in Emergency Room die Rettungswagen fahren, sind die amerikanischen Rettungsassistenten. Ein Rettungsassistent braucht eine jährliche Fortbildung und darf im Rahmen der Notfallkompetenz bestimmte Notfalllmedikamente (z.B. Adrenalin) verabreichen.

6.) Notfallsanitäter: Beim Notfallsanitäter handelt es sich um eine duale Ausbildung von 3 Jahren, nach dieser Ausbildung kann und darf der Notfallsanitäter mit Medikamentengabe und invasiven Maßnahmen in Notfälle eingreifen. Dieser Beruf löst den Rettungsassistent ab.

7.) Ärzte: Ärzte gibt es in den diversesten Ausbildungen und Formen. Sie dürfen in der Regel Medikamente verschreiben und verabreichen und haben durch ihr Studium im Allgemeinen ein medizinisches Wissen, dass den Rettungsassistenten bei weitem übertrifft. Allerdings ist ein Arzt nicht notwendigerweise mit Rettungsdienstgerät und -struktur vertraut, so dass beim Retten und Bergen von Patienten oft ein erfahrener Rettungsassistent oder Sanitäter besser Bescheid weiß. Auch sind viele Handlungen im Rettungsdienst, wie Intubieren, Zugang legen usw. Handwerkliche Tätigkeiten, die regelmäßig geübt/durchgeführt werden müssen. Ein niedergelassener Hautarzt hat diese Übung im Gegensatz zu einem aktiven Rettungsassistenten nicht.

Fazit:

Je nachdem, wie fit jemand ist, verschwimmen die Grenzen in der Ausbildung aber ziemlich. Ein Rettungssanitäter, der seit Jahren nicht mehr im aktiven Dienst war und keine Einsätze mehr gefahren ist, ist bestimmt nicht mehr so gut wie ein Rettungshelfer, der noch jede Woche einen Einsatz hat. Rettungssanitäter und Assistenten im aktiven Dienst brauchen jährliche Fortbildungen. Eine Nachfrage lohnt sich.

Neben den Leuten aus dem Rettungsdienst gibt es noch Krankenpfleger, Krankenschwestern, usw. aus dem Krankenhaus oder ähnlichen stationären Einrichtungen. Diese Leute haben oft auch eine sehr gute Ausbildung (die diejenige der oben genannten Gruppen in Zeit und Umfang übertreffen kann), die aber seltenst auf Notfälle ausgerichtet ist. Deswegen ist eine Einschätzung wie in der oberen Liste nicht möglich und sie müssten separat behandelt werden, von jemandem, der sich dort besser auskennt, als ich.

Warum schreibe ich das Ganze?

Viele Leute aus der obrigen Liste stellen sich bei einem Con der Orga als Sani vor, oder kreuzen das entsprechende Kästchen im Anmeldebogen an. Dann denkt die Orga "Alles in Butter, wir haben ja einen Sani da", ohne überhaupt zu wissen, was die besagte Person überhaupt kann.


Rettungsgeil

Ich weiß, dass ich mir mit diesem Artikel Feinde machen werde, dessen bin ich mir bewusst. Bitte verzeiht mir aber meine Arroganz, die ich hier an den Tag legen werde.

Alle Hilfsorganisationen kämpfen mit einem Problem, das wir "rettungsgeil" nennen. Im Allgemeinen sind das Leute, die ihr Selbstwertgefühl dadurch aufpolieren wollen, dass sie eine "Uniform" z.B. des roten Kreuzes oder der Johanniter tragen und in einem Wagen mit Blaulicht durch die Gegend fahren dürfen. Fast immer kommen die Rettungsgeilen aus den Reihen der ehrenamtlichen Helfer mit dem Ausbildungsstand eines Ersthelfers oder Rettungshelfers, denn die hauptamtlichen Rettungsassistenten sind meist von ihrem auf Dauer auch langweiligen Job und der schlechten Bezahlung im Rettungsdienst desillusioniert.
Rettungsgeile wollen sich immer aufspielen, und wenn sich eine Menschentraube um einen Verletzten gebildet hat, sind sie die ersten, die sich mit lauten "Lasst mich durch, ich bin Sani"-Rufen in Szene setzen wollen. Meistens sind sie aber nicht ausreichend qualifiziert und machen dadurch, dass sie ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln und eventuell noch falsch behandeln mehr Schaden als sie nützen.

Der aufmerksame LarpWiki-Leser wird schon bei dem Satz "Selbstwertgefühl aufpolieren" gemerkt haben, dass es bei den Rettungsgeilen eine große Schnittmenge mit Larpern gibt. Rettungsgeile, die sich aufspielen wollen, können eine Gefahr für Orgas darstellen, da sie ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln. Abhilfe kann da eine einfache Frage nach dem Ausbildungsstand der betreffenden Person schaffen (s.o.). Im Allgemeinen gilt: Desto ruhiger eine Person wirkt, desto erfahrener ist sie. Altgediente Rettungsassistenten müssen nicht mehr für jeden umgeknacksten Fuß durch die Gegend rennen, sie schlendern zu dem Verletzten, denn sie haben sowas schon zig 1000mal gesehen. Leider haben Erfahrene auch die Tendenz schnell anderen das Feld zu überlassen (ja sollen die mal machen, dann habe ich meine Ruhe). Dadurch kommen Rettungsgeile meist erst zum Zuge.

Im Gegensatz zu Hilfsorganisationen, die auf die ehrenamtliche Arbeit von Rettungsgeilen im täglichen Preiskampf angewiesen sind, brauchen sich Larp-Orgas das nicht anzutun und sollten dem von vornherein einen Riegel vorschieben.
Aber letztendlich ist jeder Sani ein wenig rettungsgeil, denn sonst würden wir den Job für diese miese Bezahlung nicht machen. Davon lebt das deutsche Gesundheitswesen.

TobiasCronert

  • Abgesehen davon verunsichern "Lasst mich durch ich bin Sani"-Rufe oft auch diejeniegen, die vermutlich Ahnung hätten, aber da sie "nur" ehrenamtlich tätig sind, lieber hintenanstehen und andere die Arbeit machen lassen. Oft gehen diese Ehrenamtlichen davon aus, dass derjenige, der sich als "Sani" vorgestellt hat mindestens soviel Ahnung haben, wie man selber... leider ist dem oft nicht so! -Melanie Stiemert


Ein Beispiel

Folgendes Beispiel eines Larpunfalls soll sowohl zeigen, dass man im Larp eigentlich keinen Sani braucht, als auch das Problem mit den Rettungsgeilen verdeutlichen.

Auf dem Larpertreffen Nr.? auf der Burg Reifferscheid fiel ein Spieler (Name dem Autor bekannt) von einer Steinmauer ca. 3m und schlug hart auf einer anderen Steinmauer auf (auf der Reiferscheid im "Hof" auf dem mittigen "Fenster mit Balkon"). Dabei brach er sich, zu dem Zeitpunkt offensichtlich, mehrere Knochen.
Sofort waren mehrere Larper zu Stelle, die meinten, sie wären Sanis, um sich um den Verletzten zu kümmern. Da der Patient schon von sechs Leute belagert wurde, entschied ich "Viele Köche verderben den Brei", holte aus meinem Auto ein Stiffneck (Plastikhalskrause aus dem regulären Rettungsdinest) und drückte sie dem nächstbesten in die Hand, der schon wilde Zeichen machte, dass ich mich nicht auch noch einmischen sollte.
In vollem Vertrauen auf meine "Kollegen" tat ich nichts weiter, außer auf den Rettungswagen zu warten, der Minuten später kam. Während der Zeit wurde das Stiffneck nicht angelegt, was dann aber die RTW Besatzung direkt nach Eintreffen nachholte.
Nach dem Abtransport des Patienten ins Krankenhaus erfuhr ich, dass von den sechs Larpern, die sich mit den Worten "Ich bin Sani" um den Verletzten drängten tatsächlich einer ein Rettungssanitäter war (der einen Monat zuvor seine Ausbildung beendet hatte) und der Rest alle nur Ersthelfer, Rettungshelfer o.ä. waren.

Fazit: Das war der schlimmste meiner LarpUnfälle, die ich gesehen habe und trotzdem wäre kein Sani benötigt worden. Den Patienten ruhig liegen lassen und auf den RTW warten hätte vollauf gereicht.
Die Behandlung, die er bekommen hat, war nicht die beste, die er hätte haben können, weil Rettungsgeile sich vorgedrängt haben. Ich war der bestausgebildetste und erfahrenste Sani vor Ort. Eigentlich hätte ich alle anderen wegschicken und selber das Stiffneck anlegen sollen, da der vorhandene Rettungssani das zwar theoretisch gelernt, aber noch nie im Einsatz gemacht hatte, und die ganzen anderen Helfer es offensichtlich gar nicht konnten.

--- TobiasCronert


Ein Wort zum Heli:

Zum Heli: Der Grunsatz Heli bedeutet schwerere Verletzung, als RTW (Rettungswagen) ist grundsätzlich falsch. Ein RTH (Rettungshubschrauber) hat generell zwei Aufgaben:

1.) Überbringung des Notarztes:

Das RTW Netz in Deutschland ist relativ dicht, aber bei schweren Verletzungen wird nicht nur ein RTW, sondern auch noch ein Notarzt benötigt. Dieser kann entweder von einem NEF (Notarzteinsatzfahrzeug) Auto zum Unfallort gebracht werden, oder eben von einem Heli. Das Netz der NEF-Autos ist nicht so dicht, wie das der RTWs und es dauert eher 20 Minuten bis ein normaler NEF vor Ort ist. Wenn sich nun das nächste NEF schon in einem Einsatz befindet, dann kann die Anfahrt des übernächsten NEFs durchaus länger (30-40Min) dauern. In diesem Fall wägt die Einsatzleitung oft ab, dass es besser ist den Notarzt per RTH einfliegen zu lassen. In einem solchen Fall wird der Patient dann oft per RTW transportiert und nicht per RTH, damit der RTH wieder frei ist.

2.) Transport des Patienten:

Bei bestimmten Unfällen ist es sinnvoller den Patienten per RTH zu transportieren, als per RTW. Das hat nicht zwangsweise etwas mit der Schwere der Verletzung zu tun. Spitze Polytraumata, wie z.B. "Gartenzaun im Bauch" werden mit dem RTW transportiert, weil dort 1. mehr Platz drin ist und 2. der Patient nicht zu einer weit entfernten Spazialklinik muss.

Wichtig beim Notruf:
Der Rettungshubschrauber muss nicht durch den/die Ersthelfer bzw. Anrufer beim Notruf angefordert werden, sondern wird, genau wie der Notarzt, durch die Rettungsleitstelle (in Bayern die Integrierte Leitstelle aller Rettungsorganisationen "ILST") disponiert.
Meldet beim Notruf nach bestem Wissen und Gewissen, welche Verletzungen ihr erkennt und wie der Unfall von statten ging (keine Vermutungen! Nur Fakten!) und wo ihr euch befindet. Den Rest erfragt dann die Person, die den Notruf aufnimmt und schickt euch entsprechende Hilfe. (RickS.)


Mit einem Bein Im Knast

Viele Sanis aus den Reihen der Hilfsorganisationen (HiOrgs sprich roter Kreuz, Johanniter etc.) sind der Meinung, dass sie bei vielen Sachen "mit einem Bein im Knast" stehen, weil sie die eine oder andere Sache erst ab einem bestimmten Ausbildungsstand dürfen.

Das mit dem "einen Bein im Knast" ist eine sehr verbreitete Urban Legend, die von den HiOrgs in der Regel gut aufrechterhalten wird um ihre Mitarbeiter (Ehren- und Hauptamtliche) bei der Stange zu halten. Dahinter stecken wirtschaftliche Interessen, durch die sich die HiOrgs angreifbar machen. Die HiOrgs verdienen Geld an den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie kassieren Geld für einen Sicherheitswachdienst, den die ehrenamtlichen Mitarbeiten eben meist ohne Bezahlung machen. Wer in D allerdings Geld verdient, der muss dafür auch eine rechtlich verbindliche Leistung bringen und deswegen erfinden HiOrgs für ihre Mitarbeiter oft ziemlich abstruse Regeln.

Beispiel 1.) Zum Beispiel ist es beim Sicherheitswachdienst meist den Sanis verboten einen Patienten mit einem KTW ins Krankenhaus zu transportieren und das darf nur mit einem ordentlich gemeldeten RTW geschehen. Für dieses Verbot gibt es keine notfallmedizinische, rechtliche Grundlage. Der Sani kann dafür nicht belangt werden, wenn er das (ehrenamtlich) tut. Der einzige, der hier "mit einem Bein im Knast" steht ist die HiOrg, die ja (im Gegesatz zu dem Sani) mit dem Transport Geld verdient (oder verhindert, dass andere Geld verdienen) und sich daher an gewerbliche Regeln halten muss, bei deren Verletzung sie sich ggf. für Wettbewerbsverletzungen rechtfertigen muss.

Beispiel 2.) Medikamente dürfen in Deutschland nur von Ärzten verabreicht werden. Das ist ein Gesetz und es gibt nur wenige Ausnahmen, wie z.B. Notfallmedikamente, die auch ein RS oder RA geben darf. Das gilt theoretisch auch für rezeptfreie Medikamente, wie Aspirin oder Fenistil-Salbe und die HiOrgs bestehen ziemlich streng auf dieser Einhaltung. In der Realität ist es aber absolut kein Problem als Larp-Sani irgend jemanem eine rezeptfreie Salbe oder ne Parazetamol zu geben. Nur weil die HiOrgs solche Medikamente nicht über die Krankenkasse abrechnen können und das deshalb ihren Sanis verbieten heißt das nicht, dass sich ein Larp-Sani da auch dran halten muss.

  • Ich verweise hier mal auf den oberen Abschnitt des Artikels LarpApotheke. Grundsätzlich macht man sich natürlich nicht strafbar, wenn man jemandem ein Medikament GIBT (in die Hand!). Einnehmen muss der Patient es jedoch selbst, denn aktiv Medikamente verabreichen darf nur und ausschließlich ein Arzt. (Man denke in diesem Zusammenhang an eventuelle Wechselwirkungen und Allergien.) Das aktive Verabreichen von Medikamenten ohne dafür Qualifiziert zu sein (Approbation) stellt nämlich eine Körperverletzung dar und ist daher nicht anzuraten. Vorsicht in diesem Zusammenhang auch bei Kindern und Jugendlichen! Ihnen wird nämlich vom Gesetzgeber unterstellt, dass sie die Entscheidung welches Medikament sie nehmen noch nicht selbst treffen können. Kindern und Jugendlichen sollte also auch nicht "mal eben 'ne Aspirin" gegeben werden. (RickS.)


  • Das mit dem ein Bein im Knast, definiere ich anders. Ich selber bin RS mit jährlicher Fortbildung bei der Bundeswehr. Ich stehe mit einem Bein sofern im Knast, das wenn ich eine Verletzung mit bekomme, ich mich nicht zumindest versichere das meine Hilfe nicht benötigt wird. Oder wenn ich offensichtliche Fehler mache, die ich aufgrund meiner Ausbildung nicht machen dürfte z.B. Bei nem cardiogenen Schock die Beine hoch lege oder bei v.a. Wirbelsäulenverletzung ihn großartig bewege. (Eingepflegt von RickS. auf Wunsch von Christa S., die per E-Mail an mich herangetreten ist)
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    • Diese "offensichtlichen Fehler" sind jedoch allenfalls bei professionellen (also ausgebildeten) Helfern ein Kriterium - Laien (also alle Ersthelfer, die keine besondere Schulung durchlaufen haben - oben unter "Sofortmaßnahmen am Unfallort" und "Erste-Hilfe-Kurs" beschrieben) können solche Fehler praktisch nicht machen*, solange auch nur ein Funken von gesundem Menschenverstand vorhanden ist, und sogar bei ausgebildetem Personal ist mir bisher keine Hilfeleistung am Unfallort bekannt, bei der es ein juristisches Nachspiel gegeben hätte, bei dem der Helfer belangt worden wäre.
      Jeder kann also bedenkenlos helfen, ohne juristische Konsequenzen fürchten zu müssen.
      Der größtmögliche Fehler ist es nicht zu helfen!** (RickS.)
      *) bzw. dafür belangt werden, da der Gesetzgeber hier grundsätzlich davon aus geht, dass der Helfer die Absicht hatte zum Wohl des Patienten zu handeln - auch wenn sich es sich nachträglich als Fehler herausstellen sollte.
      **) Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat. Dagegen zählt allein schon das Absetzen eines Notrufs als Hilfeleistung. Das kann jeder, der Zugang zu einem Telefon oder Handy hat - auch ohne PIN.