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Selbermachen/Gürteltasche/WachsRohling

Wachs-Rohling erstellen

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Hier nun die einzelnen Arbeitsschritte bis zum Wachs-Rohling.

Wachsblock gießen

Als erstes gießt man sich einen Wachsblock in eine geeignete Form, z.B. eine flache Schale. Im Beispiel verwende ich eine umgedrehte Untertasse. Es sollte darauf geachtet werden, dass das ganze benötigte Wachs beim Eingießen flüssig ist, d.h. man muss genug Wachs einschmelzen und zügig einfüllen. Wachs muss im Wasserbad geschmolzen werden, d.h. man stellt in einen Topf mit kochendem Wasser ein kleineres Töpfchen mit dem Wachs und lässt es darin einschmelzen. Vorsicht, Geräte, die mit dem flüssigen Wachs in Verbindung kommen, bekommt man nicht wieder richtig sauber, also alten Topf verwenden.

http://img168.imageshack.us/img168/8286/wachsgegossenbt3.jpg

Vorlage übertragen

Nun lässt man das Wachs abkühlen, aber nur solange bis es fest ist, jedoch sollte es noch warm sein. Dadurch lässt es sich schöner bearbeiten. Ist das Wachs etwas abgekühlt, kann man beginnen die Form des Objektes heraus zu arbeiten. Am besten gelingt das mit kleinen angeschnitzten Zahnstochern oder ähnlichem. Ich verwende einen kleinen Schraubendreher. Das Objekt lässt sich übrigens am einfachsten mit einer kleinen Schablone übertragen. Die Schablone auflegen und mit einem Stift umzeichnen oder direkt mit dem Zahnstocher einritzen.

http://img285.imageshack.us/img285/2048/wachsschablonedp4.jpg http://img139.imageshack.us/img139/5500/Wachs_Umrisse.jpg

Freilegen des Rohlings

Hat man die Umrisse festgelegt, beginnt man das Objekt nach und nach in immer größeren Schritten nach außen hin freizulegen. Man sollte sich Zeit lassen und nicht unabsichtlich in den Rohling hinein stechen. Es bedarf etwas Übung, denn Wachs lässt sich nur schwer wieder zusammenschmelzen, sollte man einen Fehler machen, muss man meistens die gesamte Arbeit von vorn beginnen. Das ist technisch auch kein Problem, nervlich aber unter Umständen schon.

http://img139.imageshack.us/img139/3232/Wachs_freigelegt1.jpg http://img139.imageshack.us/img139/8697/Wachs_freigelegt2.jpg

Rohling nachbearbeiten

Liegt das Objekt frei, kann es vorsichtig von der Unterlage abgelöst werden. Nun sollte man die Dicke des Objektes nachbearbeiten. Ich mache das wie folgt: Mit einem Skalpell oder kleinem Messer, welches zuvor über einer Kerze erwärmt wird schmelze bzw. schabe ich die Rückseite solange ab, bis die Stärke meinem Wünschen entspricht. Auch hier ist langsames und ruhiges Arbeiten besonders wichtig, denn ein Fehler kann die ganze Arbeit schnell zunichte machen. Man sollte bereits beim Eingießen des Wachses, bzw. der Wahl der Schale, auf die spätere Stärke des Objekts achten um nicht zuviel abtragen zu müssen.

http://img245.imageshack.us/img245/5335/wachsfreigelegt3tb3.jpg

Detailarbeiten

Ist man mit der groben Form zufrieden, kann man noch feiner Details einarbeiten, wie z.B. bei den Blüten oder Punktverzierungen oder ähnliches. Wer bildhauerisch begabter ist als ich, bekommt so sicher die verschiedensten Arten von Wachspositiven hin, die sich dann ganz leicht gießen lassen. Wenn man die Wachsform vorsichtig und nur kurz über eine Kerzenflamme streicht, werden die Kanten, je nach Dauer der Wärmezuführung, abgerundet. So lassen sich beispielsweise grobe Kanten oder Riefen etwas ausblenden

http://img142.imageshack.us/img142/6025/wachsdetailslz6.jpg

Auf diese Weise lassen sich alle Gussteile als Positiv-Vorlage herstellen. Man geht sowohl bei der Schnalle, dem Endbeschlag, den beiden Blütenbeschlagen und den Deckelbeschlägen nach derselben Methode vor. Teile, die doppelt vorhanden sind, müssen nur einmal aus Wachs gearbeitet werden, da die Gipsform aus zwei Hälften besteht und damit mehrmals gebraucht werden kann. Bezüglich der Art der Befestigung der Beschläge (ausgenommen der Schnalle) gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bohrt kleine Löcher in die Beschläge und nietet sie mit Hohl- oder Vollnieten an, oder man gießt einen Nietstift direkt an die Zinnteile an. Für die letzte Variante habe ich mich entschieden. Erstens weil es mMn. optisch ansprechender ist, und zweitens weil die Vernietung eines Vollnietes (in diesem Fall aus Zinn) stabiler erscheint. Die genaue Umsetzung wird im Teil "Gipsform herstellen" beschrieben. Man muss sich also kein Kopfzerbrechen auf Grund der fehlenden Anbringungsmöglichkeit machen.


Credits: TobiasKreitel


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