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Meinung/Kontroversen/Schwarz/Contra/Diskussion


Zu dem Absatz mit "echten" heraldischen Kombinationen: Schwarz ist eine der vier klassischen Farben in der Heraldik. Bernhard Peter hat die Häufigkeit bzw. Beliebtheit der verschiedenen Tinkturen in der mittelalterlichen europäischen Heraldik ausgezählt. Dabei liegt Schwarz im Mittelfeld. Siehe http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/seite43.htm Absatz "Wie beliebt sind die einzelnen Farben in der deutschen Heraldik?" Weiterhin sind die Metalle Gold und Silber (Gelb und Weiß) für einen Vergleich mit Schwarz (Farbe) ungeeignet, weil man heraldisch korrekt Farben mit Metallen kombiniert und nicht Farben mit Farben oder Metalle mit Metallen. Als Einführung in die Heraldik fand ich die Seite von Bernhard Peter sehr nützlich http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/home.htm

BjörnK 09.08.2008

  • Ich kann dazu sagen, dass es zudem im Mittelalter und wahrscheinlich damit auch in den bekannten Fantasywelten sehr aufwändig war, Stoffe schwarz zu färben, weswegen nur höhergestellte Adlige und reiche Kaufleute in dunklen Farben auftreten konnten. Der einfache Bauersmann und auch der Großteil der Abenteurer und Söldner trugen meistens weiße (oft schon recht verschmutzte ;) Kleidung, die in keinster Weise farblich behandelt war. -- Mathis, ein Unbekannter:

    • Allein durch die Verwendung selektierter Wolle kann man man bereits schwarze Kleidung herstellen. Man macht schwarze Kleidung einfach aus schwarzer Wolle. Da muss man noch nicht mal färben und die Wolle wird immerhin bei den Bauern produziert. Die sitzen also quasi an der Quelle. Natürlich gab es verschiedene Kleidervorschriften, die zu mancher Zeit bestimmte Farben nur bestimmten Ständen erlaubten. Aber diese sehr zeitspezifischen Vorschriften auf "das Mittelalter" zu verallgemeinern ist, wie wenn man sagen würde, dass in "der Informationsgesellschaft" jeder Internet hatte und nur Einzelprozessor-Computer mit 3GHz und zwei Kernen verwendet wurden... Und nun zum Weiß der Bauern: Weiße Wolle bietet die größtmögliche Flexibilität beim Färben. Man kann aus ihr dunkle und leuchtend helle Stoffe machen. Färben an sich ist außerdem eine relativ triviale Sache: Kleingehackte Pflanzen in Wasser kochen und dann ab mit der Wolle in den Bottich. Ich sehe da keinen Grund dafür, ausgerechnet weiße Wolle nicht zu färben. Bei grauer Wolle werden die Farben entsprechend dunkler und natürlich weniger leuchtend.

      Zur Quellenlage allgemein: Ich hab bei http://www.tempus-vivit.net/ schon einiges über verschiedene Epochen vom Früh- bis zum Spätmittelalter gelesen. Es hat so ziemlich jede noch so augenkrebsige Farbmode schon gegeben. Und obgleich der Knecht im allgemeinen vermutlich eher langweilige Klamotten hatte, dürfte in mancher Zeit "des Mittelalters" der Bauer durchaus eine ziemlich "leuchtende" Gestalt gewesen sein. Aber im Fantasy hamma eh ne ganz andere Situation: Egal, wie es in der realen Vergangenheit mal war: Im Fäntelalter gibt es Feen, elfen, Magie, komische Kräuter, ausd denen ein Alchemist in ner halben Stunde nen Trank braut, der schwerste Verletzungen in fünf Minuten heilt. Es gibt sicher auch krasse Färbepflanzen, die auch ohne Alaun Leinen Krapprot färben. Färben war ja schon "im Mittelalter" nicht unbedingt "Rocket Science" - da kann man doch in einer fäntelalterlichen Friede-Freude-Eierkuchen-Bauernkommune erst recht davon ausgehen, dass da ein- oder zweimal im Jahr gemeinschaftlicher Färbetag ist und sich die Leutz ihre frisch gewebten Stoffe in den Farben der Natur (also beispielsweise leuchtende Rot- Gelb- Blau-, aber eben auch Erd-Töne) gefärbt haben. Wie viel Farbe letztlich gewünscht ist, ist also eigendlich nur davon abhängiug, wie nah man am allgemeinen Hollywood-Klischee sein möchte. Und es ist legitim, zu sagen: "Ich mags halt lieber Hollywood-Like" - aber das sollte man sich dann auch sagen trauen. -- Allan Wegan, 2010-01-06


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