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Meinung/Kontroversen/Knickfokus/Contra

Meinung: Gegen Knickfokusse

Knickfokusse sind Spielverhinderung und gehören abgeschafft, oder zumindest sollten sie nur sehr sparsam eingesetzt werden.

Mir ist natürlich klar, dass es allgemein als fein gilt, die Fokusse mit einigem Aufwand und Gewese herzustellen und aufwändig zu gestalten. Insofern findet natürlich in gewisser Weise Rollenspiel statt (außer bei hoffentlich wenigen schwarzen Schafen, die zwischen den Cons Post-It-Zettel beschreiben).

Ich finde allerdings, daß Rollenspiel vorzugsweise aus der Interaktion zwischen Charakteren bestehen sollte. Wenn ich mich also "im stillen Kämmerlein" hinsetze und einen Gegenstand herstelle und dann nur noch :knick: mache, wenn dann tatsächlich der Gegner da ist, habe ich das Spiel von der Interaktion zur Selbstbeschäftigung verlagert. Diese Verlagerung finde ich persönlich nicht so toll.

Wie Mr. Shorofsky im Film Fame zu Bruno Martelli in der Szene, in der Bruno beweisen möchte, daß er alleine mit einer Batterie Synthies das gleiche schafft, wie ein Orchester, sagte: "That's not music, Martelli, that's masturbation!" Knickfokusse im stillen Kämmerlein zu erschaffen, ist nach dem gleichen Grundprinzip auch kein Rollenspiel. Oder zumindest weniger schönes Rollenspiel.

Falls jetzt jemand argumentiert, daß die Fokusherstellung vor Publikum geschehen könnte, habe ich immer noch die Interaktion vom Gegner zu denen verlagert, die mir bei der Fokusherstellung zusehen. Für den Gegner ist das Ergebnis jedenfalls sicherlich weitaus weniger unterhaltsam.
Im Falle, in dem ein Magier einen Fokus herstellt, den dann ein Nichtmagier benutzt, ersetzt obendrein der Nichtmagier sein eigenes Rollenspiel durch das des Magiers.

Eine akzeptable Lösung des Problems wäre es, wenn die Anwendung des Zerstörungsfokus ihrerseits ein wenig Spiel erfordert, wenn z.B. statt ein Holzstäbchen zu zerknicken, eine Spruchrolle laut vorgelesen und zerstört werden muß.

Ein ähnliches Problem hat, wie ChristianSpalthoff an anderer Stelle mal anmerkte, auch die Alchimie. Das Spiel ist von seiner Auswirkung entkoppelt. Allerdings hat der Alchimist nicht wie der Magier die Möglichkeit, seine Funktion unmittelbar zu erfüllen. Von daher sehe ich in dem Fall keine Alternative.

--RalfHüls, 13.01.2005


Neben den bereits genannten Argumenten sehe ich auch einen gewissen unfairen Faktor gegenüber anderen Charakterkonzepten. Ein Alchemist kann einen gewissen spieltechnischen Effekt (wie ein Gift) in einem Trank speichern. Er kann diesen Effekt aber nicht ad hoc selber bewirken. Ein Magier dagegen kann dank Knickfokussen sowohl einen Effekt (wie einen Feuerball) speichern als ihn auch selber ad hoc wirken, wenn Bedarf besteht.

Darüber hinaus führt der Knickfokus zu einer Inflation an "Heiltränken" bzw. Gegenständen, die heilende Effekte haben. Es reicht, wenn es Alchemisten auf Cons gibt, die Heiltränke brauen können. Man braucht nicht zusätzlich noch Magier bzw. Priester, die Knickfokusse mit Heilzaubern verteilen.

Knickfokusse erhöhen ausserdem das Potential eines Charakters erheblich. Es ist ein Unterschied, ob ein Charakter genügend Magiepunkte besitzt um seinen stärksten Zauber fünfmal zu zaubern, oder ob er zusätzlich noch 5 Knickfokusse mit eben diesem Zauber besitzt. De facto wird seine Macht dadurch verdoppelt und jedes Regelwerk, dass auf Contagen als Basis für die Mächtigkeit von Charakteren aufbaut, wird dadurch untergraben.

Knickfoki führen meiner Meinung nach zu einer Verschlechterung des Rollenspiels. Es gibt außerdem keinen Grund für ihre Existenz im LARP. Magier sind in den den allermeisten Regelwerken wahrlich nicht das benachteiligste Charakterkonzept, so dass es keinen Grund gibt, sie durch Knickfokusse noch zu verbessern, zumal diese ausschließlich Vorteile und keine Nachteile bedeuten.

Knickfokusse werden häufig als Ersatzbezahlung an Stelle von normalen Dienstleistungen respektive Münzen eingesetzt. Da ihr Wert meist in Silber zu beziffern ist, führen sie somit zu einer Wertminderung des Kupfers. Des Weiteren wird dadurch der Magie der Anschein des Besonderen und Geheimnisvollen genommen. Magie wird durch Knickfokusse zu einer Allerweltsangelegenheit.

-- MiroGoepel, 25.02.2007


Siehe auch: Für Knickfokusse, Knickfokus
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