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Charaktertipps/Adel

Der Adlige

Allgemeines

Der "DUDEN Deutsches Universalwörterbuch", 3. Auflage von 1996 kennt sowohl adlig als auch adelig, sowohl Adelige als auch Adlige.

Was braucht man

Man sollte sich etwas mit der Adelsfolge seines Landes auskennen. Klassischerweise sieht das so aus:

Rangfolge

  • Am unteren Ende der Adelspyramide stehen die Untitulierten, welche keinen wirklichen "Titel" besitzen. Dies ist der Niederadel, welcher lediglich ein "von", "von und zu", "zu" oder auch "am" oder "vom" vor der Herkunftsbezeichnung als Adelszeichen führt. Dieser "niedere" Adel wird durch ein Diplom verliehen.
  • Die Ritter und "Edlen" stehen auf einer Zwischenstufe zwischen untituliertem und tituliertem Adel, diese Gruppe kann aber je nach Land auch einfach dem untitulierten Adel zugeordnet sein. Diese Adelsform kann auch Einzelpersonen, d.h. nicht-erblich, verliehen werden (Bsp. engl. "Sir"). Ansonsten ist Adel immer erblich für alle Nachkommen im Mannesstamm sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechts.
  • Dann folgt der Edelherr, häufiger Freiherr genannt. Gelegentlich ist ein gewisses Vermögen oder Einkommen an die Verleihung dieses Titels geknüpft. Der Edelherr/Freiherr ist der niederrangigste titulierte Adlige. Manche Freiherren führen den Titel Baron.
  • Als nächstes kommt der Graf, welcher von einem König oder Fürsten ernannt wird. Gelegentlich ist der Titel mit einem Amt verbunden wofür der Graf Land oder besondere Vorrechte erhält.
    • Je nach Kultur kann der Graf auch eine Art Beamter des Königs sein. Das wäre die Frühform. Beispiel Zinsgraf, Pfalzgraf, Burggraf usw. Außerdem waren Grafen typischerweise im Kriegsfall das Gegenstück zum späteren Obristen. Ferner gibt es als da noch die Markgrafen, die nur dem König direkt unterstellt waren un meistens gefährdetere Randgebiete verwalteten.
  • Darüber steht, gehörend zur Gruppe der Fürsten, der einfache Fürst (althochdeutsch "furisto"), das den Führer eines politischen Verbandes (z.B. "Haus") bezeichnet. Man unterscheidet weltliche Fürsten (z.B. Kurfürsten, aber auch Pfalz- und Pfalzgrafen) und geistliche Fürsten (Erzbischöfe, Bischöfe).
  • Dann folgt als weiterer Fürst der Herzog (lat. "dux"). Dieser steht zwischen dem König und den Grafen, wobei mehrere Grafschaften unter einem Herzog vereinigt sind. Der Herzog hat das Recht zu adeln. Häufig ist ein Herzog mit dem Königshaus verwandt.
  • Im Rang kommt dann als Primus-inter-Pares unter den Fürsten der König, aus dem althochdeutschen "Chunni" (Geschlecht). Als König ist man Oberhaupt eines Stammes oder Landes, und für gewöhnlich ist der Titel erblich, kann aber auch von einem Kaiser oder dem Oberhaupt einer Kirche verliehen werden. Ein König hat den Vorzug gewisser Privilegien (Anrede "Eure Majestät") gegenüber den übrigen Fürsten. Er kann auch selbst adeln.
  • Die höchste Adelswürde ist die des Kaisers. Allerdings gibt es in den meisten LARP-Kampagnen (Mittellande) diese Position nicht. Der Titel is erblich oder wird verliehen (z.B. durch einen Senat, Kurfürsten/Pfalzgrafen, oder Kirchenoberhaupt).
    • Im Unterschied zum König herrscht der Kaiser oft über ein Gebiet von ursprünglich unterschiedlichen Königreichen. Das bedeutet, ein Kaiser ist nur dann wirklich ein Kaiser, wenn er übernationale Herrschaft ausübt. Da der Kaiser qua Definition der höchste aller Titel ist, müsste er eigentlich auf eine Person beschränkt sein. Das ergibt natürlich ein Problem, wenn es mehrere Kaiser gibt. Siehe dazu auch Zweikaiserproblem. - DanielJ, 8.3.2006

Anreden

Anreden hängen vom jeweiligen Titel ab.

  • Untitulierte Adlige spricht man wie Nichtadlige an, also ganz schlicht "Herr von Barlett" oder "Frau von Barlett". Die unverheirateten Töchter nennt man "Fräulein von Barlett".
  • Die Edlen und Ritter läßt man in der Anrede fort. Einen "Ritter von Hohenlohe" oder einen "Edlen von Falkenhain" spricht man daher nur mit "Herr von Hohenlohe" an.
  • Beim Edelherren (Freiherren) sagt man schlicht z.B. "Frau von Hohengrund" oder "Herr von Hohengrund".
  • Den Baron nennt man zum Beispiel "Baron Dworken".
  • Grafen spricht man ohne "Herr" und "Frau" an, also nicht "Herr Graf von Kildran", sondern nur "Graf Kildran". Das "von" oder "von und zu" fällt in der Anrede weg.
  • Bei den Fürsten ist eine Pauschalangabe für den Anführer eines Fürstenhauses "Durchlaucht", für die nachgeborenen Geschwister "Erlaucht".
  • Entsprechendes gilt für die Damen. Es heißt richtig "Gräfin Kildran". Unverheiratete Töchter heißen "Komteß" und "Freiin" oder "Baroneß", also beispielsweise "Komteß Kildran", "Freiin Hohengrund" oder "Baroneß Dworken".

Adelsverlust

Einzelne Mitglieder von adligen Familien könnten den Adel jederzeit verlieren, wobei der Adelsverlust immer persönlicher Natur ist. Beispielsweise wird der Adel aufgrund Verurteilung für eine Straftat aberkannt, die schon geborenen Kinder bleiben aber adlig. Man kann auch wegen nicht standesgemäßer Tätigkeit, z.B. abhängige niedere Beschäftigungen, oder einer falschen Heirat den Adel verlieren.

Optional

Das ist ratsam

  • Einige Tipps finden sich bei den LarpMeinungen unter Adel verpflichtet , Leute anführen und Diener spielen

  • Eine angemessene Gewandung, die durch Farbe, Stoff und Schnitt Reichtum signalisiert. Gerne auch etwas umständlich und unpraktisch, um zu zeigen, dass man nicht zu arbeiten braucht.
  • Idealerweise eine angemessene Unterkunft, also ein hübsches Zelt, nicht zu klein. Ggf. mit vielen Pelzen und Teppichen geschmückt.
  • Angemessenes Verhalten!

Das lass lieber sein

  • Als völliger Neuling der Materie gänzlich unbeleckt mit Lederhose und Piratenhemd den König von XYZ darstellen wollen.


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