Edit Diskussion History Attachments

BuchderGeschichtenundLegenden

Buch der Geschichten und Legenden

Die Idee

Für den Con "Congonien 410 - Hinter den Kulissen" wollten wir ein großes Buch haben. Also den typischen dicken Schinken, den der alte Märchenonkel oder Geschichtenerzähler auf dem Schoß liegen hat. Da ich schon einige Zauberbücher gebastelt hatte und es kein vernünftiges Buch nach unseren Vorstellungen zu kaufen gab, habe ich angefangen zu basteln. Dabei hat mich schon früh in der Planung der Ehrgeiz gepackt und das Buch, das letzten Endes dabei herausgekommen ist, ist recht groß geworden.

http://api.ning.com/files/D0FH3uJsguZEu3Bwdg5desECfaCIez*Aujhty76V-aQocwgB80E2vlU8g53JDYEsPcXDzMvldGFZqkRCOPGlRyhMjhpBQQnA/BuchJanine.jpg (ToterLink, 2012-12-21)

oder http://api.ning.com/files/wi1aDL6iFrunY2xU2Kdxhz7W8LS-GUpI9d8QZ888e7YWBv-BHRRfOHQwODR2kSmpU9HYXbtCtY0CI38kaUC85F9gIfGGXbda/RiesenbuchMariaTheien.JPG

Textbeispiel (Legende von Blut und Feuer):

http://www.larpwiki.de/uploads/Blut_Feuer.jpg

Verfasst von mir, Schrift und Kalligraphie Maria, Foto RalfHüls.

Was dabei herausgekommen ist

Das Buch der Geschichten und Legenden ist in seiner endgültigen Form knapp 20kg schwer und 45cm*45cm*15cm groß. Es besteht aus ca. 500 Blatt Maschinen-Büttenpapier, einigen Lagen Pergament, einer Lage Rinderkernleder 3,5mm auf jeder Seite und einer Lage Wasserbüffelleder 4,5mm rundherum. Es hat 4 aus Zinn gegossene, liegende Drachenapplikationen, ca. 15cm*4cm, und eine aus Zinn gegossene, gerahmte Drachenapplikation, ca. 15cm*5cm. Es hat mehrere Lesezeichen mit gegossenen Wachssiegeln und mehrere tausend Hohl-und duzende Ziernieten. Alle Einträge sind handschriftlich.

Die Umsetzung

Es sollte recht groß sein und da ich DIN im Larp für doof halte, habe ich mich bei Ebay nach Büttenpapier umgesehen. Ich habe 250 Blatt Maschinenbüttenpapier ersteigert, die ca. 45cm*100cm groß waren und zusammen 12kg wogen. Diese Blätter habe ich jeweils zu 10 Stück zusammengefasst und in der Mitte gefaltet, um ein Gebinde zu bekommen. Die Gebinde mussten natürlich zugeschnitten werden, was sich leichter anhört, als es wirklich war, doch ein Copy Shop an der Uni hat mich gnädigerweise an seine große Maschine gelassen. Das oberste und unterste Gebinde hat jeweils eine Lage Pergament, damit sie sich nachher am Buchrücken besser befestigen lassen. Das war auch eine Herausforderung, da 45cm*90cm wohl schon eine obere Wachstumsgrenze für Ziegen darstellt. Hiermit möchte ich mich auch noch mal herzlich bei Lederkram bedanken (und ein wenig Schleichwerbung betreiben), die mir die größten Ziegen aus ihrem Lager gesucht haben *g*.

Das Gebinde

http://picasaweb.google.de/112036082498673408925/BilderVomBuch#

Ich habe die Blätter zu Gebinden von jeweils 5 Blatt zusammengefasst. Sie entsprechen dann im späteren Buch 10 Blatt oder 20 Seiten. Die einzelnen Gebinde haben ich mit einem Faden Ledergarn auf 25 Pergamentstreifen genäht. Wie man das genau macht findet ihr besser beschrieben, als ich es jemals könnt z.B. auf Jürgen Grzesinas Seite übers Buchbinden. Da jeweils das oberste und unterste Gebinde eine Schicht Pergament haben ist nun das erste, das zwölfte, das zwölftletzte und das letzte Blatt Pergament. Nun klebte ich eine Schicht Pergament mit Patex um alle zusammengefügten Gebinde. Den daraus entstehenden Block könnt ihr unter obigen Links bewundern.

Danach habe ich jeweils eine Lage dunkelrotes Kernleder (3,5mm) als 45cm*45cm Stück oben und unten auf den Block geklebt (Pattex) und mit Hohlnieten befestigt. Dabei zeigte die gute Seite des Leders nach Innen, auf ihr wurde also geklebt. Da ich nun aus dem Pergament Figuren aus schnitt konnte man wieder Teile des Leders von innen sehen. Nun musste der gesamte Block begradigt werden, wozu ich mit einem Bandschleifer alle Seiten, außer dem Rücken, ordentlich abschliff.

Nun bereitete ich die Außenschicht vor, die aus ziemlich dickem Wasserbüffelleder sein sollte. Das Leder ist zwar sehr dick, aber auch recht weich und biegsam (im Gegensatz zu dem Kernleder), so dass ich es tatsächlich um die Seiten herum biegen konnte. Da ich die Applikationen nicht aufnieten konnte habe ich einzelne Hohlnieten an wichtigen Punkten angebracht, auf die ich nachher die Applikationen mit Kunstharz aufklebte. Andere Ziernieten, wie z.b. Löwenköpfe und Messingplättchen habe ich direkt aufgeniet.

Durch die Größe des Buchen bleibt trotz der vielen Applikationen ein großer Teil auf der Front, der Rückseite und dem Buchrücken frei. Es unterstützt eine gewisse Schlichtheit, aber ich spiele immer noch mit dem Gedanken es durch Punzieren oder einen Lötkolben und Blattgold zu veredeln.

Beim Umschlagen der Ränder habe ich mich leider total verschätzt und so schließt der Umschlag innen an den Buchecken nicht bündig. Ich habe vor in den Weihnachsferien Buchecken aus Zinn zu gießen, die diesen Makel überdecken können (Fotos folgen). Auch bin ich mit der Befestigung der umgeschlagenen Hülle auf den Innenseiten der Buchdeckel auch noch nicht zufrieden und werde versuchen dort noch etwas dran zu ändern.

Der Inhalt und die Siegel

An dem Buch sind als Lesezeichen und Siegel mehrere Wachssiegel befestigt. Diese sind aus Kostengründen mit normalem Wachs von durchgefärbten Kerzen in einer runden Ausstechform gegossen und gestempelt worden, wurden dann vorsichtig davon abgelöst und auf einen Träger aus schwarzem Tonpapier geklebt. Das sorgt für mehr Stabilität und ermöglicht es auch, Bänder anzubringen, die zur Befestigung dienen. Wachssiegel sollten am besten 5mm dick sein, dann brechen sie auch nicht mehr so leicht. Der Inhalt ist wie gesagt komplett handschriftlich (Fotos folgen). Meist selbstgeschriebene oder deutsche Märchen, Sagen und Legenden.

Die Applikationen

Die Applikationen habe ich aus Zinn selber gegossen. Als Vorlage dienten jeweils Gürtelschnallen, von denen ich mit Silikon (extra zum Zinngießen) Gußformen angefertigt habe. Theoretisch kann man auch Gürtelschnallen direkt aufnieten, aber das war mir bei der Masse viel zu teuer. Zum Gießen habe ich eingeschmolzene Zinnteller u.ä. benutzt und das Zin noch zusätzlich mit Blei geschreckt. Das war zwar eine günstige Methode, doch würde ich beim nächsten mal mit Sicherheit auf Gießzinnnuggets von ebay zurückgreifen.

Fazit

Das Buch ist groß, undhandlich und wird wohl nie in meinem Leben voll werden. Aber ich habe mit Sicherheit eines der fettesten Bücher gemacht. Halb so groß hätte es auch getan und da hätte man sich basteltechnisch genauso dran austoben können. So war es nur eine reine Materialschlacht, aber trotzdem schön mal gemacht zu haben.


Autoren: TobiasCronert


Zurück zu: Ein Buch basteln, Das Zauberbuch, Beutelbuch


Kategorie/Bastelanleitung