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Zugkraft

Zugkräfte an Fernkampfwaffen

Als übliches Maß zur Bewertung von Fernkampfwaffen hat sich das Zuggewicht bei LARP-Bögen und LARP-Armbrusten durchgesetzt. Das erstaunt wenig, eine Zuggewichts Waage kann man unter 50EUR erwerben und eine Messung scheint so schnell und objektiv durchführbar.

Dabei ist das Zuggewicht nur eine Kenngröße in der recht komplexen Formel, mit der an einer Bogen-Waffe entstehende Kräfte berechnet werden.

Weitere Größen sind zum Beispiel:

  • Steifigkeit des Bogenmaterials
  • Auszugweg
  • Recurvefaktor

Eine gute Erläuterung zur Berechnung von Kräften an Bögen liefert der Bogensportclub Strassdorf (in der Theoriesammlung, Kapitel 16)

Fazit

Unter'm Strich wird sich aus rein praktischen Erwägungen auch in Zukunft nichts an der im LARP üblichen Methode zur Bewertung von Fernkampfwaffen ändern. Auch weiterhin wird die Zuggewichtswaage ihren Platz als erste Instanz haben. Eine geübte Spielleitung tut aber gut daran, sich nicht allein auf dieses Instrument zu erlassen, sondern auch Probeschüsse (auf Personen) durchzuführen bzw. vom Spieler einzufordern.

Nicht alles ist auf den ersten Blick wie es scheint

Armbruste mögen martialisch aussehen - ihr geringer Auszugsweg und ihr hoher Reibungsverlust (die Sehne läuft bei der Armbrust über einen Holzschaft mit leichter Spannung nach unten, weil die Bindung am Bogen bauartbedingt bei einer Armbrust tiefer liegt, als die Führung oben auf dem Holzschaft. Das sorgt für erhebliche Reibung und verschlechtert die Ausnutzung der Wucht der Armbrust) lassen sie aber im Vergleich zu Bögen mit gleichem Zuggewicht, aber doppelt- oder dreifachem Auszug geradezu harmlos wirken.

Kleine Reiterbögen mögen wie Kinderspielzeug wirken - aber mit einer guten Recurvewirkung und bei entsprechendem Material lassen sie klassische Langbögen bei gleichem Zuggewicht ziemlich alt aussehen.