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SpielBerichte/Oschenheim 1

Oschenheim 1 - "Nachkriegsjahre"

30.03.01-01.04.01
in Karben-Petterweil

(Bilder)

VERANSTALTER: Das Triumvirat (Wenzingen/Oschenheim)

LOCATION: Das Pfadfinder-Zentrum Lilienwald in Karben-Petterweil bietet mehrere Hütten und den obligatorischen Zeltplatz mit einem zentralen Haus, in dem sanitäre Anlagen, Küche und der Tavernenraum zu finden waren. Der Schauplatz ist ideal für die Darstellung eines Dorfes, da die Hütten schon eine passende Struktur vorgeben. Die Orga hatte einige befreundete Händler eingeladen, so dass am Haupthaus auch ein kleiner Markt entstand.
Die Umgebung habe ich als Dörfler nicht ausgiebig zu sehen bekommen, aber es gibt offenbar im weiteren Umkreis keine Bebauung. Der Ort Petterweil liegt hinter einem kleinen Hügel und man sieht in diese Richtung nur Äcker. In der anderen Richtung war das Gelände offenbar bewaldet. Zusätzlich gab es einen sehr abgelegenen Zeltplatz für einen Teil der NSCs.

VERPFLEGUNG: In der Hauptsache Selbstverpflegung mit der begrenzten Option, gegen Entgelt in der Taverne zu speisen.

PLOT: Für mich bestand der Plot in der Hauptsache im Ausspielen eines verschlafenen ceridischen Dorfes. Etwa 25 bis 30 NSCs waren in festen Rollen eigens zur Darstellung des Dorfes Nimrod eingeteilt und es ergab sich eine wirklich lebendige Dorf-Stimmung mit kleinen Plots und funktionierender Gerüchteküche.
Für Action-Interessierte trieben (meist) außerhalb des Dorfes eine Räuberbande und ein Orkhaufen ihr Unwesen. Weiterhin gab es noch einen Rätselplot um eine Tochter des Dorfes, die von irgendeiner bösen Kraft entführt worden war und mehrmals als Geist auftauchte, aber von den Details dieses Handlungsstrangs kann ich nicht berichten, da ich nur die wilden und widersprüchlichen Gerüchte kenne, die darüber im Dorf kursierten.
Mein persönlicher Hauptplot war der Versuch, meine freizügige Tochter von den Lagern der Fremden fernzuhalten und sie sicher zu verheiraten, was aber letztlich scheiterte und mit dem Durchbrennen der Tochter endete.
Es gab zwei ceridische Gottesdienste und abschließend eine Gerichtsverhandlung über einen der Zauberei verdächtigten Fremden, bei der es zum Eklat kam, weil eine Gruppe von Fremden die Veranstaltung störte, mit der Garde des Markgrafen von Oschenheim in Kampf geriet und schließlich von der wütenden Meute der Dörfler angegriffen wurde.

KRITIK: Der einzige Kritikpunkt, den ich selber anzubringen hätte, wäre die Tatsache, dass es vor dem Spiel keine Versammlung der Dorf-NSCs gab, die Gelegenheit geboten hätte, die anderen Dörfler zumindest kurz zu Gesicht zu bekommen. Der erste Abend wurde somit zu einem großen Teil damit verbracht, Leute kennen zu lernen, die man seit Jahrzehnten hätte kennen sollen.

Ansonsten hörte man von Spielern einiges an Kritik. Es wurde die Organisation beim Einchecken bemängelt. Es gab am Freitag keinen allgemeinen offiziellen Startschuss, wobei ich allerdings auch einigen Spielern anlaste, dass sie zu lange auf einen solchen gewartet haben, anstatt einfach mit dem Spiel zu beginnen. Es wurde bemängelt, dass NSCs zu schlecht informiert gewesen wären, wobei ich für mich selbst sagen muss, dass für einen Dörfler meine Information ausreichend war, wenn ich vielleicht auch die Info zum Ceridentum ein bis viermal öfter hätte lesen sollen. Vielen Spielern schien im Dorf zu wenig los zu sein, es war aber auch wenig Bereitschaft zu spüren, sich die Action selbst im Wald zu suchen. Die Idee, die Räuber in einem getrennten Lager unterzubringen und von den kampfinteressierten Spielern zu erwarten, dass sie sich die Action dort suchen, statt sie an den Tavernentisch geliefert zu bekommen, finde ich in der Theorie sehr gut. Die Durchführung scheiterte aber einerseits daran, dass in weiten Teilen die Spieler nicht aktiv genug waren und andererseits daran, dass die Entfernung zum NSC-Lager mit fünf oder sechs Kilometern einfach zu groß war. Eventuell liegt auch ein Teil der Inaktivität der Spieler an der Frustration, die aus dieser Entfernung erwuchs. Mir kam zu Ohren, dass als am Ende doch eine Expedition das NSC-Lager aufsuchte, der dortige Kampfplatz mangelhaft ausgeleuchtet gewesen sei.

Weiterhin wurde Kritik an der relativ fremdenfeindlichen Bevölkerung und an der Darstellung des Ceridentums laut. Ironischerweise ergab die Nachfrage bei den lautesten Kritikern, dass der Ceride, der den Unmut erregt hatte, weder Dörfler noch NSC war. Aussagen von Spielern, dass sie mit dem Gedanken gespielt hätten, die gesamte Dorfbevölkerung umzubringen, muss man wohl nicht weiter kommentieren.

Zu schlechter Letzt hörte man auch Kritik an Ausstattung, Ambiente und Preis/Leistungs-Verhältnis, die ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Gerade wer das Ambiente dieser Veranstaltung kritisiert, muss wohl deutlich gehobenere Ansprüche haben, als ich.

FAZIT: Mir hat es sehr gut gefallen. Vor allem das interaktive Spiel im Dorf war toll und ich glaube, dass vor allem die Dorfbewohner auf ihre Kosten gekommen sind. Einige SCs werden von dem Con enttäuscht sein, aber ich neige zu der Ansicht, dass sie sich das zum Teil selbst zuzuschreiben haben. Oschenheim 1 litt sicherlich unter stark unterschiedlichen Spielphilosophien. Auch organisatorisch war sicher einiges ausbaufähig, aber immerhin war es wohl das erste Con dieser Orga.
Nicht zuletzt war es schön, mal ein paar Gesichter zu den Schreibern der Larp-Mailinglist kennen zu lernen.

Mein Sonderpreis geht an Bruder Egberth, der als Priester begeistert hat, an Wermut und Helga, deren einziger Nachteil es war, dass es unmöglich war, beim Spiel mit ihnen ernst zu bleiben, an Opa Isaak, Schneider Lutz und die wolkowischen Nachbarinnen. Die goldene Himbeere bekommt der "Plattenspieler" für das Gitarrespielen in Plattenrüstung (obwohl sein Rollenspiel ansonsten eigentlich nicht schlecht war).

CC-BY-NC-SA © 2001 RalfHüls aka Ceridius Ackergärtner, Ökonom zu Nimrod


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