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SpielBerichte/Königshochzeit in Allerland

Die Hohe Zeit - Königshochzeit in Allerland

VERANSTALTER: Badische Schwertspieler 1990 e.V.

BILDER

LOCATION: Burg Rieneck wird vom VCP als Pfadfinderheim bewirtschaftet. Die Burg selbst ist recht stimmungsvoll und hat einen toll eingerichteten Rittersaal, einen großen Veranstaltungsraum und zahlreiche kleinere Tagesräume und Sitzecken. Die sanitären Anlagen auf unserer Etage waren adäquat. Der Turnierplatz hatte eher mäßiges Ambiente.

VERPFLEGUNG: Gute Herbergsküche, am Samstagabend als Bankett mit Buffet präsentiert.

ORGA: Aus meiner Sicht routiniert und reibungslos.

PLOT: Knappentritte, Ritterschläge, Ehrenzweikämpfe, Minnespiele, Audienzen, Lehensvergaben, Gewandungsdisco. Höhepunkt war die Inthronisation der neuen Königin Allerlands.

KRITIK: Das Ambiente war sehr durchwachsen. Teilweise wurden nette Szenen aufgebaut (etwa Podest und Baldachin für den Thron) und Dekorationsgegenstände eingesetzt (etwa die stimmungsvollen Laternen), teilweise wurden aber Ambientekille im und ums Haus nicht wegdekoriert. Auch würde ich mir an Stelle eines Haupt-NSCs mitten in einer Szene das Fotografieren eher verkneifen.

Es sei nicht als konkrete Kritik zu verstehen, weil das Problem wohl prinzipbedingt ist, aber mir fällt immer wieder auf, daß man wohl eigentlich eine Location für eine Hofhaltung um mindestens 30% unterbelegen müßte. Die Darstellung eines höfischen Mahls mit Bediensteten fällt schwer, wenn diese nicht ausreichend Platz haben, um Tische und sitzende Adlige herumzugehen. Auch die populäreren Tänze können teilweise doch kaum Spaß manchen, wenn die Tanzfläche überfüllt ist.

Eine weitere Sache, die mir wieder mal an einigen Kleinigkeiten, die aber symptomatisch sind, aufgefallen ist, betrifft auch nicht die Veranstaltung, sondern eher manche Teilnehmer, nämlich die Eigenverantwortung von Conteilnehmern. Da das Bankett nicht im Speisesaal sondern im Festsaal stattfand, sollte das Dreckgeschirr in bereitgestellten Plastikwannen abgelegt werden. Nun bauen Leute da zentnerschwere, abenteuerlich wackelnde Tellertürme und beginnen schon, Teller neben den Wannen aufzustapeln, aber keiner, auch nicht von den Gesindespielern, kommt auf die Idee mal eben eine leidlich volle Wanne in die Küche zu tragen und leer wieder mitzubringen. Später kam ich komme aus dem hellen Ballsaal ins stockfinstere Freie und es tat nach vier Schritten einen häßlichen Kracks. Ich stelle gerade noch fest, daß ich wohl eine der hübschen Laternen zertreten habe, als auch schon eine Stimme aus der Finsternis warnen, daß da zwei erloschene Laternen stehen, ursprünglich gedacht, damit man eine Stufe sieht. Ich bin dann mal zur Orga gegangen und habe zwei Teelichte geholt. Das dauerte keine zwei Minuten. Ich würde ja fragen, warum es viele Liverollenspieler anscheinend nicht schaffen, auch mal solche leicht zu erkennenden und zu behebenden Mißstände eigenständig zu beseitigen, aber das würde vermutlich nur zu allgemeinem und nicht LARP-spezifischen Kulturpessimismus führen.

FAZIT: Ordendlich gemachte Hofhaltung.

CC-BY-NC-SA © 2006 RalfHuels
alias Janus vom Achtelsbach, erster Lakai und Kammerherr der markgräflichen Familie zu Oschenheim, zur Zeit im Gefolge des Marchese di Britonia
alias Fuhrmann Karl


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