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Selbermachen/50EuroGewandungen/Schamanin

Schamanin

Diese Anleitung wurde von Lyris im Rahmen des "50 Euro, 100 Tage Wettbewerbs" im LarpeR-Ning erstellt.

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Schon seit längerem wollte ich einmal eine Kleidung für einen Schamanen basteln. Ob ich die brauche? Eigentlich nicht, aber mein Freund behauptet sowieso, dass ich Larp nur betreibe um meinen Basteltrieb auszuleben. :P Ein Totem habe ich nicht geplant, es soll mehr eine Art Kommunikator mit den Geistern werden.

In der letzten Woche habe ich schon einiges an Kram zusammengesammelt und mir Gedanken zum Kleidungskonzept gemacht. Hier einmal ein Bild vom Haufen, den ich bisher habe:

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Ob ich die Felle wirklich verwende oder in welcher Zahl weiß ich noch nicht genau, deshalb gibt es wohl erst eine Kostenaufstellung dafür wenn ich fertig bin. Ich möchte sie mir auf jeden Fall nicht unmotiviert an den Gürtel hängen oder um die Unterarme tüddeln. Ich habe noch einen Karton Kuhfellreste, die ich zur Verzierung benutzen will.

Aus den beiden Lederhosen soll ein Lederhemd werden, vermutlich mit einem Stück hellem Leder in der Mitte und dem dunkelgrünen an den Seiten und den Ärmeln.

Über dem Hemd will ich eine Art Poncho aus Perlen machen, inspiriert von dem Oberteil der Schamanin aus Avatar:

hier befand sich ein Szenenfoto aus Avatar, für das das LarpWiki leider keine Nutzungsrechte hat

Mal sehen, wie gut das funktioniert, auf jeden Fall brauche ich wohl mehr Perlen.

Aus dem braunen Stoff soll eine Hose werden... oder ein Rock... oder ein Hosenrock? Da bin ich noch ein wenig ideenlos. Den hellgrauen Stoff möchte ich vielleicht verwenden um eine Art breiten Lendenschurz zu machen, ich finde Schamanen können eigentlich nicht genug Schichten haben.

Lederhemd

Aus den zwei Lederhosen vom Flohmarkt sollte also ein Hemd werden. Dazu habe ich für die Anfängertauglichkeit einen ganz einfachen Schnitt gewählt, den jeder hinbekommen sollte, der eine schlichte Naht mit einer Nähmaschine oder von Hand anfertigen kann. Von den ersten Arbeitsschritten gibt es keine Bilder, da diese sehr simpel sind. Außerdem hatte meine Kamera keinen Akku mehr. *hüstel*

Zunächst misst man die "breiteste" Stelle des Oberkörpers, das ist bei Frauen in der Regel die Brust und bei Männern Schultern oder der Bauch, eben das, was am meisten Umfang ergibt. Dies teilt man durch zwei und gibt ein wenig Nahzugabe darauf. somit hat man die Breite des Schnittes. Die Länge ergibt sich von der Schulternaht (wenn man z.B. einen Pulli anhat) bis zur Hüfte, der Mitte des Oberschenkel oder wie weit man das Hemd auch immer haben will. Achtung: wenn es über hüftlänge sein soll muss man eventuell Keile einsetzen oder Schlitze lassen, um sich noch gut bewegen zu können. An ca. 1 cm Nahtzugabe auf allen Seiten denken!

Dadurch ergibt sich ein Rechteck, welches man zweimal aus dem Stoff oder dem Leder ausschneiden muss. Da in meinem Fall die Lederhosen kein so großes Stück ergeben musste ich puzzeln und habe so gleich die Gelegenheit genutzt, ein Muster nach meinem Gusto zu nehmen.

Dann schneidet man einen passenden Ausschnitt je nach Geschmack, rund, V, eckig oder was sonst gefällt. Achtung, in der Regel muss man hinten weniger Ausschnitt als vorne machen, es sei denn man zeigt gerne Rücken!

Nun müssen nur die Schultern und die Seiten zusammengenäht werden, für die späteren Ärmel muss man natürlich Platz lassen. Ich finde immer 20 cm (also 40 cm rund herum, gelle?) oder mehr ganz angenehm als Öffnung.

Nun kommen wir zum etwas interessanteren Teil: die Ärmel. Die nötige Länge messe ich am liebsten, indem ich das halb fertige Oberteil anziehe und dann von der Schulternaht bis zum Handgelenk messe. Meist handelt es sich hierbei um ca. 50 cm je nach Körpergröße. Ob man die Ärmel nun eng anliegend oder weiter macht ist wieder Geschmackssache. Am Schultergelenk muss die Breite des Ärmels natürlich mit der Öffnung am Hemd übereinstimmen. Klar soweit? Hier eine Abbildung des Oberteils und des nicht angenähten Ärmels nebeneinander gelegt:

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Man sieht (einigermaßen), dass die beiden Öffnungen übereinstimmen. Jetzt dazu, wie der Ärmel eingenäht wird, dies geht bestimmt auch eleganter, aber diese Methode ist anfängerfreundlich.

Zunächst lässt man das halb fertige Oberteil auf links (also so, dass die Nähe nach außen zeigen) und der Ärmel wird auf rechts gedreht (also so, wie ihr ihn später tragen wollt). Dann legt man den Ärmel indas Oberteil, so dass die beiden Öffnungen übereinanderliegen. Bild:

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Nun muss man nur noch die Öffnung über die Nähmaschine stülpen. Damit meine ich, dass man das vordere Fach der Maschine herausnimmt, diese Funktion gibt es eigentlich an jeder Maschine, das macht ihr auch wenn ihr den Unterfaden wechselt. Nun näht eine gerade Naht so, dass ihr den Ärmel mit dem Hemd verbindet. Wenn ihr dies hinterher alles umkrempelt sollte es so oder ähnlich aussehen:

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Hier ein Bild von dem fertigen Hemd auf der Puppe (der es zu groß ist), wobei ich den Ausschnitt noch versäubern muss:

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Wie man es noch einfacher machen kann: das Hemd nicht aus verschiedenen Stoffen zusammensetzen oder keine abgerundeten Nähte vorne benutzen sondern nur gerade Schnitte machen.

Wie man es schöner machen kann wenn man mehr Übung hat: Mehr auf Figur schneiden oder durch Abnäher einen besseren Sitz erreichen. Den Ärmel nicht mit geradem Schnitt sondern mit einer Rundung (Armkugel) einsetzen.

Zeitfaktor:

ca. 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

mittel bis leicht

Lendenschurz

Aus dem grauen Stoff und Lederresten von der grünen Hose habe ich einen einfachen Lendenschurz angefertigt.

Simple Anleitung: Hüftumfang messen, durch vier teilen und den Stoff in vier Bahnen mit der ausgerechneten Breite + Nahtzugabe schneiden. Die Bahnen am Rand versäubern* und umnähen, da der Stoff in meinem Fall sehr grob war habe ich ihn stattdessen zwei Mal umgeklappt und dann eine gerade Naht darüber genäht.

*Versäubern: Damit der Stoff nicht ausfranst sollte man die Fasern fixieren, indem man mit dem breitesten Zickzack-Stich der Nähmaschine so über den Rand näht, dass die Nadel jeweils einmal in den Stoff und einmal daneben einsticht.

Dann habe ich aus Lederresten ein Band/einen Gürtel zusammengenäht, an dem ich die vier Stoffbahnen angenäht habe. Der Gürtel sollte den Hüftumfang + Zugabe zum Zusammenbinden haben. Alternativ kann man den Schurz natürlich auch mit einem Knopf oder einer Schnalle schließen.

Anschließend kann man die Stoffbahnen nach Jux und Dollerei verzieren, in meinem Fall mit einer groben Pseudo-Naht aus Wolle, Kuhfellresten und Stickereien, die ich nach dieser wirklich guten Anleitung von Marina gemacht habe: Sticken für Anfänger

Endergebnis:

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Zeitfaktor:

Nähen ca. 1 Stunde, verzieren ca. 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

leicht

Rock

Da die Gewandung möglichst einfach anzufertigen sein soll habe ich mich bei der Beinbekleidung doch für einen Rock entschieden, da dieser meiner Meinung nach für Anfänger leichter sind. Hier handelt es sich um einen ganz schlichten Rock mit Tunnelzug, den man für ganz verschiedene Rollen benutzen kann. Zunächst einmal misst man den Hüftumfang und die gewünschte Länge, in der Regel ist die Länge ca. 1 Meter. Ich empfehle für Anfänger, bei der Länge ein wenig draufzuschlagen, denn später etwas mehr umnähen oder abschneiden ist einfacher als zu verlängern. Dann zeichnet man auf den gewünschten Stoff den Hüftumfang/2 so ein, dass zu den Seiten noch gleich viel Abstand zu den Stoffkanten ist. Ich lasse den Stoff gerne wie er vom Ballen kommen doppelt gelegt, denn so kann man gleich beide Teile (Vorder- und Rückseite) zusammen ausschneiden. Beim Saum sollte man die ganze Breite des gefalteten Stoffes nehmen wenn man sich mit dem Charakter durch den Wald bewegen will. Der Rock sollte unten so viel Umfang haben, dass man damit noch vor Orks wegrennen und weite Schritte über Gräben machen kann. :)

Ausgeschnitten sieht das erste Teil dann etwa so aus (bei schlankeren Damen ist der Unterschied zwischen Hüftumfang und der Saumbreite natürlich entsprechend größer.

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Da mir der Umfang am Saum immer noch nicht groß genug war habe ich noch zwei Stoffkeile ausgeschnitten um diese mit einzunähen.

Außerdem habe ich schon einmal eine Kordel aus den Rändern einer Fleece Decke geflochten (die Decke brauche ich später noch für einen Poncho).

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Die Kantenlänge der Keile ergibt sich daraus, wie weit der Keil in den Rock hineinragen soll. etwa 1/2 bis 2/3 der Länge mache ich üblicherweise. Die Breite unten entspricht dem, was beim Umfang des Rocken noch fehlt durch zwei (wenn man zwei Keile einsetzt). Den nötigen Umfang des Rocken kann man feststellen, wenn man einen weiten Schritt macht und diese Schrittlänge von Knöchel zu Knöchel ausmisst, am besten mit einem Freund zusammen. Der Rock sollte für gute Beweglichkeit lieber zu weit als zu eng sein.

Jetzt müssen alle Teile erst einmal versäubert werden, also einmal alles mit Zickzackstich durch die Nähmaschine jagen. Anschließend zuerst einen der Stoffkeile an ein Rockteil nähen. Also: eines der Dreiecke nehmen, mit Nadeln an eines der Trapeze stecken und mit einer geraden Naht darüber nähen. Dasselbe mit dem zweiten Keil an demselben Rockteil, aber natürlich an der anderen Seite.

Zum besseren Verständnis, so soll es später aussehen (auf links gedreht):

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Achtung: wenn euer Stoff zwei Seiten hat, also von außen anders aussieht als von innen (z.B. Samt), muss die Seite, die später nach außen zeigen soll jetzt innen liegen!

Wenn die vier Teile zusammengenäht sind macht man sich an den Tunnelzug. Dafür brauchen wir zunächst zwei Öffnungen, durch die die Kordel später herausgezogen werden kann. Ich habe diese vorne platziert, kann man natürlich auch an der Seite machen. Mit dem Knopflochstich meiner Nähmaschine habe ich zwei Vierecke auf den Stoff genäht. Den Knopflochstich habe ich gewählt, weil dieser sehr dicht ist und der Stoff an den Löchern später nicht aufreißen oder ausfransen soll.

So schaut das aus (wenig kunstvoll, aber man sieht dies durch die Schichten der Gewandung später nicht mehr):

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Dann muss man die Löcher vorsichtig aufschneiden. Der Rock muss immer noch auf links gedreht sein(also mit dem Nähen nach außen). Dann steckt man die Kordel so hindurch, dass die Enden nach innen zeigen und heftet diese mit einer Sicherheitsnadel zusammen, damit die Enden nicht wieder herausrutschen.

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Dann klappt man den Stoffrand über die Kordel, so dass ein Tunnel entsteht. Diesen näht man dann fest und fertig. Anschließend den Rock anprobieren und den Saum auf die richtige Länge umnähen.

Ergebnis:

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Der Rock kann natürlich noch verziert werden, z.B. mit einer Borte am Saum. Variationen: andere Stoffe, mehr Keile, verschiedene Stofffarben für den eigentlichen Rockteile und die Keile.

Zeitfaktor:

ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

leicht

Ponchos

Damit es nachts nicht zu kalt wird habe ich für die Gewandung noch einen mit Fleece gefütterten Poncho gemacht. Dieser ist in der Machart auch ganz einfach und für Einsteiger geeignet.

Zunächst bestimmt man die Form. Die Breite ist in meinem Fall etwas über Schulterbreite, weil der Poncho noch ein Stück über die Oberarme hängen soll. Bis zur Hüfte deckt mein Poncho den Oberkörper ab, der dann herunterhängende "Zipfel" ist im Prinzip nur Zierde, weil ich eine ungewöhnliche Form haben wollte. Wer einen klassischen Runden Poncho haben möchte kann einfach einen Halbkreis zeichnen, dessen Durchmesser so breit ist wie z.B. die Strecke von Ellenbogen bis Ellenbogen wenn man die Arme ausstreckt.

Die Schultern sollte man etwas anschrägen, damit diese später schöner aufliegen. Am besten einfach zurückhaltend immer ein wenig mehr schräg schneiden, zusammenstecken und anprobieren, bis es gefällt:

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Die gewählte Form zwei Mal aus den Oberstoff ausschneiden, dann noch zwei Mal aus der Fleece Decke. Dann jeweils einmal den Oberstoff mit einer Schicht Fleece mit Stecknadeln zusammenheften. Wiederum sollte man darauf achten, ob der gewählte Stoff zwei Seiten hat, die Seite, die später außen sein soll muss mein Zusammenstecken nach innen zeigen.

Dann näht man einmal komplett über den Stoffrand, lässt jedoch eine Öffnung von 10-20 cm, bei dickerem Stoff lieber mehr. Durch diese Öffnung stülpt man nun das ganze um, bis die eigentliche Außenseite auch außen ist.

Achtung; vor dem umstülpen den Stoff an etwaigen Ecken mutig bis knapp für der Naht zurückschneiden, damit nicht so viel übersteht! Sonst habt ihr nachher eher knubbelige Rundungen als die gewollten Ecken.

Wenn die Form umgestülpt ist am besten die Hand durch die Öffnung in den Stoff stecken und die Stoffkanten vorsichtig soweit nach außen drücken wie möglich, vor allem an den Ecken, damit eure Form gut erhalten bleibt. Nun müsst ihr noch einmal über die Stoffkante nähen. Als ersten schließt ihr die Öffnung mit Stecknadeln, indem ihr die Kanten nach innen klappt und feststeckt:

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Dann zuerst über die Öffnung nähen und dann noch um die ganze Form herum.

Dasselbe macht ihr mit den beiden anderen zugeschnittenen Stoffstücken, näht diese dann auf links an den Schultern zusammen und: Tadaa! Fertig ist der Poncho. Dieser kann dann nach Belieben verziert werden, hier habe ich wieder gestickt:

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Nach dieser Anleitung kann man verschiedene Arten von Ponchos machen. Hier ist noch ein zweiter aus zwei Schichten dünnerem Stoff, den ich später unter den Perlenketten tragen möchte:

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Die Form entspricht im Prinzip dem braunen Poncho, nur dass ich diesen unter der Brust abgerundet habe.

Zeitfaktor:

nähen: 1,5 Stunden, verzieren: ca. 1 Stunde

Schwierigkeitsgrad:

leicht

Armstulpen

Wenn man schon einen Poncho gemacht hat sind die Stulpen eigentlich kein großer Unterschied dazu. Die Form habe ich dieses Mal faulerweise von Stulpen angenommen, die ich schon hatte. Ansonsten kann man natürlich einfach um den Unterarm und die Handfläche herumzeichnen, aber auf jeden Fall der Hand genug Spielraum lassen, damit man nicht behindert wird.

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Hier habe ich den Stoff einmal gefaltet, so dass links der Stoffumbruch ist. Aufgeklappt sieht das dann so aus:

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Diese Form braucht man zwei Mal aus dem Oberstoff (es sei denn man hat mehr Hände ) und wieder zwei Mal aus Fleece. Dann genau wie beim Poncho verfahren: vernähen, eine Öffnung lassen, umstülpen, Öffnung mit Stecknadeln schließen und noch einmal Drumherum nähen. Anschließend an der offenen Seite zusammennähen, fertig.

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Zeitfaktor:

0,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

leicht

Perlenponcho

Das zeitintensivste Teil der ganzen Gewandung! Nur für Leute, die ein Trauma vor Perlen verkraften können. :)

Damit die Perlenreihen nicht von der Schulter rutschen braucht man zunächst eine Art Grundgerüst, an dem man diese befestigen kann. Ich habe mich entschieden, einen Art Kette aus Kuhfellresten zu machen, ab der vorne und hinten quasi ein "Schlips" aus weiteren Resten herunterhängt. Die Fellreste habe ich mit einem Cutter auseinandergeschnitten und dann mit einem Drillbohrer Löcher hineingemacht. Die Löcher kann man natürlich auch mit Hammer und Nagel, einer Lederahle oder ähnlichem machen. Dann habe ich die Fellstücke mit fester Wolle zusammengenäht. Von hinten sieht das so aus:

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Dann habe ich die Perlenschnüre angebracht, auf jeder Seite sechs Reihen. Gehalten werden diese von einem doppelt gelegten Nylonfaden, die ich an der Rückseite der Fellstücke festgeknotet habe. So schaut das aus:

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Die Länger der Perlenschnüre habe ich bestimmt, indem ich sie immer wieder bei mir angelegt und ausprobiert habe. Bei sechs Reihen war Schluss, weil diese sonst zu weit über die Ellenbogen reichen und Bewegungen behindern.

So sieht es mit dem grünen Poncho zusammen aus, bei mir liegen die Perlen dann aber mehr auf den Schultern (wieder die zu schlanke Puppe):

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Das Ganze war überraschend einfach, aber extrem zeitaufwendig und manchmal nervenaufreibend, wenn ich mich bei den Perlen verzählt hatte oder die Schnur wegrutscht und sie wieder herunterrieseln... Halten tut das Ganze aber durch die Widerstandkraft des Nylonfadens ganz gut.

Zeitfaktor:

6 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

leicht

Stirnband

Das Stirnband ist quasi komplett aus Resten entstanden. Das Leder stammt noch von den Lederhosen und die Perlen sind vom Perlenponcho übrig.

Aus einem langen Lederstück habe ich ein breites Stirnband geschnitten. Die Länge entspricht logischerweise dem Kopfumfang des Trägers. Die Breite ist variabel. Die Seiten habe ich einmal umgenäht, dann zusammennähen und schon hat man das Grundgerüst. Aus weiteren Resten habe ich Lederstücke in verschiedenen Formen zusammengesucht und mit einer Schere symmetrische Löcher hineingeschnitten. Sowohl die Löcher als auch die Kanten der Lederstücke habe ich mit Zwirn umgenäht, damit diese nicht zu unbearbeitet aussehen und um einen "wilderen" Look zu bekommen. Die Löcher habt ich teilweise mit Perlen umstickt.

Es ist einfacher, die einzelnen Lederstücke erst zu bearbeiten und dann an das Stirnband anzunähen.

Ergebnis:

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Zeitfaktor:

1,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

leicht

Gürtelkram

Viele Larper hängen sich gerne diversen Kram an den Gürtel. Ich gehöre auch dazu. Deshalb habe ich hier noch ein wenig Kleinkram gebastelt.

Gürteltaschen braucht man eigentlich für fast jede Rolle. Hier zeige ich eine ganz einfache Variante bestehend aus drei Grundteilen:

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Eine Rückseite mit einem Überstand für die Lasche zum Verschließen, eine Vorderseite und einen längeren Streifen, der die Seitenteile und den Boden der Tasche bildet.

Den Streifen zunächst an die Vorderseite annähen. Der Streifen sollte lieber zu lang als zu kurz sein, abschneiden kann man nach an annähen immer noch. Dann die Rückseite annähen. Zwei Schlaufen für den Gürtel anbringen, dann noch einen Verschluss und gut.

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In diesem Fall wollte ich für das urtümlichere Aussehen die Nähe außen haben, man kann die Tasche aber natürlich auch umkrempeln wenn man alles vernäht hat. Der Knochen stammt vom letzten Hähnchen, wurde gesäubert, ausgekocht und getrocknet.

Zeitfaktor:

1 Stunde

Schwierigkeit:

leicht

Eine vom Flohmarkt gekaufte Zierkürbis-Dose habe ich mit zwei Lederstreifen ebenfalls zu einem Behältnis für den Gürtel umgearbeitet. Einfach einen Lederstreifen zur Schlaufe genäht und mit einem weiteren Streifen zusammen an das Gefäß geklebt:

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Zeitfaktor:

10 Minuten

Schwierigkeit:

kinderleicht

Und zu guter Letzt kann ein Schamane meiner Meinung nach nicht ohne Rassel aus dem Haus gehen. Als Griff habe ich einen Knochen genommen, den ich im Wald aufgesammelt habe. Eine alte Plastikpackung aus einem Überraschungsei habe ich in ein Stück Reststoff genäht, in dem Plastik-Ei sind ein paar Metallteile als Lautgeber. Das ganze habe ich mit einem Streifen aus einem alten T-Shirt an dem Knochen festgetüddelt und das Ganze noch mit ein wenig Wolle und einem Ledersteifen als Griff verziert.

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Zeitfaktor:

30 Minuten

Schwierigkeit:

leicht

Ergebnis:

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Kosten:

braune Perlen (ca. 3.000 Stück)

9,36 €

(e-bay)

"Indio"-Perlen (ca. 50 Stück)

1,99 €

(Butinette)

"Krallen"-Perlen (4 Stück)

2 €

(Flohmarkt)

grauer Stoff (1,5 m)

1 €

(Flohmarkt)

brauner Stoff (2 m)

3,98 €

(Alfatex)

grüner Stoff (1 m)

1,99

(Alfatex)

Fleecedecke

2,99

(KiK)

Zwirn

1 €

(Euroshop)

Nylonfaden

1 €

(Euroshop)

Gürtel

1 €

(Euroshop)

Kürbis(?)dose

1,50 €

(Flohmarkt)

Pfeife

1 €

(Flohmarkt)

Knochen, Stein

0 €

(im Wald eingesammelt)

Hufpeitsche, beschnitztes Gefäß

0 €

(geschenkt bekommen)

Kuhfellreste

8 €

(Ebay)

2 Lederhosen

4 €

(Flohmarkt)

braunes Lederband

0,80 €

(Karstadt)

Wolle

0 €

(von Oma bekommen)

Summe

41,61 €

Den Rest lasse ich offen, weil nicht jeder das Glück haben kann umsonst an Wolle etc. zu kommen, damit macht man dann die 50 voll.

Gesamtzeitaufwand: ca. 18 Stunden nähen/basteln, 4 Stunden verzieren

Über 100 Tage verteilt hielt sich der Aufwand eigentlich in Grenzen. Ich arbeite Vollzeit und verfiel nicht in Stress dabei, gearbeitet habe ich an der Gewandung nur wenn ich auch Zeit und Lust hatte.


Autoren: -- BastianP 2012-02-13 20:40:43
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