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LarpPlanung

Planung eines LARP-Cons

Hier soll logbuchartig die Planung und Durchführung einer LARP-Veranstaltung dokumentiert werden.

Die Idee

Wer kennt das nicht? Man war - mal wieder - auf einem relativ beschissenen Con, lästert über die zahllosen Fehler der Orga und SL und kommt schliesslich zu dem folgenschweren Schluss: "Das können ja sogar WIR noch besser!".

Wenn man nun ein paar Kumpels findet die ebenfalls bereit sind sich in den nächsten sechs Monaten etliche Abende und Wochenenden mit Vorbereitungen wie Basteln, Nähen, Münzen giessen, Einkaufen, Plot schreiben, Verwaltung, usw. zu verbringen, dann kann man loslegen.

Wichtig ist auch, dass die Beteiligten sich darüber im klaren sind was ihnen auf anderen Cons nicht, und was ihnen gut gefallen hat, und wie sie die guten Sachen emulieren, und die nicht so guten vermeiden können.

Konzept

Nun, für den ersten Con sollte man möglichst einfach anfangen: ein Selbstversorger Zeltcon bietet sich hier an. Kosten und damit Risiken sind minimiert, besonders wenn man einen günstigen Zeltplatz findet.

Dann sollte man sich überlegen: um was für eine Art von Con soll es sich handeln? Was wird der "rote Faden" sein? Eine Schatzsuche? Ein Rätselcon? Turnier? Bardenwettstreit? Hofhaltung? Ambientehochzeit? Sommer/Frühlingsfest? Landerkundung? Diplomatie? Schlachtencon?

Ganz wichtig ist dass sich die Orga und SL untereinander völlig einig und im klaren über dieses Konzept sind - es geht nicht wenn die eine Orga einen Abenteuercon plant, und die andere einen Schlachtencon vorbereitet.

Gelände-Suche

Ein möglichst guter Platz ist ein wesentlicher Faktor für das Gelingen eines Cons.

In unserem Beispiel haben wir uns für den Jugendzeltplatz Aub entschieden, ein sehr schönes, leider nicht ganz billiges, LARP Gelände.

Räumliche Entfernung

Der Veranstaltungsort sollte in nicht zu großer räumlicher Entfernung der Veranstalter liegen, damit man die Möglichkeit hat ohne großen Aufwand (und Kosten) den Platz vor dem Con ein paarmal zu besichtigen, um sich schon vorab über mögliche Plotpunkte ein Bild zu machen. Gleichzeitig sollte der Platz für die erwarteten zukünftigen Stammspieler möglichst leicht erreichbar sein - gerade bei einem Zeltcon, zu dem die Teilnehmer ja relativ viel Gepäck mitbringen.

Allgemeine Eigenschaften

Ein guter Zeltplatz weist verschiedene Eigenschaften aus:

  • Akzeptable sanitäre Einrichtungen
  • Parkplatz ausser Sichtweite des Zeltplatzes
  • Nicht zu teuer
  • Ausser Sicht und Hörweite von evtl. Anwohnern
  • Keine anderen Gruppen zur selben Zeit auf demselben Platz (Pfadfinder, Feuerwehr, o.ä.)
  • Wald (begehbar)
  • Schlachtfeld, siehe KampfPlatz

  • Keine Ambientekiller (Strommasten, Windräder, usw.)
  • Richtiger Zeltplatz oder zumindest frisch gemäht - keine zugeschissene Kuhwiese.

Besondere Eigenschaften

Ein guter Con gewinnt deutlich durch einen Platz der viele verschiedene Spielmöglichkeiten bietet.

  • Burgruine
  • See
  • Höhlen
  • Quelle/Bach

sind alles wichtige Ambientefaktoren und bieten gute Spielmöglichkeiten ohne größere Anstrengungen der Orga.

Vorläufiges Budget

Wie hoch sind die Kosten für den Zeltplatz, und die wichtigsten erwarteten Fixkosten?

  • Zeltplatz
  • Transportermiete
  • Zelte
  • Sprit
  • Versicherung

Da es sich um einen Erstlingscon handelt, sollte er (vor allem für NSC) möglichst preiswert sein, aber doch mit einer realistischen Spielerzahl kalkuliert. Wenn man bei der realistisch erwarteten Spielerzahl über 30,- € für SC und 15,- € pro NSC liegt, sollte man vielleicht einen günstigeren Zeltplatz suchen.

Hinweis: Wenn Ihr ein Spiel in einer beliebten Ferienregion macht (z.B. am Meer, im Harz), fragt nach ob Kurtaxe erhoben wird -- damit nicht ungeahnte Zusatzkosten auftauchen und die Kalkulation ruinieren.

Einladungen

Ein wichtiger Aspekt bei der Planung ist es die Einladungen möglicht frühzeitig (ca. 6 Monate) vor dem Con fertig zu haben. Dabei ist es wesentlich sich zu überlegen WEN möchte man WARUM auf dem Con haben. Diesen Personenkreis sollte man dann über die Foren und/oder Mailinglisten gezielt anwerben, und auch gleich eine gute IT Begründung mitliefern. "Ihr trefft euch alle zufällig hier im Wald" ist eher unzureichend.

Je klarer wird dass ein bestimmter Con für die Personen einer bestimmten Zielgruppe ausgerichtet ist, desto eher sind diese Personen dann auch bereit zu kommen.

Zielgruppen

Man sollte sich als Orga vorn vorne herein nicht scheuen "unerwünschte" Gruppen grundsätzlich nicht zuzulassen, bzw. diesen Vorschlagen doch als NSCs teilzunehmen. Es ist besser einen unterbesetzten guten Con abzuliefern, als einen vollen, auf dem die Spieler wegen unterschiedlicher Spieleinstellungen nicht untereinander klarkommen.

Auf einem Magierakademiecon sind Söldner fehl am Platze, ebenso wie auf einem Lichtie-"Wir retten die Jungfrau"-Con eine Horde Spieler-Dunkelelfen oder auf einem epischen Schlachtencon die Gruppe ausgeflippter Ambientewitzbolde.

Man sollte sich von Anfang an darüber im klaren sein ob man bestimmte umstrittene Charaktertypen (Bsp.: Tierwesen, Vampire, usw.) zulassen möchte, da es genug Spieler gibt die sich daran stören - und wenn, sollte dies von vorneherein allen Beteiligten klar sein.

Datenschutz

Als LARP-Veranstalter seid Ihr verpflichtet, die Anmeldedaten eurer Teilnehmer vertraulich zu behandeln. Das betrifft sowohl die Weitergabe von Daten an andere Orgas, als auch die Weitergabe an andere Teilnehmer. Viele Spieler schätzen es nicht, wenn schon ihre Charakterdaten weitergegeben werden. Bei den persönlichen Daten des Spielers ist erst recht eine sorgfältige Verwahrung und ein datenschutzgerechter Umgang nötig. Besondere Vorsicht ist bei der Verwaltung von Spielerdaten im Internet angeraten. Anmeldesoftware und Spielerdatenbanken müssen so gestaltet sein, daß kein unberechtigter Zugriff auf die Daten möglich ist. Anfang 2005 hat z.B. eine wohlmeinende Orga sämtliche Anmelde- und Charakterbögen (incl. Adresse, Geburtsdaten und Unterschrift) der Spieler eingescannt und auf ihrer Webseite abgelegt. Zwar waren die Dateien "versteckt" in einem eigenen Verzeichnis für jeden Spieler abgelegt, aber über die Namen (die sich aus dem Header einer Rundmail an alle Spieler ermitteln ließen) konnte jedermann darauf zugreifen. Die Korrektheit der Anmeldedaten online überprüfen zu können, mag hilfreich sein, aber eine derart dilettantische Lösung ist in Zeiten des [Identitätsdiebstahl Identitätsdiebstahls] völlig inakzeptabel. Wenn Ihr Spielerdaten veröffentlichen wollt (z.B. auch für eine Liste anhand derer die Teilnehmer nach dem Spiel Kontakt halten können), holt unbedingt von den Telnehmern die Zustimmung ein und laßt sie auch selbst entscheiden, in welchem Umfang Daten veröffentlicht werden können.

Siehe hierzu auch DatenVerarbeitung, SchwarzeListen und CharakterDatenbanken

NSC

Orks

Vereinsgründung

Für Haftungsfragen, Anmietung von Gelände, usw. ist es oft vorteilhaft einen Verein angemeldet zu haben. Das stellt aber heutzutage kein großes Problem dar - man nehme eine der vielen Beispielsatzungen, passe sie den eigenen Bedürfnissen an, für ein paar Euro beglaubigen lassen, und ans Amtsgericht geschickt. Wichtigste Voraussetzung: sieben Personen die bereit sind die Satzung zu unterschreiben, und ein seriös klingender Vereinsname (STA e.V. für "Satanistische Teufelsanbeter" ist vielleicht nicht sooo gelungen). Im Zweifelsfall und/oder bei Personalmangel zumindest formal einen "nicht-eingetragenen" Verein gründen - das ist besser als Nichts, juristisch mit der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (!GbR) gleichgestellt, und braucht nur 3 Mitglieder.

SL

Wenn man den Verein gründet sollte man sich auch darüber im klaren sein wieviele Orga, SL und NSC-Koordinatoren man beim Con haben wird. Je nach geplanter Größe sollte das in Summe nicht weniger als 1 Orga/SL/Koordinator pro 10 bis 15 Spieler sein. Wenn man deutlich weniger im Team hat, wird man nicht mehr in der Lage sein alle Spieler ausreichend zu betreuen.

Organistaorisches

Zeltplatz. Sanitäre Einrichtungen. Reinigung. Wasserversorgung. Holz. Zelte. Transporter. Muss alles rechtzeitig irganisiert werden, d.h. Verträge unterschrieben, Anzahlungen leisten, rumtelefonieren, usw. Der Aufwand hierzu ist nicht zu unterschätzen, und sollte so früh wie möglich abgehakt werden.

Münzen

Ein wichtiger Ambientefaktor sind Münzen. Münzen prägen zu lassen dürfte aber für die meisten Orgas zu teuer werden - mit dem Geld kann man besssere Sachen machen. Also ist selbermachen angesagt. Anleitungen zum selbergiessen gibt es z.B. unter MünzenGiessen. Man muss dabei für ca. 2000 Münzen mit etlichen Stunden Arbeit (vor allem zum entgraten) und ca. 150,- € Kosten rechnen.

Props und Requisiten

Ein großer Teil der Vorbereitungszeit wird vom Basteln der plotrelevanten Requisiten verbraucht.

Kostüme und Gewandungen

Eine schnelle und ambientige Alternative zum Schminken von NSC ist das Überstülpen von Gewandungen. Der Vorteil ist, dass man NSC viel schneller umziehen als schminken kann, und auch Rollenwechsel sind leichter möglich (sofern sich die Gewandungen aureichend unterscheiden). Allerdings ist auch dies arbeitsaufwändig, und nicht ganz billig.

Gehen wir z.B. von 20 Springer NSC aus, welche hauptsächlich 4 verschiedene Rollen spielen sollen:

  • Ambienterolle - die Rolle die der NSC ausfüllt wenn nix anderes ansteht, und mit der er in die Taverne kann usw. Am besten die eigene Ausrüstung des NSC, oder einfache "Bauernklamotten".
  • Springer 1 - Beispiel: "Die grünen Geister des Waldes"
  • Springer 2 - Beispiel: "Die blauen Barbaren"
  • Springer 3 - Beispiel: "Die Garde des Herzogs"

d.h. man würde

20 grüne Kutten, 20 blaue Kutten, und 20 Wappenröcke mit Motiv benötigen. Selbst mit sehr billigem Stoff (50 Cent/Meter vom Restegroßhandel) würde man für die Kutten jeweils ca. 60m benötigen, für die Wappenröcke (besserer Stoff, ca. 2,- €/m) ca. 21m, zusammen also ca. 100,- €. Wie lange man braucht die dann auch noch zu nähen - vor allem wenn man keine Overlock hat - kann man sich auch denken.


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