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Kokosnussflasche

Die Kokosnussflasche

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Aus dem Kern der Kokosnuss (also dem, was als solche in Deutschland in den Handel kommt) lässt sich eine relativ stabile Wasserflasche herstellen. So eine Flasche eignet sich besonders für primitivere Charaktere und ist ein relativ selten gesehener Ausrüstungsgegenstand. Man sollte möglichst nur Wasser darin aufbewahren und sie nie über 80 Grad erhitzen. Aber gerade Wasser sollte man auf Con auch immer dabei haben.

Zutaten und Werkzeug

Die Nuss

Die Nuss sollte absolut frei von Rissen sein. Es ist darauf zu achten, dass sie nicht riecht, keinen Schimmel angesetzt hat und bisher nicht geöffnet wurde. Außerdem soll die Schale an den Augen möglichst fest sein, da zwei von den drei Augen geschlossen bleiben sollen. Die Schale ist an den Augen am dünnsten. Soll die Flasche später mit einem Knebel oder sonst wie baumelnd am Gewand befestigt werden, sollte man eine möglichst unrunde Nuss auswählen. Eine unrunde Nuss baumelt zwar auch gern rum, dreht sich dabei aber weniger leicht um die eigene Achse.

Selten findet man in Deutschland auch junge Kokosnüsse mit grünem Fasermantel. Diese sind kleiner und die Nussschale dünner. Aber dafür lässt sich das Fruchtfleisch leichter herauslösen. Für kleinere Fläschchen sind diese Nüsse durchaus geeignet.

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Weitere Zutaten

  • Material für den Stopfen
  • Bienenwachs, falls es zum Versiegeln genutzt wird.

Werkzeug

  • Ein Meißel oder ein änlich geformtes Objekt. Wichtig ist, dass das Objekt lang und biegefest ist. Außerdem sollte sich die Spitze dazu eignen, das Fruchtfleisch zu schneiden, abzuschaben und abzuhebeln.
  • Ein spitzer Gegenstand zum Öffnen eines Auges der Nuss. Man kann dazu auch den Meißel benutzen.
  • Etwas, um ein Auge der Nuss auf einen ausreichenden Durchmesser zu weiten. Dazu eignen sich beispielsweise eine dünne und runde Raspel, Feile oder eine Kleinbohrmaschine mit Fräsereinsatz.
  • Etwas zum runden der Kante um das Auge, um den Verschleiß des Korkens beim entfernen und einsetzen zu verringern. Feines Schleifpapier oder irgendetwas anderes, was zum Schaben oder anderweitigen Glätten des inneren Grates geeignet ist.
  • Falls die Nuss eine Standfläche bekommen soll, wird dazu eine Raspel oder ähnliches benötigt.
  • Eventuell eine LED-Lampe oder andere handliche Lichtquelle zum Untersuchen der Nussinnenseite.
  • Eventuell zusätzliches Werkzeug zum Formen des Stopfens.
  • Wenn Bienenwachs zum Versiegeln genutzt wird:
    • Ein Ofen, der auf eine Temperatur um die 70 Grad einstellbar ist.
    • Ein Behälter zum Schmelzen des Wachses. In der Praxis hat sich ein gewönliches Glas bewährt.
    • Lappen, die beim Versiegeln der Nuss mit dem Wachs wachshaltig werden. Küchen- oder Klopapier tuts auch.
    • Unterlagen, die mit Wachs bekleckert werden.

Herstellung der Flasche

Lochen

Man benötigt ein Loch, dessen Durchmesser dem später zum Verschließen genutzten Stopfen entspricht. Dieses Loch sollte nicht kleiner als ein Zentimeter sein. Man öffnet erst ein Auge der Nuss mit einem spitzen Gegenstand. Dann erweitert man das Loch soweit, dass es etwas enger, als der endgültige Durchmesser ist. Dafür nutzt man einen Fräser, einer Raspel oder Feile.

Aushöhlen

Das Fruchtfleisch zu entfernen ist die arbeitsintensivste Tätigkeit bei der Herstellung der Flasche. Man nimmt dazu den einen dünnen Meißel (oder vergleichbares Werkzeug). Der Meißel ist ausschließlich zum Schneiden und vorsichtigen Hebeln zu verwenden, da sich sonst Risse in der Kokosnussschale bilden können. Beim Hebeln ist nicht der Rand des Loches als Auflagefläche zu nutzen. Besser ist da der eigene Finger - allzuviel Kraft sollte eh nicht angewendet werden. Leicht splittern kleine Schalenstücke weg und erweitern das Loch unregelmäßig.

Erst sticht man mit dem Meißel in das zähe Fruchtfleisch und zerschneidet dieses dann, indem man ihn, der Wölbung der Nuss folgend, gedachten Längengraden der Nuss entlang zieht. Dabei stellt das Loch einen der Pole der Nuss dar. Dieser Vorgang vereinfacht das Rausbrechen einzelner Fruchtfleischstücke und wird mehrere Male wiederholt so dass die einzelnen "Streifen" möglichst nicht breiter als ein Zentimeter sind. Nachdem bereits ein "Streifen" des Fruchtfleisches entfernt wurde (Wichtig, ansonsten kann die Schale aufplatzen!), kann die Nuss im Ofen bei rund 180°C für 10-20 Minuten erhitzt werden. Dies erleichtert das Ablösen des Fruchtfleisches erheblich.

Nun entfernt man das Fruchtfleisch, indem man mit dem Meißel so oft in das Fruchfleisch sticht und dieses vom Loch aus vorsichtig von der Schale abhebelt, bis es sich in Stücken von der Schale löst. Gelöste Stücke werden mit dem Meißel so lange weiter zerkleinert, bis sie sich durch das Loch herausschütteln oder mit einem gebogenen Draht herausziehen lassen.

Abschließend wird das Innere der Nuss gründlich mit einer handlichen Lichtquelle untersucht und vorsichtig eventuelle Reste entfernt.

Schälen, Schleifen, Abflachen

Jetzt, wo das Fruchtfleisch draußen ist und die Nuss dennoch heil, kann man die Fasern auf der Außenseite der Nuss entfernen (empfohlen, wenn die Nuss versiegelt werden soll). Die faserlose Oberfläche kann mit Raspel und Schleifpapier weiter veredelt werden.

Die Unterseite der Nuss kann so geraspelt und geschliffen werden, dass diese auf einem Tisch aufrecht stehen bleibt. Aber falls man für die Nuss sowieso eine Hülle baut, kann man in diese auch einen Standring integrieren und sich dann natürlich das Abflachen des Bodens der Nuss sparen.

Versiegeln

Um die Haltbarkeit der Nuss zu erhöhen, kann diese innen und außen versiegelt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Nuss nie über 80 Grad erhitzt wird, da sich sonst Risse bilden.

Als Dichtmaterial hat sich Bienenwachs in der Praxis bewährt. Dieses hat bei 70 Grad sehr gute Fließeigenschaften und kann so leicht in der Nuss verteilt werden. Man erhitzt Nuss und Wachs auf 70 Grad. Dann gießt man das Wachs in die Nuss und schüttelt diese, während man das Loch mit einem Tuch (oder Papier) verschlossen hält. Das überschüssige Wachs gießt man wieder aus.
Zusätzlich kann man das Wachs auch äußerlich anwenden. Dazu nimmt man mit einem Lappen flüssiges Wachs auf und verteilt es auf der Nuss. Anschließend kann man die Nuss nochmals im Ofen auf 70 Grad erhitzen, überflüssiges Wachs abtropfen lassen und mit einem Lappen die Schale trockentupfen.

Wenn man dem Wachs Füllmaterial (in der Praxis haben sich Sägespäne als tauglich erwiesen) zusetzt, kann man damit auch kleinere Risse verschließen. Je nach Größe der Risse veringern diese jedoch dennoch die Stabilität der Nuss dauerhaft.

Möglicherweise ist auch Leinöl zum Versiegeln geeignet.

Stopfen und Hülle

Als Stopfen eignen sich beispielsweise passend gemachte Korken. Diese kann man dann noch durchbohren und mit einem kleinen Holzstückchen verschließen. Zum Befüllen nimmt man dann den Korken ab, zum Trinken nur das kleine Holzstückchen heraus.

Die Nuss bietet keine natürlichen Fixpunkte, an denen man etwas befestigen könnte. Um sie zu schützen, optisch aufzuwerten oder Befestigungsmöglichkeiten anzubringen, kann man für die Flasche eine Hülle bauen. Der Materialauswahl und Gestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt. In der Praxis haben sich Beutel- und Netzkonstruktionen aus Leder(-Bändern) mit und ohne Standring bewährt.


Autoren: Allan Wegan
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