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Hundsmark

Die Hundsmark

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Große Wappengrafik

Eine Larplandschaft im Königreich Lyrien die vom Gefolge um Sigismund von Hohensteyn und Johann von Stotzheim bespielt wird.

Geografie und Lage

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Die Markgrafen von Hundsmark sind Vasallen der Herzöge von Avarien. Die Hundsmark liegt am Rande des festländischen Teil Lyriens an der Aller, die wiederum die Grenze zu Allerland bildet.

Da der Fluss durch die Jahrhunderte hindurch aber oft seinen Lauf geändert hat, und im regelmäßigen Abstand über die Ufer tritt, ist in der Hundsmark ein verzweigtes System an Seitenarmen und ehemaligen, heute abgeschnittenen und stillstehenden Flussläufen entstanden. Verschlimmert wird dies durch Unternehmungen der allerländischen Landadeligen, den Fluss auf ihrer Seite der Grenze einzudeichen um aus Flutgebieten Ackerland zu gewinnen. Die alljährlichen Hochwasser werden so, gleich einem Trichter, auf Hundsmärker Boden umgelenkt.

Während in Drackenstein und dem Erzherzugtum Ostringen Hügelketten und dichte Waldstücke den Lauf der Aller eingrenzen ist in der flachen, fast baumlosen Mark so eine Landschaft entstanden, die sich nicht ganz entscheiden kann, ob sie Sumpf oder Moor sein will. Sümpfe (im lokalen Dialekt Swampen) und Niedermoore (im lokalen Dialekt Fehn/Fenn/Venn) machen somit einen Großteil der Landschaft aus. Festen Boden gibt es fast nur dort, wo durch jahrzehntelange Entwässerung aus Moorboden eine Heidelandschaft entstanden ist. Die einzig natürliche Erhebung ist der Dinkelberg, ein flacher, felsiger Hügel von kaum 30 Schritt Höhe nahe der Hundsmärker Ostgrenze. Sumpfböden finden sich vor allem im Süden der Mark, wo durch den Lauf der Aller ein weit verzweigtes Labyrinth an Nebenarmen und menschengemachten Kanälen entsteht. An den Ufern wachsen Schilfe, Binsen und Kolbenpflanzen. Knorrige Weidenbäume und Sumpfzypressen sind oft mit Moosen und Flechten (hundsmärksch: Ottlabärten) überwuchert, zudem wachsen auf den Feuchtwiesen ganzjährig zahlreiche Pilze und Farne.

Wassertiere wie Flusskrebse und Schneckenund zahlreiche Fischarten locken Wasservögel an, diese wiederrum Greifvögel wie die Sumpfohreule. Kleintier wie Eidechsen, Salamander und diverse Eichhörnchen-Arten treten zahlreich auf, dafür finden sich neben Reh und Fuchs kaum größere Säugetiere. In den Sommermonaten ist der Sumpf zudem von einer gewaltigen Anzahl an stechenden, beißenden und blutsaugenden Insekten bevölkert, die zum Teil in großen, wolkenförmigen Schwärmen von mehreren Metern Durchmesser auftreten können. Besonders gefürchtet ist neben dem lokalen Ungeziefer auch der legendäre Klootenbiet-Ool, ein Geschöpf das angeblich ausschließlich in heruntergekommenen Aborten lauert um unvorsichtigen Wasserlassern ihre Männlichkeit zu rauben. Auch wenn dieses wundersame Geschöpf noch nie gesehen oder gar gefangen wurde, werden Hundsmärker nicht müde, Fremden vor dieser Kreatur zu warnen. Die Moorlandschaft ist dagegen deutlich karger, da nur wenige Pflanzen und noch weniger Tiere in den sauren, sauerstofflosen Gewässern gedeihen. Neben Torfmoosen und Bleichkräutern wachsen hier vor allem harte Gräser sowie seltsame, kannenförmige Pflanzen, deren durchdringender Verwesungsgeruch Insekten anlockt. Das einzige Wesen, dass in diesen Wassern gedeiht, ist ein wunderliches Geschöpf, eine Chimäre zwischen Fisch und Molch, dass sich auf seinen Vorderflossen aus dem Wasser heraus über kurze Landbrücken schleppen kann, um von Tümpel zu Tümpel zu gelangen. Dafür ist das Moor jedoch ebenso insektenreich wie der Sumpf und bietet Lebensraum für viele Kleinvögel, die durch den Mangel an Bäumen ihre Nester auf dem Boden oder in verwobenen Pflanzenbüscheln errichten. Die Heide ist eine Kulturlandschaft, die durch Entwässern der Moorgebiete und eindeichen der Nebenarme der Aller entstanden ist. Auf dem sandigen Boden wachsen zahlreiche Kräuter und Blütepflanzen, darunter der robuste Ginster, Lavendel und Heidewacholder. Höherer Bewuchs wird durch exzessive Weidewirtschaft mit Heideschafen und Modderziegen verhindert, nur Krüppelkiefern wachsen hier auf einige wenige Schritt Größe heran. Das sommerliche Blumenmeer ist dafür ein Paradies für Wild- und Honigbienen.

Das Wetter der Hundsmark ist durch den Wasserreichtum in den Sommer- und Frühlingsmonden schwül und drückend, in den Wintermonaten klamm und frostig. Dichter, allesverschluckender Nebel tritt zu jeder Jahreszeit häufig auf ebenso wie ein durchgehender Nieselregen, der oft viele Tage am Stück anhalten kann. Echte Unwetter oder Stürme sind dagegen sehr selten und kündigen meist eine katastrophale Überschwemmung der Aller-Auen, den „Ritt des Schimmelreiters“, an.

Herrscher und Beherrschte

Herr über die Hundsmark ist der Markgraf, der nach alter Tradition dem Prinzen von Avarien die Lehnstreue geschworen hat. Damit sind die Hundsmark und ihre Einwohner seit je her ein fester Teil des lyrischen Königreiches. Im Besitz des Grafengeschlechts befindet sich ein halbes Dutzend kleiner Wasserburgen an den Furten der Aller sowie ein zentraler Herrenhof im ältesten Landesteil.

Das Land ist in zahllose Lehen aufgeteilt, die sich im Besitz des hundsmärkischen Adels, d.h. der dem Grafen zur Lehnstreue verpflichteten Freiherren und Ritterschaft, befindet. Weiterhin gehören große Teile der Hundsmark zum Hausgut des Markgrafen, die - wie in ganz Lyrien üblich - in Amtsbezirke aufgeteilt sind, in denen Ritter des Markgrafen als Amtmänner für diesen Gericht halten, Abgaben einziehen und das Aufgebot befehligen. In der Hundsmark ist auch das Verpfänden verbreitet. Bei akuter Geldnot (die aufgrund der verbreiteten Naturalabgaben sehr häufig auftritt) überschreibt der Markgraf Teile seines Besitzes, von der Ackerparzelle über Zollbrücken bis hin zu Teilen von Burgen gegen eine Geldsumme an einen seiner Ritter. Dieser behält das Gut als Pfand und darf alle Einnahmen daraus behalten, bis der Herr das Pfand wieder auslöst. Ursprünglich wurde diese in ganz Lyrien von allen Adeligen, Rittern und gar Städten betriebene Praxis eingeführt, um das Zinsmonopol der Altceriden zu umgehen, führte aber schnell zu einem ausufernden Geflecht von gegenseitigen Schuldversprechen, die oft Quelle von Streiterei und Fehde im Land sind.

Der Niederadel der Grenzmark ist kriegslustig und schlachterprobt, viele von ihnen haben zudem ihr Kampfgeschick in der friedlichen Eingliederung Friedlands bewiesen. Fehden untereinander oder mit der allerländischen Ritterschaft über Weidegründe, Fischteiche und Schafsherden sind häufig und üblicherweise von Kirche und Obrigkeit geduldet, sofern sie den allgemeinen Frieden nicht allzu sehr stören. Grund für konstante Unfrieden zwischen Markgraf und Ritterschaft sind allerdings die Verpfändungen von Ämtern an landesfremde Ritter. Dies wird vom Markgrafen als notwendig und nicht ehrenrüchig angesehen, die Hundsmärker Ritterschaft sieht hierdurch aber natürlich ihre Mitsprache im Land geschmälert.

Diese sind, aufgrund mangelnder Einnahmemöglichkeiten, oft ärmer als im Rest Avariens und können oftmals nicht mit den modischen und rüsttechnischen Neuerungen der restlichen Festlandprovinzen, ganz zu schweigen denen des eveländischen Adels mithalten. Die seit vielen Generationen vererbte, den ganzen Körper bedeckende Brünne, ergänzt um einen Lentner, Armkacheln, Senftiere und einen typisch avarischen Großhelm bilden das typische Rüstzeug der Ritterschaft, hinkt also der Rüsttechnologie des restlichen Avariens um eine gute Generation hinterher.

Die hundsmärker Bauernschaft befindet sich in einem andauernden Kampf, das karge Land nutzbar zu machen und ihm abzugewinnen, was sie zum Leben benötigen. Um die Neugründung von Dörfern zu fördern und Aussiedler aus den überfüllten Städten der anderen Grafschaften anzulocken haben die Markgrafen schon vor vielen Generationen verfügt, dass die ersten drei Generationen eines Dorfes von Knechtschaft sowie Kriegsdienst zu befreien sind. Dies führte dazu, dass es unter den hundsmärker Gemeinen mehr Freibauern als im Rest des Königreiches gibt. Nichtsdestotrotz ist die Erschließung des Moores gefahrvoll und kann in schlechten Jahren den schnellen Tod bringen. So sagt man dass das Moor „dem ersten den Tod bringt, dem zweiten die Not und dem dritten das Brot.“

Auf den sauren, feuchten Böden ist Ackerbau bis auf wenige Ausnahmen so gut wie unmöglich. An den Sümpfen und entlang der Aller lebt die Bevölkerung von Fischfang mit Angel, Netz und Aalkamm sowie dem Krabbenfang in Reusen. In den Mooren legen die Gemeinen Netzwerke von Entwässerungsgräben an, um Braun- und Schwarztorf gewinnen zu können. Wasservögel sind wichtige Fleischlieferanten und werden mit Schleuder und Speer gejagt. Der einzig feste Boden findet sich auf der Erhebung des Dinkelberges, wo die dortige Rittersfamilie Dinkel, Gerste und Raps anbauen können, zum Neid ihrer Nachbarn.

Wo immer es möglich ist, werden Schafe und Ziegen als Milch- und Wolltiere gehalten. Das durchgehende Begrasen der entwässerten Moorflächen ist zudem für die Entstehung der weitläufigen Heidelandschaften der Alt-Hundsmark verantwortlich. Dort ist durch den daraus entstehenden Blumenreichtum auch die Bienenzucht eine gewinnbringende Tätigkeit geworden. Hier wächst auch der berüchtigte hundsmärker Buchweizen, der im Gegensatz zu richtigem Getreide gut auf den nährstoffarmen Sandböden gedeiht und in ganz Lyrien als Armen- und Krankenspeise traurige Berühmtheit erlangt hat.

Wege und befestigte Straßen gibt es kaum. Wo es der Boden zulässt, wurden durch Jahrhunderte der Benutzung Pfade in den Boden getreten. Die einzige Route zu abgelegenen Dörfern ist oft nicht mehr als ein Knüppeldamm aus Weidenzweigen, der Sumpflöcher überbrückt. Da der trügerische Boden kaum Pferde trägt, werden die Hundsmärker von reisenden Händlern (hundsmärkerisch Kiepenkerlen) versorgt, die zu Fuß mit großen Weidenkörben auf dem Rücken von Dorf zu Dorf reisen und lokale Erzeugnisse gegen Getreide, Salz und Kleinvieh tauschen.

Die Dörfer selber bestehen meist nur aus schlichten, einstöckigen Häusern aus verputztem Weidengeflecht mit reetgedeckten Dächern. Wo es der Boden nicht anders zulässt oder Überschwemmungen häufig sind, werden wie zu alten Zeiten sogar Pfahlbauten errichtet. Der Stammsitz der Markgrafen ist Vennhuisen im Südosten, Sitz des Grafen und mit ca. 900 Einwohnern die einzige Stadt und Marktplatz der Region. Wolle, Torfe, Wachs und Honig werden von hier aus die Aller runter mit Stakbooten in das restliche Königreich gebracht.

Die Kleidung der hundsmärker Gemeinen entspricht der des restlichen Avarien: Bruchen, Beinlinge, Cotten und Tuniken sowie Garnache und Gugel für schlechtes Wetter. Dazu werden Bundhauben und diverse Filzmützen getragen. Da es keine lokalen Färbepflanzen abseits von Zwiebeln und einigen Grünkräutern gibt, ist regionale Kleidung allerdings eher farbenarm oder in Grün-, Braun und schwachen Gelbtönen gehalten. Daraus resultiert eine Vorliebe für bunte Kleidung nach avarischem oder besser noch eveländischem Schnitt, die von allen Märkern getragen wird, die es sich leisten können ihren Wohlstand zur Schau zu stellen oder ausserhalb der Heimat unterwegs sind.

Der hundsmärker Waffenknecht ist ebenso ähnlich gerüstet wie andere Avarier, nur das Faustrohr findet wegen des feuchten Wetters in der Grafschaft selbst wenig Anwendung. Regionale Besonderheiten in der Bewaffnung sind Goedendag und Kletsie. Ersteres ist ein kurzer, dicker Spieß mit metallbeschlagenem Schaft, der als Stichwaffe oder Knüppel eingesetzt werden kann, letzteres ein langer Speer mit einem dicken, flachen Ende, der zum Überspringen der zahlreichen Gräben und Moorlöcher verwendet wird. (Der Sport des Fierljeppen, bei dem man einen möglichst breiten Graben überspringt, wird damit ebenfalls praktiziert.)

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Glauben und Aberglauben

Hundsmärker sind Ceriden und Anhänger der lyrisch-ceridischen Kirche. Da es allerdings durch die geringe Bevölkerungsdichte nur wenige festen Kirchen gibt, kümmern sich wandernde Pretoriusaner um die seelischen Bedürfnisse der Bevölkerung. Abseits lokaler Heiliger und regionaler Bräuche kann man die Bevölkerung als orthodox und allgemein bäuerlich-strenggläubig beschreiben, ohne dass ihnen ein besonders ausgeprägter Missionierungsdrang innewohnen würde. Man ist damit zufrieden, sich um sein eigenes Seelenheil zu kümmern und schert sich wenig um das Gebaren seiner Nachbarn, solange jeder am Hillariustag zur Messer erscheint. Eine lokal bekannte und sehr verehrte Heilige ist St. Ottla, die laut Legende von ihrem Vater an einen heidnischen Allerländer Adeligen verheiratet werden sollte. In der Nacht vor der Hochzeit betete sie inbrünstig zum Eynen, sie hässlich zu machen, damit der Heide sie nicht zur Frau nehmen würde. Der Eyne schenkte ihr daraufhin einen mächtigen Vollbart. Als der Allerländer seine bärtige Braut am anderen Morgen erblickte, erschrak er und zog mit seinen Schergen aus, um sie zu erschlagen. Ottla floh in die Sümpfe, und als sie den Häschern nicht mehr entkommen konnte, warf sie sich in ein Schlammloch um den Heiden nicht in die Hände zu fallen. Diese verfingen sich jedoch schlagartig in ihrem wuchernden Bart und wurden ebenfalls ersäuft. Deshalb werden die Hängemoose und Flechten in der Volkssprache auch als Ottlasbärte bezeichnet. Regional begangenene Bräuche sind auch das Storch- und Schlangenknüppeln am jeweils ersten Severinstag nach der Sommer- bzw. Winter-Sonnwende, bei dem jeweils eine Tiersorte in Dorfnähe erschlagen wird, da die einen als bozephalische Boten, die anderen als Bringer unerwünschter Kinder gelten. Hundsmärker wissen auch zahlreiche Schauergeschichten über den Sumpf zu berichten. Am bekanntesten darunter sind die Bozephalusfackeln, bleich Flammen die man in nebeligen Nächten über vermeidlich trockenem Boden erblicken kann. Weicht ein Wanderer vom Knüppeldamm ab um auf die vermeidliche Feuerstelle zuzugehen, wird er sich bald in einem tückischen Fließsand oder Morast wiederfinden und unweigerlich versinken. Den Legenden nach handelt es sich bei den Bozephalusfackeln um Anbeter des gefallenen Götterkindes die man zur Strafe im Sumpf versenkte und seitdem als ruhelose Geisterwesen ihr Unwesen treiben.

Bekannte Hundsmärker

  • Ludolf Laurentius II, Graf der Hundsmark.
  • Ritter Johann von Stotzheim, reisender Ritter.
  • Ritter Rambold von und zu Stotzheim, Ritter der Mark.
  • Ritter Dettwald von Dinkelberg.
  • Hermann Meckerich, Mundschenk des Johann von Stotzheim.
  • Georg Torfstecher, Waffenknecht des Alistair de Bois.
  • Die Hüttler-Sippe, Rumtreiber, Wilderer und Tagelöhner aus dem Stotzheimer Lehen.

Kontakt

Die Hundsmark ist als Hintergrund eines Teils der Hohensteyner Spießgesellen um Sigismund von Hohensteyn, Alistair Bastard de Bois und Johann von Stotzheim entstanden. Interessenten am Hintergrund können sich gerne über die LarpeR.ning-Gruppe mit uns in Verbindung setzen.