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BardenMagie

Bardenmagie

Bardenmagie ist eine weitere Variante der Spruch- bzw. Ritualmagie. Bardenmagie wird nicht als Kampfmagie eingesetzt (d.h. nicht wie die Leute mit Feuerbällen usw.) deshalb ist die Bardenmagie neben der Ritualmagie jene, welche am besten gerade ins punktelose Spiel genommen werden kann. Die Frage lautet aber nach wie vor "Wie vermittle ich, dass es kein einfaches Lied ist, sondern ein Zauber, bzw. welche Wirkung dieser haben soll?". Wenn ein Musiker/Barde seine Mitspieler erst überzeugen muss, dass er Magie wirken kann, dann muss er klarmachen, dass hier kein Liedchen gespielt wird, sondern etwas Großes, Übernatürliches, Magisches geschieht. Das ist vor allem dann knifflig, wenn - wie oft auf punktelosen Spielen - ohne oder mit nur minimaler SL-Intervention gespielt werden soll. Eine IT/OT-Ansage, wie etwa: "Ha! Ich will doch mal sehen, ob ich ihn nicht mit einem Lied verzaubern kann: Lullaby Baby in a tree top ..." funktioniert zwar (zumindest bei Bezauberungen von Personen), gibt aber unter Umständen mehr Leuten als nur dem Zauberer und dem Bezauberten Information preis, die nicht immer erwünscht ist. In ceridischen Landstrichen kann das z.B. etwas blöde sein.

Letztendlich wird man wohl vor oder nach dem Lied, welches natürlich inhaltlich passen muss, kurz eine Ansage machen müssen. Bardenmagie funktioniert, wie alles andere, wenn sich die Mitspieler drauf einlassen - und so fair sind, Spieler- und Charakterwissen voneinander getrennt zu halten. Insgesamt ist zwar das eigentliche "Sprechen" des Spruchs anders, aber der Rest entspricht genau dem üblichen Magieproblem. Der Knackpunkt beim Wirken im punktelosen Spiel ist, dass die potenziell Bezauberten anerkennen müssen, dass es so etwas wie Bardenmagie überhaupt gibt. Viele werden nicht anerkennen, dass jemand Magie wirkt, nur weil er etwas Musik macht. Warum soll das auch Magie sein? Weil es im D&D-Regelwerk steht? Es gilt auch hier: je schöner etwas dargestellt wird, umso eher wird es vom Gegenüber akzeptiert. Sind die Mitspieler der Meinung, dass es "normal" ist, dass Barden Magie wirken, dann wird auch eine IT/OT Ansage ausreichen.

Darstellung

Die Darstellung ist - wie bei jeglicher Magie - natürlich sehr wichtig. Eventuell kann man, vor allem als Instrumentalbarde, Lichteffekte (z.B. mit kleinen Taschenlampen oder Knicklichtern; in manche Instrumente, z.B. manche Flöten, kann man Knicklichter z.B. einfach reinstecken, ohne die Funktion zu beeinträchtigen - kann einen schönen Effekt ergeben) verwenden oder aufgebrachte Leuchtfarbe mit Schwarzlicht zum Glühen bringen. Wenn während der Darbietung plötzlich die Harfe anfängt, golden zu leuchten, sollten die meisten mitbekommen, dass hier gerade gezaubert wird. (Die Ansage kann aber auch nicht schaden.) Es ist jedoch zweifelhaft, ob viele Barden, die solche Magie wirken, ihre teuren Instrumente mit Elektronik und Lichteffekten "verschandeln" wollen, geschweige denn finanziell können. Es sollte hier Gleichberechtigung zu den anderen Magiebereichen geben: Jeder versucht es so schön darzustellen, wie er kann.

Ein zusätzlicher Vorschlag ist, im Verlauf des Liedes den Klang zu verändern. Das setzt einen verborgenen Tonabnehmer und verborgene weitere Ausrüstung voraus, was möglicherweise nur aufwändig und umständlich zu bewerkstelligen ist. Weiterhin ist es wenig spontan und wenig subtil. Man könnte sich das ungefähr so vorstellen:

  • ... der Musiker beginnt zu spielen, alle Augen sind auf ihn gerichtet. Wird er es tatsächlich schaffen, den Fluch von der schlafenden Prinzessin zu nehmen? Nach kurzer Zeit verändert sich der Klang seines Liedes - plötzlich scheint er von überall her zu kommen. Als der Musiker von einer langsamen zu einer schnelleren Passage wechselt, gesellt sich noch ein Klang dazu, der unmöglich vom Musiker selbst stammen kann - ein leises Klimpern wie von winzigen Glöckchen ...

Punkte vs. punkteloses Spiel

Bei beiden Varianten von Spielen wird die Magie gleich eingesetzt. Die Akzeptanz ist bei beiden Systemen auch die gleiche: entweder ... oder ... Ein Punktespieler kann genauso sagen: "Mann, die Darstellung war ja nichts, gerade mal eine Liedzeile und dann zwei Akkorde reingehauen und das Ganze schlecht gespielt! Also, den Zauberspruch zähle ich nicht."

Bei Punkteregelwerken kann Bardenmagie mit den regeltechnischen Anforderungen für Zauber kollidieren: Wer das Instrument in der Hand hat, kann nicht gleichzeitig mit Komponenten herumhantieren. Hier muss man überlegen, ob man beides vereint bekommt, oder auf "Sonder"magiearten wie z.B. Skillmagie ausweichen kann (es hindert einen schließlich niemand daran, MEHR darzustellen als für einen Skillzauber erforderlich) oder ggfs. einfach bei der Orga anfragt, wie eng man sich am Regelwerk orientieren muss, wenn man unsicher ist.

Explizit vorgesehen ist Bardenmagie nur in wenigen Regelwerken (z.B. dem Daimon-Regelwerk, dem Silbermond-Regelwerk oder den ursprünglich österreichischen Regelwerke "Codex II" und "Signum").

Probleme der Bardenmagie

  • Das Lied muss zum Zauber passen, sowohl inhaltlich als auch von der Melodie.
  • Der Liedtext sollte von jedem sowohl inhaltlich als auch von der Aussprache her verstanden werden. Ich muss verstehen, was der Barde spricht: Althochdeutsch verstehen die meisten nicht, und wenn man nuschelt, kann man es auch gleich sein lassen.
  • Speziell Instrumental-Bardenmagie muss man mit Gefühlen spielen. Der Zauber 'Freundschaft' sollte nicht mit einer Geige und langsamen melancholischen Melodien gespielt werden
  • Ansagen des Zauberspruchs nach dem Lied oder während des Liedes sind nicht so toll, weil sie die Stimmung ein wenig stören.

AndreasBress, TilmannHolst, RalfHüls, HelgeBruhn, ChristianSpalthoff


Siehe auch LarpMagie, PunkteloseMagie, LarpMusik, BardenProbleme