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RickS./Bastelanleitungen/Sarwürkerei/Kauftipps

Tipps und Hinweise zum Kauf einer fertigen Kettenrüstung

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  • Achtet beim Kauf eines Kettenhemdes darauf, dass die Arme sich zum Handgelenk hin konisch verjüngen. Tun sie das nicht, bilden sich beim Tragen "Trompetenärmel", die durch ihr unkontrolliertes hin und her schwingen nicht nur äußerst lästig für den Träger sind, sondern sie können auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Zudem sehen sie besser aus.
    • (z.B. eine angedeutete Ohrfeige wird kurz vor dem Gesicht des Spielpartners abgebremst, doch der labberige Ärmel fliegt weiter, dem Gegenüber ins Gesicht, ohne dass man dagegen etwas tun könnte - so real schon beobachtet - glücklicherweise ohne Verletzungen der Augen. RickS.)


  • Flache Ringe bieten eine sehr dichte und massive Optik, verhaken sich jedoch gerne ineinander und schränken so die Beweglichkeit ein. Auch das an und ausziehen der Kettenrüstung ist mit flachen Ringen deutlich schwieriger, als mit runden Ringen.
    • Das Verhaken der Ringe bei Flachringgeflechten ist ein nur sehr selten auftretendes Problem (bei mir in 5 Jahren nur 3mal vorgekommen) - kann jedoch dazu führen, dass ihr den Panzer nicht mehr alleine ablegen könnt, wenn ihr den Ring nicht zerreißen könnt. Alternativ kann auch ein Helfer die Verhakung für euch lösen - dann nimmt auch der Panzer keinen Schaden. -- RickS.


  • Runde Ringe, die an der Nietstelle abgeplattet sind, sind (nach meinen Informationen) die historisch wahrscheinlichste Form der Kettenrüstung. Dieses Geflecht ist sehr beweglich und robust, bietet jedoch nicht die optische Dichtheit von Flachring-Geflechten.
    • In Museen sind aus dem Spätmittelalter auch extrem feine ( ca. 3-4mm Ring ID bei ca. 1mm Drahtstärke), unvernietete Geflechte erhalten. Ob diese jedoch verschweißt oder anderweitig dauerhaft verschlossen wurden konnte mir auf Nachfrage nicht gesagt werden.


  • Verzinkte Kettenrüstungen glänzen sehr stark und wirken in den Augen vieler LARPer billig und "unambientig". Zudem reibt sich die Zinkschicht durch die Bewegung der Ringe recht schnell ab und verteilt sich in Form von (giftigem) Staub auf der Kleidung.


  • Ringe aus blankem Stahl sind bei regelmäßigem Gebrauch kaum rost-anfälliger als verzinkte Ringe, bieten jedoch durch die dunklere Färbung eine gänzlich andere Optik. Auch ist die Verzinkung eine moderne Technik und daher ist gerade für geschichtsnahe Darstellungen die blanke Variante zu wählen.


  • Das Kettenhemd sollte euch passen. Dafür sollte es keinesfalls zu klein sein. Eine geringe Übergröße wird durch das Geflecht ausgeglichen (anders als bei Plattenrüstungen). Ein zu kleiner Panzer erschwert euch jedoch schnell das Atmen. Ein etwas zu großer Panzer ist lediglich ein wenig schwerer.


  • Vernietete Geflechte sind unvernieteten Panzern in Puncto Langlebigkeit und Robustheit deutlich überlegen. Vom Preis abgesehen ist also ein vernietetes Geflecht einem unvernieteten stets vorzuziehen.


  • Geflechte aus Aluminium oder Titan sollten nur dann gewählt werden, wenn die Gesundheit ein Stahl-Kettenhemd verbietet. Beide Metalle sind durch ihre Farbe und ihren Glanz sehr schnell als "nicht Stahl" zu erkennen. Beschichtungen, wie sie für solche Kettenpanzer vielfach angeboten werden, reiben sich durch die Bewegung der Ringe sehr schnell ab und können sich in Form von (z.T. giftigem) Staub an der Kleidung festsetzen.


  • Bei unvernieteten (offenen) Geflechten ist das Material der Ringe, sowie deren Form entscheidend in Sachen Qualität:
    • Federstahl ist robuster als normaler Eisendraht.
    • Flache Ringe lassen sich nicht so leicht aufbiegen, wie runde Ringe.
    • je kleiner die einzelnen Ringe, umso stabiler das Geflecht


  • "Teilvernietet" bedeutet bei den meisten Anbietern, dass das Geflecht nur unter den Achseln vernietet ist. Solche Panzerhemden sind zwar etwas robuster als gänzlich offene Geflechte, doch meist werden die Schwachstellen, die normalerweise unter den Achseln liegen, nur an den Rand der vernieteten Stücke geschoben, wo solche Geflechte dann gerne mal aufreißen.