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Physik

Physik im Mittelalter

Seite befindet sich im Bau. Im Wesentlichen sind hier ein paar Gedankenfetzen. BitteErgänzen

Die Physik und Naturwissenschaft, wie wir sie heute kennen existiert erst seit dem 16. bzw. 17. Jahrhundert, Naturwissenschaft im Allgemeinen schon seit der Antike. Das heißt, dass für die meisten Larphintergründe entweder eine eigene Ansicht der Wissenschaft (incl. Magie usw.) gebraucht wird, oder eine historisch Korrekte übernommen wird. Zum Basteln einer eigenen Ansicht der Wissenschaft werde ich noch einen Artikel schreiben.

Die Welt des Aristoteles

Die Welt des Aristoteles ist der Kosmos, der, wie in er Antike üblich, als schöne Ordnung verstanden wird. In ihm hat alles seinen Platz; alle Dinge, die Menschen und die Götter sind in eine hirarchische Ordnung eingefügt. Ein Stein fällt nach unten, weil er danach strebt ihm den von der Natur zugewiesenen Platz anzunehmen. Sprich ein Stein fällt nach unten, weil er nach unten gehört. Da diese Gedankenstrukturen sehr verbreitet und politisch sehr angenehm waren (ein König ist Chef, weil es seine Bestimmung ist und die Frau ist dem Manne Untertan, weil es eben die Ordnung aller Dinge ist) hat es sich sehr lange gehalten und in der Welt der Wissenschaft wurde erst durch Newton ein Umdenken in großen Maßstäben eingeleitet.

Aristoteles im Larp: Wir modernen Menschen tendieren zu Newtons Weltansicht, dass Dinge geschehen, weil etwas sie dazu bringt. Wir glauben nicht mehr an eine vorgefertigte Weltenordnung und ein Schicksal (obwohl die Quantenphysik da auch mal wieder ein Umdenken fordert). Unsere Spiel-Charaktere sollten sich aber eben einer Weltsicht nach Aristoteles bfleißigen und eine Göttergegebene Hirarchie auch für alle Dinge der Wissenschaft voraussetzen.

TobiasCronert

Aristotelische Kosmologie

Der Kosmos besteht aus zwei grundsätzlich unterschiedlichen Teilen: der Erde und dem Himmel. Dabei ist der Mond die Grenze zwischen diesen beiden Reichen. Der Mittelpunkt der Erde ist dabei der Mittelpunkt des Kosmos.

Im sublunaren Reich sind alle Dinge aus den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer gemacht, wahlweise auch aus einer Kombination von zwei oder mehr, und bewegen sich natürlich in geraden Linien auf den Mittelpunkt der Erde zu oder von ihm weg. Alle anderen Bewegungen sind erzwungene, also meist durch Menschen ausgelöste, Bewegungen. Die Elemente Erde und Wasser haben eine natürliche Schwere, die sie zum Erdmittelpunkt zieht. Dabei ist die Schwere von Erde größer als die von Wasser, weshalb der Kern der Welt aus Erde besteht, überdeckt von einer Schicht Wasser. Darüber kommen die leichten Elemente Luft und Feuer. Über dem Wasser liegt also zuerst eine Schicht aus Luft und darüber dann eine (normalerweise Unsichtbare) Schicht aus Feuer.

Die echte Welt entspricht aber nicht ganz der idealtypischen Vorstellung. Das ist nicht der Fehler des Modells, sondern der groben Welt, die die reine Ideenlehre nur unzureichend abbilden kann. So ist der Kern der Welt eben keine absolut glatte Kugel, sondern weist zum Teil erhebliche Berge auf, die als Landmassen aus dem Ozean hervorgucken. Seit der Schöpfung der Welt ist unter der Erde auch noch etwas Feuer gefangen, das sich, wann immer möglich, durch Vulkanausbrüche befreit. Die tägliche Wahrnehmung sagt uns also, dass die Erde sich mit der Zeit verändert.

Im superlunaren Reich gibt es andere Naturgesetze. Es ist unveränderlich und alle Bewegungen sind kreisförmig und konstant. Eigentlich dürfen sie auch nur um den Mittelpunkt des Kosmos, also den Erdmittelpunkt, passieren, aber diese Bedingung ist nur schwer aufrechtzuerhalten wenn man sich zum Beispiel die retrograde Bewegung des Mars anschaut. Alle Dinge ab dem Mond bestehen aus einem Element, nämlich Äther. Der Mond und die Planeten, also der Merkur, die Venus, die Sonne, der Mars, der Jupiter und der Saturn, sind Kugelförmige Verdichtungen aus Äther in einem Äthergefüllten Raum, die sich kreisförmig um den Mittelpunkt des Kosmos bewegen. Hinter dem letzten Planeten liegt die sich drehende Kugel der Fixsterne. Der Kosmos hinter dieser Kugel zu Ende.

-- Nathanael

Erkennen von Wahrheiten

"Der Beweis beruht auf so festen Grundlagen, dass selbst, wenn die Erfahrung das Gegenteil zu beweisen schiene, wir eher unserer Vernunft als unseren Sinnen Glauben schenken müssten". Descartes in seinen Principia Philosophiae.

Vor allem in der griechischen Antike, deren Philosophie ganz wesentlich die Philosophie des Mittelalters (zumindest im Hoch- und Spätmittelalter (?)) beeinflusste, war die Frage sehr umstritten, wie der Mensch die Welt wahrnimmt, und daher auch wie er "Wahrheit" erkennen kann. Über die Funktionsweise der Sinneswahrnehmung existieren im Groben zwei Theorien:

  • der Wahrnehmende sendet über sein Sinnesorgan feine Teilchen aus, die auf das zu untersuchende Objekt treffen, von diesem reflektiert werden und zurück zur beobachtenden Person gelangen. Das Teilchen wird wiederum vom Sinnesorgan aufgenommen und gewinnt dadurch Informationen über das Objekt.
  • alle Objekte senden zu allen Zeiten feine Teilchen aus, die von jedem Wesen "eingefangen" werden können. Die Sinnesorgane können die Eigenschaften dieser Teilchen analysieren und erhalten so Aufschluss über das beobachtete Objekt.

Für die Wissenschaften, welche die Natur beobachten (also ganz wesentlich in der Physik), war bis ins späte Mittelalter diese Frage sehr wichtig, da es zu klären galt, wie (und auch ob) Menschen in der Lage sind, Gesetzmäßigkeiten in der Natur zu erkennen und sie in eine Theorie zu verpacken. Wichtig war dabei die Überlegung, ob mit den Teilchen auf ihrem Weg durch die Welt etwas passieren konnte, das sie veränderte. Als z.B. Galileo Galilei die Philosophen und Geistlichen in Florenz bat, durch sein Fernrohr auf den Mond zu schauen, erwiderten diese, dass sie den Bildern, die sie dort sahen, gar nicht trauen dürften, da das Glas des Fernrohres die Teilchen, die von dem Auge eingefangen wurden, verändert haben könnten. Platon z.B. war sogar der Meinung, dass Menschen gar nicht in der Lage seien, durch bloße Beobachtung der Natur allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten aufzustellen, da die Objekte in unserer Welt nur unvollkommene Schatten von Objekten der Ideenwelt seien.

Das ganze hat natürlich den Vorteil, dass man als Naturwissenschaftler im Larp gegen allzu moderne Theorien sehr skeptisch vorgehen kann, ohne gleich alles, was man nicht kennt, ablehnen zu müssen. Man bewahrt sich also einen wissenschaftlichen Anspruch und ist gleichzeitig (in unserem Sinne) überaus altmodisch.

sonstiges

  • die Vorstellung, dass das mittelalterliche Weltbild von einer flachen Erdscheibe ausging, ist ein Ammenmärchen. In nachchristlicher Zeit zweifelte in Europa und im nahen Orient kaum noch jemand an einer kugelförmigen Erde. Literaturtipp dazu: Spektrum der Wissenschaft, Astronomie vor Galilei, 4/2006.

-- PatrickC


siehe auch: Wikipedia

CharakterTippsGelehrter


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