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LARP-Mythen

Die Öffentlichkeit hält uns für Satanisten oder gemeingefährliche Verrückte

Ich halte das mittlerweile für einen Mythos, der sich durch amerikanische Anti-Rollenspiel-Initiativen und sehr vereinzelte schlechte Berichte in der nicht mehr ganz so jungen Vergangenheit unter den LARPern selber gebildet hat. Wenn man jüngere, seriösere Berichte sieht (z.B. Focus im August 2004, der SWR-Bericht zum DF 2004, Akte04 Anfang Dezember 2004, oder die neueren Sachen auf Mittelande) gewinnt man eher den Eindruck, daß "die Öffentlichkeit" ein eher neutrales Bild von LARP hat. Die Voraussetzungen sind im Vergleich zur Anfangszeit des LARP auch besser geworden. Mittelalterveranstaltungen haben in den letzten Jahren einen Boom erfahren und nicht zuletzt durch den Erfolg der jüngsten Herr-der-Ringe-Verfilmung können nicht mehr nur Freaks etwas mit Fantasy anfangen. Damit hat "die Öffentlichkeit" mittlerweile deutlich bessere Bezugsgrößen, mit denen sie LARP einordnen kann, als früher. Man hält uns schlimmstenfalls für harmlose, geschichtsinteressierte, verträumte Sonderlinge. Wenn Rollenspieler aufhören würden, sich dauernd von sich aus gegen die Sache mit dem Satanismus zu verteidigen oder selber mit dem Spinner-Image zu kokettieren, wäre das vermutlich hierzulande so gut wie gar kein Thema mehr. --RalfHüls, 08.01.2005

Wir spielen durch bis Sonntag mittag

Fakt: häufig wird Sonntag morgens geouttimet, von einigen im T-Shirt gefrühstückt. Bei anderen gibt es einen fröhlichen Outtime-Beginn, der nach 2 Stunden durch den Plot wieder gekillt wird. Die Rückkehr des Intime-Quasi. --CarstenThurau, 11.11.2003

Wir sind 24 Stunden-Intime

Fakt: Habe noch nie ein Con erlebt, wo sich nicht mehrere Spieler mal (vielleicht unbemerkt von den anderen) ins Outtime verkrochen haben, oder bei dem man mal (outtime) gelacht hat, weil die Situation so komisch war...

In der guten alten Zeit war alles besser

Fakt: Die gute alte Zeit muss vor 1993 gewesen sein. Da habe ich den Spruch zum ersten Mal gehört. Die Gewandungen sind seitdem durchschnittlich übrigens besser geworden. Siehe auch GuteAlteZeit. --CarstenThurau, 11.11.2003

Ehrlich erspielt

Wird häufig bei aussergewöhnlichen Gegenständen oder Fähigkeiten benutzt und ist eine wunderbare Floskel. Bedeutet meistens übersetzt: Die SL auf dem CON, auf der ich das bekomme habe,

--CarstenThurau, 11.11.2003 (Mit Dank an T.S., der das im Footer stehen hat: Larplüge in zwei Worten: Ehrlich erspielt!)

Der tote Spieler im Burggraben

Wer kennt ihn nicht, den Klassiker der LarpMythen: Auf Burg X wurde im Sommer ein toter Larper im Burggraben gefunden. Wahlweise ist er dann ertrunken, erschlagen oder erschossen worden, wollte im Kettenhemd schwimmen gehen... ;-) --TilmannHolst, 13.11.2003

Fakt: Bis jetzt ist auf einem deutschen Con noch niemand gestorben oder so schwer verletzt worden, dass er bedeutende (in der Größenordnung "querschnittsgelähmt") bleibende Schäden davon getragen hat. Um der Bildung von Urban Myths entgegenzuwirken haben ich SchlimmsteLarpUnfälle geschrieben, in der ich die schlimmsten Verletzungen gesammelt habe. --TobiasCronert 16.06.2008

Tod durch Plattenschulter

Ein fallender Spieler soll sich an den eigenen Plattenschultern das Genick gebrochen haben. Alternativ soll sich ein Schwert zwischen Nacken und Klingenbrecher verkeilt haben. Der betreffende Spieler sei dann gestürzt und habe sich so das Genick gebrochen.

Schießerei unter LARPern

...gab es. Die Geschichten, die man darüber erzählt bekommt, haben aber in der Regel nicht das Geringste mit Tatsachen zu tun. Aber ich überlasse es anderen LarpWikiBewohnern, darüber zu schreiben, falls sie es für angemessen halten. --RalfHüls, 13.11.2003

Abgerissenes Ohr im Larpkampf

Gab es. Zur Hälfte etwa allerdingss nur (was mich etwas glücklicher machte). Da gab es nämlich auf dem Draccon 1 einen Spieler der durch einen Überkopfschlag mit einem Kampfstab sein Ohr halb einbüsste. Das wurde dann im Krankenhaus mit vielen kleinen Stichen genäht und verheilte auch gut. --FredSchwohl 15.11.2003

Ebenfalls ein halb abgerissenes Ohr gab es auf dem Drachenstein-turnier einem DSA-Larp in Belgien. Wobei aber wohl der Schlagende nicht viel dafür konnte, da der Betroffene alkoholisiert war und stürzte und hierbei vom Schlag am Kopf getroffen wurde. Das Ohr mußte in Aachen in der Klinik genäht werden. -- Andrej Pfeiffer-Perkuhn 15.12.2004

Katanaaaaaaa

...jeder schon 1001 mal gehört. Unverantwortlicher Spieler kommt mit einem echtem nur übergetapten Katana auf ein Con und metzelt wild um sich. Je nach Erzählung müssen viele Waffen oder manchmal auch Gliedmassen dran glauben. --RaoulW, 14.11.2003

Abwandlung mit Kupferrohr

Die Geschichte kenne ich auch in Variante B, ein Spieler hat eine reichlich harten Waffe, andere beschweren sich bei der SL, es stellt sich raus, dass der Spieler als Kernstab ein Kupferrohr verwendet hat. Abwandlung: Damit kann man auch super gebogene Waffen bauen ;-) --TilmannHolst, 13.11.2003

Abwandlung mit Alurohr

Leider keine Legende, sondern bittere Wahrheit. Passiert auf einem Düsterthor Con anno 94 oder 95. Die Waffen der SL/NSCs(!)hatten als Kernstab Alurohr. "Damit kann man auch super gebogene Waffen bauen" wurde uns auf Nachfrage genauso serviert wie der tolle Vorteil, "dass da der Kernstab nicht so schnell kaputt geht." Als sich die SL weigerte die Waffen aus dem Verkehr zu ziehen, hat Nordis Prenzel das Problem so gelöst, dass sie einen Teil der Dinger im Wald versteckt/vergraben hat. TineW 02.01.05

Abwandlung mit Holz

Auf oben bereits genannten Drachenstein-turnier hatte ich das vergnügen ein Stück Ratanholz auszusortieren, das zum Schutz mit 24 Lagen Stoff umwickelt war die sehr sorgfältig festgetackert wurden. Ob diese zum Schutz der Mitspieler oder des Knüppels angebracht waren kann ich allerdings nicht sagen -- Andrej Pfeiffer-Perkuhn 15.12.2004

Abwandlung mit Plexiglas in der Parierstange

Durchaus real. Das Opfer ist mir persönlich bekannt, leider nicht der Verursacher, da sowohl die Waffe als auch der Täter komischerweise vom entsprechenden Con entfernt wurden. Das Plexiglas im Spiel war konnte anhand der Splitter die im Krankenhaus aus dem offenen Nasenbeinbruch entfernt wurden zweifelsfrei festgestellt werden. Bereits auf dem Draccon 2 haben wir eine Waffe dieser Bauweise beim Waffencheck aus dem Spiel genommen, es scheint also in der Anfangszeit des Larps häufiger dazu gekommen zu sein. --FredSchwohl 15.11.2003

Abwandlung mit Schweissdraht in der Parierstange

Mir so passiert als SL auf dem DF 2002. Als ich den Spieler fragte, was denn in seiner Parierstange sei (weil die sich komisch anfühlte), meinte er lapidar "Schweissdraht". Weder Zetern noch zweite Meinung halfen ihm dann noch, aber verstanden hat er mich wohl bis heute nicht. --JeremiasW 21.6.2005

Larp mit Schaukampfwaffen

Die hat es tatsächlich gegeben. Nur sind uns in Larhgo inzwischen die Versicherungsprämien zu hoch ;-) --TilmannHolst, 14.11.2003

Flitzebogen

...genau so verbreitet wie die Katana-Sage. Ein weiterer unverantwortlicher Spieler meinte, es reicht seine Jagdpfeile durch einen Schaumstoffball auf der Stahlspitze zu sichern. Die Erzählungen variieren zwischen Pfeilen die in Bäumen, oder sogar in unschuldigen Körpern stecken. -- RaoulW, 14.11.2003

In England ist der Kopf auch Trefferzone

Neulich ware eine Gruppe Engländer auf einem Con, eigentlich nette Leute, hat alles gepasst. Dann kommt es zu einem Streit in der Schenke, der erste von denen zieht sein Schwert und ballert das dem Nächsten auf den Kopf. Das Entsetzen ist groß, die Gäste verstehen nicht recht, was denn jetzt so schlimm sein soll... --TilmannHolst, 14.11.2003 (War noch nicht auf der Insel und kann desshalb weder bestätigen, noch wiederlegen)

Ich war auf mehreren Cons in Holland und England und nach dem offiziellen Gatheringregelwerk ist der Kopf in diesem britischen Larpregelwerk eine ganz normale Trefferzone bzw. eine der beliebtesten Trefferzonen da (es gibt keinen Todesstoß!) ein Charakter beim ersten Kopftreffer (ohne Helm) direkt Tot ist. Yann

Kämpft doch mal mit den Jungs vom Ordo Solis (italiener die auch in England spielen) Dann wisst ihr das der Kopf Trefferzone ist. Ich finde das übrigens gar nicht so schlecht. -- Andrej Pfeiffer-Perkuhn 15.12.2004

Ordo Solis: Mythos und Realität

Über die folgenden Ordo Solis Mythen:

Bitte das ultimative Schuldeingestädnis TRUE! the Ordo Solis hits the head!! lesen.

das allgemeine Verständnis / Klischee

Meistens in LARP-Foren oder Mailinglisten gebräuchlich: es wird behauptet, dass irgendetwas nach allgemeinem Verständnis gilt. Beispielsweise das Orks grün sind oder Dämonen böse oder Elfen langhaarig oder Duschen outtime. Meistens wird das gerade in Situationen gebracht, in denen jemand ein anderes Verständnis hat.

Fakt: Ein allgemeines LARP-Verständnis scheint mir mit den real existierenden LARPern nicht möglich zu sein...

in der Con-Einladung: Jeder kommt auf seine Kosten

Für mich eigentlich der erste Grund, nicht auf einen Con zu gehen. Wer bei der Vielzahl von LARP-Spielweisen behauptet, auf seinem Con würde jeder auf seine Kosten kommen, muss ein sehr grosser Optimist sein... --CarstenThurau 07.01.2004

"Für jeden was dabei" liest sich immer eher als "für niemanden wirklich genau richtig". --RalfHüls, 2006-12-06

Die Spieler sind so doof (NSC-/SL-Aussage)

Eigentlich kein Mythos, sondern meistens ein dummer Ausspruch, wenn NSC oder SL nicht begriffen haben dass Spieler, die das Plotbuch nicht kennen, den glorreichen Plot vielleicht nicht so einfach und einleuchtend spielen dass es Spieler gibt, die lieber Charakter statt Plotlösungsmonster spielen wollen.

Wenn wir/die SL gewollt hätten, hätten wir gewonnen (Unterton: "Wir NSCs waren ja besser als die SCs")

Es ist blödsinnig, als Spieler beim LARP auf Gewinnen/Verlieren von Kämpfen/Schlachten auszugehen. Die Voraussetzungen sind nämlich in den meisten Fällen einfach nicht gleich. Die Zusammensetzung und die Fähigkeiten der NSCs unterliegen ganz der Willkür der SL und diese verschätzt sich häufig einfach im Kräfteverhältnis SC-NSC.

Eigentlich ist der Satz ja meistens sogar richtig. Nur ist er vollkommen redundant: wenn die SL will, lässt sie halt einen Dämonen auftauchen, der alle Spieler tötet...

Ich erinnere mich da ans Dworken. Da haben die NSC gewonnen. Weder von der SL genehmigt noch vom Kräfteverhältnis sinnvoll, aber hauptsache gewonnen. -- AndrejPfeifferPerkuhn 15.12.2004


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zuletzt geändert am 2017-12-30 07:03:42 durch Allan Wegan